Urlaub und Reisen als bewusste Erholung
Entschleunigung statt Sightseeing-Marathon im Urlaub liegt im Trend. Bei der sogenannten Calmcation geht es um Achtsamkeit und kleine Rituale, die Körper und Geist zur Ruhe bringen – vorzugsweise in der Natur.
30.04.2026 | 0:56 min
Zur Ruhe zu kommen fällt vielen schwer. Auch im Urlaub gelingt es nicht immer, den Kopf abzuschalten. Hier setzt der Reisetrend Calmcation an. Immer mehr Menschen entscheiden sich für diese Art des Erholungsurlaubs, um Abstand vom Alltag zu gewinnen und innere Balance zu finden.
Was hinter dem Trend Calmcation steckt
Urlaub bietet sich an, um aufzutanken, dennoch wird er oft mit Aktivitäten vollgepackt. Calmcation verfolgt einen anderen Ansatz – intensiver erleben, ruhiger leben. Dabei geht es nicht darum, so wenig wie möglich zu machen, sondern Dinge bewusster und entschleunigter zu tun. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „Calm“ (Ruhe) und „Vacation“ (Urlaub) zusammen.
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20.04.2026 | 8:20 min
Warum Entspannung heute so schwerfällt
„Ein steigendes Lebenstempo, der Anspruch an dauernde Erreichbarkeit, wirtschaftliche Sorgen sowie weltpolitische Unsicherheiten und die Klimakrise belasten viele Menschen“, erläutert Britta Hölzel. Die Diplom-Psychologin, Neurowissenschaftlerin und Yoga-Lehrerin sieht in einem vollgepackten Alltag einen der Hauptgründe für das steigende Ruhebedürfnis.
Die Zahlen zur Stressbelastung steigen stetig, und stressbedingte Erkrankungen nehmen zu.
Dr. Britta Hölzel, Diplom-Psychologin
Das unterstreiche, wie überfordert sich viele Menschen fühlten.
Wie kann man im Alltag Stärke und Zuversicht finden? Entlastungsstrategien von Mediziner Dietrich Grönemeyer
27.01.2025 | 4:37 min
Mehr Ruhe, weniger Sightseeing
Der Wunsch nach Ruhe zeigt sich auch in aktuellen Reisedaten: Das Online-Portal Airbnb verzeichnete zwischen 2019 und 2024 einen europaweiten Zuwachs von 88 Prozent bei den Buchungen in Naturregionen. Parallel gingen Buchungen in Städten um neun Prozent zurück, wie der Anbieter auf Anfrage mitteilte.
Die eigenen Bedürfnisse verstehen: Grundlage jeder Calmcation
Bevor die Planung einer Calmcation beginnt, sollte die eigene Intention klar definiert werden. Geht es um erholsamen Schlaf, körperliche Entspannung oder braucht es vor allem Freiraum, um bestimmte Themen innerlich zu verarbeiten?
Ebenso wichtig ist die Frage, welche Aktivitäten einen wirklich entspannen. Wer sich darüber vorab Gedanken macht, schafft die Basis für eine nachhaltig erholsame Auszeit.
Über den Nationalpark Schwarzwald berichtet ZDF-Reporter Anton Jany. In den nächsten Jahrzehnten „soll hier ein Urwald entstehen“.
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Den richtigen Ort für Erholung finden
Wer ein paar Tage lang Ruhe finden möchte, ist mit einer Unterkunft in einer ländlichen Region gut beraten. Klassische Orte für Entspannung sind Wellness-Resorts oder abgelegene Hütten. Auch ein Städtetrip in der Nebensaison kann wohltuend sein – vorausgesetzt, das Programm bleibt bewusst reduziert und es geht vor allem darum, ruhige Orte zu entdecken.
Wer digitale Abstinenz braucht, kann nach Unterkünften ohne WLAN suchen. Wer in einem Hotel Ruhe sucht, profitiert von einem Zimmer fernab typischer Geräuschquellen wie Aufzügen oder Servicebereichen.
