USA News: Trump ernennt Bill Pulte zum amtierenden US-Geheimdienstkoordinator – Politik
Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Trump fordert freiwillige Sicherheitsprüfungen für neue KI-Modelle
Medien: Trump rudert bei umstrittenem Opferfonds zurück
US-Gericht: Entlassung von trans Menschen aus Militär illegal
Mexikos Präsidentin wirft USA Einmischung vor
Nach Absage mehrerer Künstler zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit: Trump erwägt Kundgebung statt Konzerten
Bill Pulte wird US-Geheimdienstkoordinator – Nachfolger von Tulsi Gabbard
Pulte war bisher Leiter der Finanzaufsicht für den Immobilienmarkt, der Federal Housing Finance Agency und hat keine bekannten Erfahrungen im Bereich der nationalen Sicherheit.
Trump fordert freiwillige Sicherheitsprüfungen für neue KI-Modelle
Den Behörden werden dafür bis zu 30 Tage eingeräumt, bevor die Systeme Dritten zugänglich gemacht werden dürfen. Der Finanzminister wird zudem angewiesen, in Zusammenarbeit mit der Branche und Betreibern kritischer Infrastruktur eine zentrale KI-Meldestelle einzurichten. Diese soll Software-Schwachstellen aufspüren und deren Behebung koordinieren.
In Washington wachsen angesichts leistungsstarker neuer KI-Systeme wie „Mythos“ von Anthropic die Sicherheitsbedenken. Der Erlass signalisiert einen Strategiewechsel Trumps, der nun eine aktivere Rolle bei der Kontrolle der Technologie beansprucht. Seit seiner Rückkehr ins Amt hatte er sich für eine weitgehende Zurückhaltung der Regierung gegenüber dem Technologiesektor ausgesprochen und versucht, Bundesstaaten von der Einführung eigener KI-Vorschriften abzubringen.
Die Entscheidung für freiwillige Tests könnte jedoch die Gewinne der Branche belasten, falls sich die Markteinführung neuer Modelle verzögert oder Unternehmen gezwungen sind, die Funktionsweise ihrer Systeme aus Sicherheitsgründen anzupassen.
Medien: Trump rudert bei umstrittenem Opferfonds zurück
Das Weiße Haus verwies auf Anfrage auf ein Statement des Justizministeriums auf der Plattform X. Darin verurteilte zwar das Ministerium die Entscheidung eines Gerichts, das die Pläne vorübergehend gestoppt hatte, aufs Schärfste. Jedoch hieß es zugleich, dass man sich an die Entscheidung halten werde.
Ob sich das Ministerium von dem Fonds komplett distanzieren wird und das letztlich dann das Aus der Pläne bedeuten würde, blieb damit offen. Ein Bundesgericht in Virginia will mit dem Stopp sicherstellen, dass bis zur Klärung des Falls kein Geld unwiderruflich über den Fonds ausgezahlt werden kann. Es setzte eine Gerichtsanhörung für den 12. Juni an.
Der Entschädigungsfonds ist für Trump zu einem unbequemen Thema geworden. Selbst aus den eigenen Reihen der Republikaner zog er massiv Kritik auf sich. Kritiker reden von „Schmiergeld“ für Trump-Getreue und von Korruption. Im Kongress wurden sogar Abstimmungen über andere Haushaltsgelder verzögert, um so Druck auf Trump aufzubauen. Etwa 1,8 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) sollen laut früheren Angaben des US-Justizministeriums in den neuen Fonds fließen, mit dem angebliche Opfer von politisch oder ideologisch motiviertem Vorgehen des Staates entschädigt werden sollen.
US-Gericht: Entlassung von trans Menschen aus Militär illegal
Die Mehrheit der Richter des Berufungsgerichtes folgte damit teils einer Entscheidung einer unteren Instanz: Diese war überzeugt, dass der Ausschluss von trans Menschen gegen das Verfassungsgebot – dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich behandelt werden müssen – verstoße.
Die Richtlinie, die nach Verteidigungsminister Pete Hegseth benannt ist, beruhe „zumindest teilweise auf einem unzulässigen staatlichen Interesse, der politisch unpopulären Gruppe der Transgender-Personen zu schaden“, hieß es in der jetzigen Begründung.
Mexikos Präsidentin wirft USA Einmischung vor
Die Präsidentin erklärte, eine Behörde des US-Justizministeriums habe die Festnahme von zehn Mexikanern zur Auslieferung verlangt. Unter ihnen sind ihren Angaben nach ein Gouverneur, ein Bürgermeister und ein amtierender Senator. Namen oder weitere Einzelheiten nannte sie nicht. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben der Präsidentin zunächst nicht.
