Weltweit fast zwei Millionen neue Millionäre in einem Jahr
Die Zahl der Dollar-Millionäre weltweit ist im Jahr 2025 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Nach Angaben des Beratungsunternehmens Capgemini verfügten zum Jahresende 25,3 Millionen Menschen über ein investierbares Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar. Das waren 7,9 Prozent beziehungsweise knapp zwei Millionen Menschen mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig erreichte auch das Gesamtvermögen dieser vermögenden Privatpersonen mit 98,3 Billionen US-Dollar einen historischen Höchststand.
Der Anstieg fällt besonders deutlich aus: Laut dem am Donnerstag veröffentlichten „World Wealth Report 2026“ handelt es sich um den stärksten jährlichen Vermögenszuwachs seit 2018. Gegenüber dem Vorjahr legte das Vermögen der Reichen 2025 weltweit um 8,7 Prozent zu.
Als wichtigste Treiber nennt Capgemini die robuste Entwicklung an den Aktienmärkten und die nachlassende Inflation. Vor allem Technologieaktien profitierten von der anhaltenden Euphorie rund um Künstliche Intelligenz. „Die Aktienmärkte, getragen von Kursanstiegen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, waren der Hauptmotor für die Vermögensbildung reicher Privatpersonen in fünf der sechs untersuchten geografischen Großregionen“, heißt es in dem Bericht.
Deutschland bleibt drittgrößte Millionärsnation
Auch in Deutschland nahm die Zahl der vermögenden Privatpersonen deutlich zu. Nach den Berechnungen von Capgemini gehörten 2025 rund 1,78 Millionen Menschen zur Gruppe der sogenannten High Net Worth Individuals (HNWI), deren investierbares Vermögen mindestens eine Million Dollar beträgt. Das entspricht einem Zuwachs von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Das Vermögen dieser Gruppe wuchs sogar noch stärker: Es stieg um 12,7 Prozent auf mehr als 7,1 Billionen US-Dollar. Deutschland liegt damit im internationalen Vergleich auf Rang drei hinter den USA und Japan.
Die Vereinigten Staaten bleiben mit Abstand die größte Millionärsnation der Welt. Dort kamen innerhalb eines Jahres 736.000 neue Millionäre hinzu, wodurch ihre Zahl auf 8,7 Millionen stieg. Japan verzeichnete einen Zuwachs von 436.000 Millionären, China von 154.000. Zusammen vereinen die vier größten Millionärsländer – USA, Japan, Deutschland und China – fast zwei Drittel aller Millionäre weltweit.
Besonders starke Zuwächse in Asien
Regional entwickelte sich der asiatisch-pazifische Raum am dynamischsten. Dort stieg das Vermögen der Reichen um 10,5 Prozent, die Zahl der Millionäre um 9,4 Prozent. Die hohe Nachfrage nach Halbleitern und die positive Entwicklung der Aktienmärkte sorgten insbesondere in Japan und China für deutliche Vermögenszuwächse. Auch Indien und Australien verzeichneten ein Wachstum der Millionärsbevölkerung.
In Europa kehrte nach einem schwächeren Vorjahr ebenfalls Wachstum zurück. Die Zahl der vermögenden Privatpersonen stieg um 6,5 Prozent. Neben Deutschland gehörte Luxemburg mit einem Plus von 13,5 Prozent zu den wachstumsstärksten Märkten der Region. Frankreich und Großbritannien legten dagegen vergleichsweise moderat zu.
Während Nordamerika ebenfalls starke Zuwächse verzeichnete, entwickelten sich andere Regionen deutlich verhaltener. In Lateinamerika belasteten Handelsunsicherheiten die Vermögensentwicklung. Im Nahen Osten ging die Zahl der Millionäre sogar leicht zurück. Dort wirkten sich sinkende Ölpreise, geopolitische Spannungen und schwächere Konjunkturaussichten negativ aus.
Superreiche wachsen am schnellsten
Besonders stark profitierte erneut die Gruppe der Superreichen. Menschen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar verzeichneten weltweit das schnellste Wachstum. Ihre Zahl stieg um 9,4 Prozent auf rund 250.000 Personen. Ihr Vermögen nahm um 9,7 Prozent zu und wuchs damit schneller als das der übrigen Millionäre.
Trotz der steigenden Zahl Vermögender bleibt der Reichtum stark konzentriert. Nach Angaben von Capgemini kontrolliert das reichste Prozent aller Millionäre 34,8 Prozent des gesamten Vermögens dieser Gruppe.
Capgemini berücksichtigt in seinem seit 1997 jährlich erstellten „World Wealth Report“ Aktien, Anleihen, alternative Investments wie privates Beteiligungskapital, Bargeld sowie Immobilien, sofern diese nicht selbst genutzt werden. Kunstsammlungen und Gebrauchsgüter wie Autos und Schmuck werden nicht eingerechnet. Die Studie basiert auf mehreren Umfragen, an denen 6510 vermögende Privatpersonen in 27 Märkten, 144 Führungskräfte von Vermögensverwaltern und 1317 Kundenbetreuer teilnahmen.
pgr/se (dpa, afp, Capgemini)