- Intention klären: Was brauche ich – Schlaf, Ruhe, digitale Pause?
- Kurze Anreise und Nebensaison wählen für weniger Stress
- Ort auf Störquellen wie Geräusche, Licht und Umgebung prüfen
- Unterkunft: kleine Häuser, ruhige Zimmer, Adults-only-Wellness
- Tägliche Rituale festlegen: zum Beispiel Morgenspaziergang, Mittagsruhe, Lesezeiten
- Offline-Zeiten einplanen
- Ernährung: gesunde Snacks (Nüsse, Obst), viel Wasser, weniger Koffein
- Budget: lieber in die Qualität der Ruhe (zum Beispiel Zimmerlage, Spa) investieren als in Aktivitäten
- Mitreisende: Erwartungen abstimmen, Ruhezeiten vereinbaren
Stress besser bewältigen
:MBSR: Durch Achtsamkeit gelassener werden
Stress reduzieren und das Wohlbefinden steigern: Mit dem Achtsamkeitstraining Mindfulness-Based-Stress-Reduction, kurz MBSR, kann man Achtsamkeit üben und in den Alltag überführen.
von Sabine Meuter
mit Video4:37
Rituale und Achtsamkeit während der Calmcation
Ist man angekommen, sollte die eigene Entspannung aktiv gestaltet werden. „Im Außen ist es hilfreich, den Konsum digitaler Medien zu reduzieren“, sagt Hölzel.
Im Innen ist die Herausforderung, dass geschäftige Gedanken oder belastende Gefühle es uns schwer machen können, echte Ruhe zu finden.
Britta Hölzel, Neurowissenschaftlerin
Die Diplom-Psychologin rät daher zu Achtsamkeitsübungen. „Wir können lernen, die Aktivität des Geistes zu erkennen und zu lenken“, erklärt Hölzel. Dadurch seien wir den Gedanken und Gefühlen nicht ausgeliefert, sondern könnten gestalten, wie wir ihnen begegnen.
Achtsamkeit lässt sich etwa in Seminaren erlernen und durch regelmäßige Anwendung in den Tagesablauf integrieren.
- Langsame Vormittage – später Start, ruhiges Frühstück
- Eine Aktivität pro Tag – ein langer Spaziergang, Saunieren
- Achtsamkeitspraxis – Meditation, Atemübungen
- Sanfte Bewegung – Gehen, leichtes Stretching, Schwimmen, Yoga
- Naturkontakt – Waldbaden, Barfußpfade, Wasserbeobachtung
- Wärmerituale – Sauna, Thermalbad, warmes Bad am Abend
- Analogzeiten – Handy ausschalten, Lesestunde, Notizbuch statt Bildschirm
- Schlafhygiene – dunkles Zimmer, Ohrstöpsel, feste Zubettgehzeit
Breathwork ist im Trend. Aber was bringen Atemübungen wirklich? Eric Mayer erlebt, wie wir durch richtiges Atmen den Stress regulieren können. Er lernt: Atem ist etwas Besonderes.
13.05.2024 | 27:00 min
Die Erholung mit nach Hause nehmen
Wer Stress abbaut, profitiert auch im Alltag davon. „Damit die positiven Effekte eines erholsamen Urlaubs nicht schnell verpuffen, ist es hilfreich, auch den Alltag achtsam zu gestalten“, betont die Yoga-Lehrerin. Das bedeute, sich während der Arbeit bewusst Pausen zu gönnen, auf ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung zu achten.
Die Superkraft der Meditation
:Wie man meditiert und was es bewirken kann
Entspannung, Gelassenheit, Resilienz – durch regelmäßiges Meditieren lässt sich
noch einiges mehr erreichen. Was Meditation eigentlich bedeutet und wie man sie praktiziert.
von Ebba Petzsche
Quelle: dpa-Custom Content
