Videospiele: Gemeinsames Zocken – die beste Bildschirmzeit für Eltern und Kinder



Der
beste Tag meiner Kindheit lässt sich exakt datieren: Es war der 24. Dezember
1994, ich war acht Jahre alt. Ich weiß noch, wie mich die Freude schon den
ganzen Tag über fast zerrissen hätte. Und als ich dann die langersehnte
schwarze Konsole aus der Verpackung riss, war es, als wäre ein Ufo in unserem
Wohnzimmer gelandet. Bis dahin war ich abhängig von meinem Cousin. Er lebte in einem Dorf, etwa vier Kilometer von meinem. Der
verbrachte seinen Nachmittag hinter heruntergelassenen Jalousien und spielte irgendein
Rennspiel.

Wir waren Millenialkinder. Nicht jedes
Kind hatte eine Spiel-Konsole. Die Haushalte der Nachbarschaft, wo jemand so
etwas hatte, wurden zu sozialen Knotenpunkten. Oft saßen wir zu fünft vor dem
Bildschirm. Die Controller gingen reihum, und die Kontrolle lag bei den
Älteren, die auf die Jüngeren aufpassten, weil die Eltern sowieso keinen
blassen Schimmer hatten, was diese neue Technik für uns bedeutete. Die neuen
Medien und ihre Reizüberflutung, sagte man uns, machten die kindliche Fantasie
kaputt und uns zu Stubenhockern. Auch meine Mutter hatte das Erziehungsdogma
aufgestellt: »Privatfernsehen oder ich«. Was unglücklicherweise auch Zocken miteinbezog – bis Weihnachten 1994 ein neues Leben für mich begann.



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