Vor Trumps China-Besuch: Iranischer Außenminister in Peking
Irans Außenminister Araghtschi ist zu Gesprächen nach China gereist – kommende Woche wird Trump dort erwartet. Bei beiden Besuchen wird der Krieg gegen Iran und die Straße von Hormus Thema sein.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist am Morgen zu Gesprächen in Peking eingetroffen. Dort hat er sich zunächst mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi getroffen.
Wang forderte einen umfassenden Waffenstillstand im Iran-Krieg: „Dieser Konflikt dauert bereits mehr als zwei Monate an“, so Chinas Außenminister. Er habe nicht nur dem iranischen Volk schwere Verluste zugefügt, sondern auch den regionalen und globalen Frieden „massiv beeinträchtigt“.
Chinas Führung sei darüber zutiefst besorgt. Es sei wichtig, an Dialog und Verhandlungen festzuhalten, so Wang. Im Iran-Krieg ist seit rund drei Wochen eine Feuerpause in Kraft.
Araghtschi dankte China nach iranischen Angaben für die Verurteilung des von den USA und Israel begonnenen Kriegs und nannte die Volksrepublik einen engen Freund. Chinas kommunistische Führung gilt als wichtiger politischer und wirtschaftlicher Unterstützer des iranischen Regimes. China ist der wichtigste Handelspartner Irans und hat zuletzt das meiste iranische Öl gekauft.
Rubio: Iran soll Straße von Hormus freigeben
US-Außenminister Marco Rubio hatte Chinas Führung am Dienstag aufgefordert, bei den Gesprächen in Peking Druck auf Iran auszuüben, damit das Land die Straße von Hormus wieder freigibt für den internationalen Schiffsverkehr. Dies sei in Chinas Interesse, so Rubio. Die Straße von Hormus ist auch für Chinas exportorientierte Wirtschaft eine wichtige Handelsroute.
Das Thema Iran werde auch kommende Woche hoch auf der Agenda stehen, so US-Finanzminister Scott Bessent am Montag – bei dem geplanten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping.
Letzter Besuch eines US-Präsidenten war 2017
Trump wird kommende Woche Donnerstag in Peking erwartet. Einen für März geplanten Besuch hatte Trump wegen des Iran-Kriegs abgesagt. Die chinesische Seite hat den Besuch bisher nicht bestätigt. Es wäre der erste Besuch eines US-Präsidenten in China seit fast neun Jahren – zuletzt war Trump während seiner ersten Amtszeit 2017 in China.
Die Beziehungen der beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben sich seitdem deutlich verschlechtert. Streitpunkte reichen von Handels- über Sicherheitsfragen bis hin zur demokratisch regierten Insel Taiwan, die Chinas Führung für sich beansprucht.