US-Militär tötet erneut mutmaßliche Drogenschmuggler auf See
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben im östlichen Pazifik erneut ein mutmaßliches Drogenschmuggler-Boot angegriffen und drei Männer getötet. Das Boot sei auf einer bekannten Drogenhandelsroute unterwegs gewesen, teilte das US-Regionalkommando Southcom auf X mit. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump greifen US-Streitkräfte seit Herbst vergangenen Jahres Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik an, die angeblich Drogen in die USA schmuggeln sollen. Erst am Freitag tötete das US-Militär drei Menschen auf einem Boot. Es bestehen Zweifel, ob die tödlichen Angriffe in internationalen Gewässern völkerrechtlich zulässig sind.
Nach Absage mehrerer Künstler zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit: Trump erwägt Kundgebung statt Konzerten
„Tatsache ist, dass ich nach Ansicht vieler die Attraktion Nummer eins überall auf der Welt bin“, erklärte der Präsident. Er ziehe „viel größere Publikumsmassen an als Elvis in seinen besten Zeiten“ und schaffe dies „ohne Gitarre“. Er habe angewiesen, die Machbarkeit einer „America is back“-Kundgebung zu prüfen.
Die Konzerte sollten Teil der Great American State Fair sein, einer 16-tägigen Veranstaltung vom 25. Juni bis zum 10. Juli auf der National Mall in Washington. Am Freitag hatte Bret Michaels, Sänger der Rockband „Poison“, als fünfter Künstler seine Teilnahme abgesagt. Die Veranstaltung sei nicht die überparteiliche Feier, die er erwartet habe, begründete er seinen Schritt.
Freedom 250, eine öffentlich-private Partnerschaft des Weißen Hauses zur Koordinierung der Feierlichkeiten, hat die Gründe für die Absagen nicht im Detail erläutert. Ob Ersatzkünstler verpflichtet werden oder Trumps Vorschlag einer Kundgebung von den Organisatoren ernsthaft erwogen wird, blieb bislang unklar.
Drei Tote bei US-Beschuss von weiterem mutmaßlichen Drogenboot
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump lässt seit vergangenem Herbst immer wieder Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Pazifik angreifen. Als rechtliche Grundlage für die Attacken führt Washington den Umstand an, dass Drogenkartelle von der US-Regierung zu Terrororganisationen erklärt wurden. Erst vor wenigen Tagen hatte es einen Angriff auf ein ähnliches mutmaßliches Drogenschmugglerboot in der Region.
Donald Trump laut Leibarztuntersuchung topfit
Insgesamt strotzt das Dokument von Top-Ergebnissen und Werten im Normbereich. Trumps Herz-Kreislauf-System entspreche dem eines rund 14 Jahre jüngeren Menschen, bescheinigte sein Leibarzt Sean Barbabella dem Präsidenten, der am 14. Juni 80 Jahre alt wird. Der US-Präsident selbst hatte nach der Untersuchung im Militärkrankenhaus von Washington vor einigen Tagen bereits von einem „perfekten“ Verlauf geschwärmt.
Auffällige Beschwerden, die immer wieder Spekulationen über den Gesundheitszustand des Präsidenten auslösen, erklärte das Dokument: Demnach entstünden die an seinen Händen festgestellten Blutergüsse durch häufiges Händeschütteln in Kombination mit Aspirin, dessen Einnahme Trump niedrig dosiert als Blutverdünner empfohlen wird. Leichte Schwellungen der unteren Beine wiederum hätten sich im Vergleich zum vergangenen Jahr gebessert. Die Untersuchung enthält zudem den ärztlichen Rat an Trump, sich noch mehr zu bewegen und weiter abzunehmen.
US- und Kuba-Generäle treffen sich bei Guantánamo
Das kubanische Verteidigungsministerium nannten das Treffen „positiv“ und erklärte, beide Seiten wollten die Kommunikation aufrechterhalten. Zuvor hatte Axios berichtet, Kuba habe mehr als 300 Militärdrohnen erworben und mögliche Angriffspläne gegen den US-Stützpunkt, US-Schiffe oder Key West erörtert. Havanna wies das zurück, betonte aber sein Recht auf Selbstverteidigung im Falle eines US-Angriffs.
Hegseth kritisiert Europa und warnt vor Chinas Vorherrschaft
Besonders deutlich griff Hegseth Europa an. Westeuropa könne sich am pragmatischen Umgang asiatischer Partner mit Bündnissen ein Beispiel nehmen, sagte er. Die Zeit, in der die USA die Verteidigung wohlhabender Nationen subventionierten, sei vorbei. Die USA bräuchten „Partner, keine Protektorate“.
Auch die Verbündeten in Asien drängte Hegseth zu mehr Verteidigungsausgaben. „Wir brauchen nicht mehr Konferenzen, wir brauchen mehr Kampfkraft“, sagte er und fügte mit Blick auf das Forum hinzu: „Weniger Shangri-La, mehr Schiffe, mehr U-Boote.“
Richterin verlangt Stellungnahme von Trump zu Vorwürfen zu Steuerverfahren
Trump hatte die IRS wegen der früheren Veröffentlichung seiner Steuerdaten verklagt und die Klage später fallen gelassen. Im Gegenzug kündigte das Justizministerium einen Fonds über 1,776 Milliarden Dollar für angebliche Opfer staatlicher „Instrumentalisierung“ an. Kritiker bezeichnen die Vereinbarung als möglichen Fonds für Trumps Verbündete und Unterstützer. Der Deal sieht zudem vor, Ermittlungen zu Trumps früheren Steuererklärungen auszuschließen.
