Wie gut sind Airfryer wirklich?
Airfryer versprechen knusprige Ergebnisse mit wenig Fett. Wie sinnvoll sind die Geräte und worauf sollte man beim Kauf achten?
01.06.2026 | 4:49 min
Airfryer stehen inzwischen nicht mehr nur in Elektroabteilungen, sondern auch bei Discountern – und bei vielen längst auf der Arbeitsplatte. Der Hype habe Gründe, sagt Anja Schwengel-Exner von der Verbraucherzentrale Bayern: Für manche Haushalte sei das Gerät ein echter Alltagshelfer.
Gleichzeitig werde rund um Heißluftfritteusen „mit sehr geschicktem Marketing“ verkauft, was man nicht zwingend braucht, zum Beispiel spezielles Ölspray.
Mini-Backofen statt Fritteuse
Wer beim Namen an Pommes wie aus der Fritteuse mit Fett denkt, sollte die Erwartungen justieren. „Die Heißluftfritteuse ist keine Fritteuse, sondern eigentlich ein Mini-Backofen“, sagt Marius Gemmel von Stiftung Warentest. Technisch arbeiteten die Geräte mit Heizspirale und Lüfter, der die heiße Luft im kleinen Garraum verteilt.
Genau dieser Garraum ist der Alltagsvorteil: „Zwei Brötchen im Backofen aufzubacken, ist nicht sehr nachhaltig“, sagt Anja Schwengel-Exner; im Airfryer gehe das schneller und mit deutlich weniger Energie.
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Airfryer oder Backofen: Was ist günstiger?
Ob der Airfryer preiswerter ist als der Backofen, hängt davon ab, wie viel gegart werden soll.
Wer kleine Mengen zubereitet, ist mit dem Airfryer günstiger unterwegs.
Anja Schwengel-Exner, Verbraucherzentrale Bayern
Denn er müsse nicht vorheizen, sagt die Verbraucherschützerin. Große Mengen hingegen müssen in mehreren Durchgängen gegart werden, da der Garraum begrenzt ist.
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Sinnvolle Funktionen bei Airfryern
Vor dem Kauf zählt: Wie viele Personen essen mit? Wer zwei unterschiedliche Speisen gleichzeitig garen möchte, sollte laut Marius Gemmel eher ein Gerät mit zwei Garräumen wählen.
In der Bedienung seien Airfryer für viele auch deshalb attraktiv, weil sie intuitiver wirken als ein Backofen: „Man muss nur Temperatur und Zeit einstellen“, so Gemmel. Hilfreich seien zudem Automatikprogramme für bestimmte Speisen, als Spielerei sehe er eine App-Anbindung.
Rund um Airfryer wird viel Zubehör angeboten, nötig ist nur wenig. Hilfreich sind etwa Silikoneinsätze oder gelochtes, passend zugeschnittenes Backpapier, weil sie die Reinigung erleichtern und das Gargut damit weniger anklebt.
Wichtig ist die richtige Reihenfolge: Das Backpapier sollte erst dann in den Korb, wenn Lebensmittel darauf liegen, sonst kann es durch die Luftzirkulation hochfliegen und an den Heizstäben landen. Von Alufolie ist abzuraten, weil sie die Luftzirkulation stören kann. Zudem kann Aluminium etwa bei saurem oder salzigem Gargut auf die Lebensmittel übergehen.
Was ein gutes Gerät kostet
Der Preis allein ist kein verlässlicher Qualitätsmesser. In einem Warentest vom Dezember 2024 schnitt zwar mit dem Philips HD9880/90 das teuerste Gerät im Feld (Preis rund 359 Euro) im Teilbereich „Zubereitung von Lebensmitteln“ am besten ab und erhielt hier die Note „gut“ (2,2), die Gesamtbewertung lag bei „gut“ (2,4).
Die beiden günstigsten Modelle im Test schnitten ebenfalls insgesamt gut ab. So erreichte der Cosori CP158-AF für rund 103 Euro ein Gesamturteil von „gut“ (2,3), während der Russell Hobbs SatisFry Air 26510-56 für etwa 94 Euro mit der Gesamtnote „gut“ (2,5) bewertet wurde. Gemmels Fazit:
Ein hohes Preisschild garantiert nicht unbedingt die beste Leistung.
Marius Gemmel, Stiftung Warentest
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Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Verbraucherschützerin Anja Schwengel-Exner rät, unabhängig vom Preis die Sicherheitsdetails und Hinweise zur Nutzung im Alltag ernst zu nehmen. Dazu zähle etwa das GS-Zeichen („Geprüfte Sicherheit“), ein nach deutschem Recht gesetzlich geregeltes und freiwilliges Gütesiegel. Das Prüfzeichen ist weltweit anerkannt.
Wichtig seien außerdem ein Überhitzungsschutz und rutschfeste Füße. Empfehlenswert sei zudem ein Cool-Touch-Gehäuse – also eine Außenhülle, die so konstruiert ist, dass sie auch im Betrieb vergleichsweise kühl bleibt und sich das Gerät besser anfassen lässt.
Nach dem Garen lohnt sich eine konsequente Reinigung, damit Fett- und Krümelreste nicht einbrennen und später unangenehmen Rauch oder mögliche Reizstoffe verursachen.
Für beschichtete Körbe eignen sich Holz- oder Silikonwerkzeuge sowie eine weiche Spülbürste besser als Metallbesteck oder Scheuerschwämme.
Weniger Fett, aber nicht automatisch gesünder
Heißluft sei grundsätzlich eine fettärmere Zubereitungsart, sagt Anja Schwengel-Exner. Entscheidend sei aber, was in den Korb kommt: Mit frischen Zutaten profitiere man ernährungsphysiologisch, etwa mit einem Fischfilet statt Fischstäbchen.
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Spezialprodukte wie Ölspray seien aus ihrer Sicht nicht notwendig. „Normales Speiseöl, was man selbst in eine Sprühflasche füllt, reicht aus.“
Marius Gemmel weist außerdem auf den gesundheitlichen Aspekt hin: Bei stärkehaltigen Lebensmitteln wie Pommes solle man nicht zu heiß arbeiten, um die Entstehung von Acrylamid zu begrenzen. Der Stoff gilt als potenziell gesundheitsschädlich und steht im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Bei Hähnchenkeulen sei es wichtig, dass sie wirklich durchgegart sind. So können Keime zuverlässig abgetötet werden.
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Quelle: dpa-Custom Content
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung „Volle Kanne“ am 01.06.2026 ab 09:05 Uhr.
