US-Ebola-Patient wird in Berlin behandelt
Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich auch ein US-amerikanischer Arzt mit dem Virus infiziert. Er wurde nach Deutschland ausgeflogen. Der Patient wird jetzt auf der Sonderisolierstation der Charité in Berlin behandelt, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Hintergrund ist eine Bitte der US-Behörden an die Bundesregierung – auch wegen der kürzeren Flugzeit nach Deutschland. Sechs Kontaktpersonen des Arztes mit hohem Ansteckungsrisiko sollen ebenfalls in Berlin behandelt werden.
Die Charité ist eines der größten Krankenhäuser in Europa. Die Sonderstation sei eine in sich geschlossene und geschützte Einheit, erklärte das Ministerium weiter. Die Abteilung verfüge über eigene Zugangswege, Schleusensysteme, Lüftungs- und Filteranlagen mit Unterdrucktechnik sowie eine geschlossene Abwasseraufbereitung. Für die Bevölkerung in Deutschland bestehe keine Gefahr.
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen.
EU einigt sich auf Umsetzung des Zollabkommens mit den USA
Mit Blick auf die jüngsten Drohungen von Präsident Donald Trump haben sich Vertreter der EU darauf verständigt, die Zollvereinbarung mit den USA nun voll umzusetzen. Abgaben auf US-Industriegüter werden danach abgeschafft. US-Meeresfrüchten und Agrarprodukten wird ein besserer Zugang zum Markt der Europäischen Union gewährt. Bei Verstößen der USA gegen Absprachen sollen die gewährten Handelsvorteile aber ausgesetzt werden. Dies könnten etwa erneute Zollerhöhungen der USA sein.
Zudem sollen die Auswirkungen des Abkommens auf Europas Wirtschaft Ende 2029 überprüft werden, wie der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD), mitteilte. Mit dem im vergangenen Jahr vereinbarten Zolldeal war es der EU gelungen, einen drohenden Handelskrieg abzuwenden. Gleichzeitig musste die Staatengemeinschaft aber US-Zölle in Höhe von bis zu 15 Prozent auf die meisten Warenexporte in die Vereinigten Staaten akzeptieren und weitere Zugeständnisse machen.
Putin zu Staatsbesuch in China empfangen
Wenige Tage nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den russischen Präsidenten Wladimir Putin begrüßt. Vor der Großen Halle des Volkes empfing Xi den Kremlchef mit militärischen Ehren auf rotem Teppich. Xi verwies zum Auftakt der Gespräche auf die langjährige gute Nachbarschaft und Freundschaft beider Staaten. Angesichts einer von Unruhe geprägten internationalen Lage müssten China und Russland ihre umfassende strategische Zusammenarbeit vorantreiben.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 hatten sich die Beziehungen weiter vertieft. Moskau ist wegen westlicher Sanktionen wirtschaftlich und diplomatisch stärker auf Peking angewiesen.
Justiz ermittelt gegen Spaniens Ex-Regierungschef Zapatero
Wegen mutmaßlicher Einflussnahme und Geldwäsche ermittelt die Justiz in Spanien gegen Ex-Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero. Hintergrund ist die staatliche Rettung der Fluggesellschaft Plus Ultra im März 2021 im Rahmen eines spanischen Corona-Hilfsprogramms. Über den staatlichen Industriebeteiligungsfonds SEPI erhielt das Unternehmen damals rund 53 Millionen Euro. Die Hilfe war politisch umstritten, da Plus Ultra als vergleichsweise kleine Fluggesellschaft galt.
Der 65-Jährige sei der mutmaßliche Kopf eines Netzwerks gewesen, das politische Kontakte genutzt habe, um Entscheidungen von Behörden zugunsten Dritter zu beeinflussen. Ziel seien wirtschaftliche Vorteile gewesen, hieß es weiter. Zapatero war von 2004 bis 2011 Regierungschef in Spanien. Ein Ermittlungsrichter lud ihn für den 2. Juni vor den Nationalen Staatsgerichtshof in Madrid. Am Dienstag wurden sein Büro sowie Geschäftsräume von drei mit ihm verbundenen Unternehmen durchsucht.
Merkel wird mit Europäischem Verdienstorden geehrt
Für ihr Engagement für die EU ist die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel im Europaparlament mit dem Europäischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung in Straßburg warnte die 71-Jährige vor wachsendem Druck auf die Demokratie. Sie rief dazu auf, Demokratie, Frieden und Wohlstand in der Europäischen Union zu sichern. Besonders kritisch äußerte sich Merkel zu sozialen Medien, in denen „plötzlich Fakten nicht mehr Fakten“ seien. Gewürdigt wurde Merkel unter anderem für ihre Rolle bei zentralen EU-Verträgen sowie für ihre prinzipientreue Führung.
Sie zählt zu den ersten 20 Ausgezeichneten des im vergangenen Jahr eingeführten Ordens. Ebenfalls geehrt wurden Polens Ex-Präsident Lech Wałęsa und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Wałęsa nahm an der Zeremonie teil, Selenskyj war nicht vor Ort.
Toter Buckelwal „Timmy“ soll doch obduziert werden
Die dänischen Behörden wollen den Kadaver des als „Timmy“ bekannten Buckelwals vor der Insel Anholt bergen und obduzieren lassen. Das Tier liege in flachem Wasser an einem stark frequentierten Strand und werde dort Badegäste und Einheimische voraussichtlich stark stören, erklärte die Umweltbehörde zur Begründung. Derzeit werde an einer Lösung gearbeitet, die sowohl eine Obduktion als auch die Sicherung wissenschaftlich wertvoller Proben ermögliche, sagte Behördenvertreterin Jane Hansen. Bergung, Untersuchung und Probenentnahme würden dänische Forscher und Tierärzte übernehmen.
Die Behörde rief die Bevölkerung dazu auf, Abstand zu halten, da eine Ansteckungsgefahr nicht ausgeschlossen werden könne. Der zuvor mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandete und geschwächte Wal war vor gut zwei Wochen von einer privaten Initiative in die Nordsee gebracht worden. Tage später wurde er tot vor Anholt angeschwemmt.
se/pgr/gri (dpa, afp, rtr, ap, kna)
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