Vier Jahre Haft: Høiby wegen Vergewaltigung verurteilt

Der Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, Marius Borg Høiby, ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter des Osloer Bezirksgerichts sahen es als erwiesen an, dass der 29 Jahre alte Høiby in zwei Fällen Frauen im Schlaf vergewaltigt hatte. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen sprachen sie ihn am Montag aber frei.
Für erwiesen hält das Gericht auch, dass Høiby eine frühere Freundin misshandelt hat. Weiterhin verurteilt wurde er wegen Drogendelikten und schwerer Körperverletzung. So sah es das Gericht als erwiesen an, dass Høiby eine Frau mehrmals in eine Art Würgegriff genommen und geschlagen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und sieben Monate Haft gefordert, die Verteidigung anderthalb Jahre Haft.
Es gab insgesamt 37 Anklagepunkte gegen Høiby, darunter Vorwürfe der Vergewaltigung, der Misshandlung, Drogenmissbrauch, zu schnelles Fahren, Bedrohung und mehr. Die schwerwiegendsten Vorwürfe, nämlich jene der vier Vergewaltigungen, stritt Høiby stets ab. Der Sex sei einvernehmlich gewesen, sagte er dazu. Høiby war am Montag nicht im Gericht anwesend. Seine Verteidiger hatten angegeben, für Vergewaltigungen gäbe es keine Beweise, auch die vor Gericht gezeigten Videos lieferten solche nicht.
„Keine Bewegungen, die darauf hindeuten, dass sie wach ist“
Doch das Gericht sah es nun als erwiesen an, dass Høiby eine junge Frau 2018 im Keller der Residenz des Kronprinzenpaares in Skaugum im Schlaf vergewaltigt hatte. Während der Tat filmte der Verurteilte die Frau. „Sie hat die Augen geschlossen, liegt im Laufe der Zeit in der gleichen Position und zeigt keine Reaktionen auf Berührung oder Stimulation. Es gibt keine Geräusche oder Bewegungen, die darauf hindeuten, dass sie wach ist“, sagte der Vorsitzende Richter laut dem Sender NRK bei der Urteilsbegründung.
In einem weiteren Vergewaltigungsfall in Oslo, zu dem es auch von Høiby erstellte Videoaufnahmen gibt, scheint die Frau laut Gericht völlig passiv. Sie sei nicht in der Lage gewesen, sich den Taten zu widersetzen, heißt es in der Urteilsbegründung. Auch hier wurde Høiby für schuldig befunden.
Frei sprach das Gericht den Angeklagten aber vom Vorwurf, auch auf den Lofoten eine junge Frau vergewaltigt zu haben. In dem Fall gibt es demnach mehrere Zweifel, die dem Angeklagten laut Gericht zugutekommen. So hatte die Frau nach der Nacht mit Høiby diese zunächst in einer Notiz als „gut und gemütlich“ geschildert, erst später stellte sie die Nacht dann als unangenehm und seltsam dar. Frei sprach das Gericht Høiby auch vom Vorwurf, in einem Osloer Hotel eine Frau vergewaltigt zu haben, unter anderem deswegen, weil nicht restlos geklärt werden konnte, was in der Nacht geschah, und die Frau zum Teil widersprüchliche Angaben gemacht hatte.
Høiby ist der älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, sie brachte ihn in die Ehe mit Kronprinz Haakon. In den Gerichtssaal kamen beide während des Prozesses nicht, doch besuchten sie Høiby im Untersuchungsgefängnis. Mette-Marit ist schwer krank, sie wartet auf ein Termin für eine Lungentransplantation. Høiby hatte eine Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragt, um seine Mutter sehen zu können, was aber gerichtlich abgelehnt wurde. Am Montag beantragte Høibys Anwalt abermals eine Freilassung seines Mandanten aus der Untersuchungshaft.
