Warum die Rückkehrerzahlen nach Afghanistan so niedrig sind



Die Zahlen sprechen für sich: Nur rund 220 Personen sind seit Anfang 2025 freiwillig und mit finanzieller Unterstützung durch ein Bund-Länder-Programm aus Deutschland nach Afghanistan zurückgekehrt. Nach Syrien waren es in demselben Zeitraum rund 4500 Personen.

Das ist gemessen an der Zahl der hier bis auf Weiteres Verbleibenden zwar ebenfalls keine große Rückkehrbewegung, aber trotzdem aufschlussreich: Denn sowohl in Syrien als auch in Afghanistan herrscht eine ähnlich katastrophale wirtschaftliche Lage.

Auch die Höhe der Rückkehrhilfen ähnelt sich. Neben den Flugtickets und einer Reisebeihilfe von einigen Hundert Euro erhalten Rückkehrer nach Syrien oder Afghanistan als Starthilfe um die 1000 Euro, Familien bis zu 4000 Euro.

Ist die finanzielle Rückkehrförderung zu gering?

Man könnte nun argumentieren, dass diese Rückkehrhilfen viel zu niedrig sind, um im Herkunftsstaat ein menschenwürdiges Leben zu beginnen, wie es die Linkspartei tut. Tatsächlich sind die direkten Kosten für das Rückkehrprogramm „REAG/GARP“ des Bundes in Höhe von 20 Millionen Euro im Jahr 2025 kein gigantischer Posten. Einige andere Staaten geben ihren Rückkehrern mehr mit, auch Deutschland half früher umfassender bei der Existenzgründung im Herkunftsstaat.

All das gilt aber auch für Syrien-Rückkehrer. Letztlich ist die entscheidende Frage für eine freiwillige Rückkehr das Vertrauen in den Herkunftsstaat, also die politische Lage vor Ort. In dieser Hinsicht entwickeln sich Syrien und Afghanistan momentan in entgegengesetzter Richtung.



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