US-Regierung wirft Kritikern von Prunk-Ballsaal „Trump-Wahn“ vor



Die US-Regierung hat nach den Schüssen bei einer Abendveranstaltung mit Präsident Donald Trump einen neuen Anlauf für den umstrittenen Ballsaal im Weißen Haus gestartet. Das Justizministerium beantragte am Montagabend bei einem Bundesrichter, den Baustopp für das rund 400 Millionen US-Dollar teure Projekt aufzuheben – in einem ungewöhnlich scharf formulierten Schriftsatz.

Darin greifen die Regierungsjuristen die klagende Denkmalschutzorganisation direkt an, bezeichnen sie als „FAKE“ (falsch) und werfen ihr ein „Trump Derangement Syndrome“ (etwa Trump-Wahn-Syndrom) vor. Die Wortwahl erinnert an Beiträge auf Trumps Onlineplattform Truth Social.

Prestigeprojekt unter Druck

Inhaltlich begründet die Regierung ihren Vorstoß mit dem Vorfall vom Wochenende. Am Samstag war ein bewaffneter Angreifer bei einem Gala-Dinner mit der Hauptstadtpresse von Sicherheitskräften gestoppt worden. Dabei fielen Schüsse; ein Sicherheitsbeamter wurde verletzt. Dem Mann wird nach Behördenangaben ein Mordversuch an Trump zur Last gelegt.

Seither nutzten der US-Präsident und etwa der geschäftsführende Justizminister Todd Blanche den Vorfall, um für das umstrittene Bauprojekt zu werben. Mit dem geplanten Ballsaal wäre ein solcher Angriff angeblich „niemals passiert“.

Das Prestigeprojekt des Präsidenten steht seit Monaten juristisch unter Druck. Trump ließ für den Bau den historischen Ostflügel des Weißen Hauses abreißen. Denkmalschützer klagten dagegen und warnen, der Neubau könne das bestehende Gebäude optisch dominieren. Daraufhin verhängte ein Richter einen vorläufigen Baustopp, während eine Berufungsinstanz den Fall prüft. (dpa)



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