Die früheren Richter werfen die Frage auf, ob das Verfahren nur zum Schein geführt wurde, da Trump gegen eine Behörde klagte, die seiner eigenen Regierung untersteht. Williams verlangt nun Antworten darauf, ob Absprachen, Täuschung oder ein „Betrug“ am Gericht vorliegen könnten.
Trumps Name muss vom Kennedy-Center entfernt werden
Das Gesetz zur Einrichtung des Kennedy-Centers mache es „kristallklar“, dass die Institution nur den Namen des früheren Präsidenten John F. Kennedy tragen dürfe, so Bundesrichter Christopher R. Cooper. „Der Kongress hat dem Kennedy-Center seinen Namen gegeben, und nur der Kongress kann ihn ändern.“
„Der Kongress hat dem Kennedy-Center seinen Namen gegeben, und nur der Kongress kann ihn ändern.“
Bundesrichter Christopher R. Cooper
Nach seiner Niederlage vor Gericht kündigte Trump an, nicht länger an seinen Renovierungsplänen für das Kennedy Center festzuhalten. Solange er nicht nach Belieben schalten und walten könne, habe er „kein Interesse“, das Unterfangen fortzuführen, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Er habe angeordnet, die Verantwortung für Betrieb, Instandhaltung und Verwaltung der Kultureinrichtung an den Kongress zu übertragen. Zudem beschwerte sich Trump, nie sei ein US-Präsident so ungerecht von Gerichten behandelt worden.
Im Bau des Kennedy-Centers am Potomac-Fluss in der US-Hauptstadt Washington D.C. werden traditionell alle Genres von Theater, Tanz und Musik gezeigt. Trump hatte das Center kurz nach seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr unter seine Kontrolle gebracht und einen Kampf gegen „anti-amerikanische Propaganda“ in der Kulturwelt angekündigt. Er entließ mehrere Mitglieder des Kuratoriums, übernahm den Vorsitz und beauftragte seinen Vertrauten Richard Grenell, die Institution neu auszurichten.
Republikaner teilen Wahlbezirke in Louisiana neu auf
Eine Neuaufteilung war nötig, weil der Oberste Gerichtshof die Wahlkreise in Louisiana Ende April als ethnisch motiviert bezeichnet und deshalb verworfen hatte. Bisher gab es in dem Bundesstaat zwei Wahlkreise, die mehrheitlich schwarz bevölkert sind und von zwei demokratischen Abgeordneten vertreten werden. Einen über sechs Jahrzehnte bestehenden Schutz mehrheitlich schwarzer Wahlkreise weichten die Richterinnen und Richter in ihrem Grundsatzurteil auf.
In der Folge machten sich vor allem im Süden der USA Republikaner an eine Neuaufteilung – auch auf Druck von US-Präsident Donald Trump. In Alabama kippte ein Gericht in erster Instanz einen prorepublikanischen Neuzuschnitt, eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus. Auch in Louisiana könnte der Neuzuschnitt juristisch angefochten werden.
SZ-Korrespondent Boris Herrmann über die Manipulation des Wahlsystems durch Trump und seine Partei:
Musiker sagen Auftritt bei Trumps USA-Geburtstagsfeier ab
Als Grund gaben die Musiker an, dass die Veranstaltung, die nach eigenen Angaben überparteilich ist, zu politisch aufgeladen sei. „Leider hat sich das, was uns als Feier unseres Landes präsentiert wurde, zu etwas deutlich Spaltenderem entwickelt, als ich ursprünglich zugesagt hatte“, schrieb Sänger Michaels auf Instagram.
Die Konzertreihe wird von einer nach eigenen Angaben gemeinnützigen Organisation veranstaltet, die sich den Jubiläumsfeierlichkeiten in der US-Hauptstadt widmet – diese selbst gehen jedoch auf einen Aufruf von Donald Trump zurück. Das Line-up zwischen dem 25. Juni und dem 10. Juli war am Mittwoch veröffentlicht worden.
Fabrice „Fab“ Morvan vom ehemaligen Pop-Duo Milli Vanilli will trotz der Absagen anderer Künstler in Washington D.C. auftreten. „Ich bin hier, um die Menschen zu unterhalten und zu vereinen, nicht um sie zu spalten“, sagte Morvan dem Online-Musik- und Filmmagazin „Consequence“. Neben Morvan halten bislang auch unter anderem die Rapper Vanilla Ice und Flo Rida an ihren Auftritten fest.

