Unifil-Mission: Kabinett verlängert Libanon-Einsatz der Bundeswehr zum letzten Mal
Die Bundeswehr wird ihren Einsatz im Rahmen der Unifil-Mission vor der Küste des Libanons beenden. Das Bundeskabinett hat eine letztmalige Verlängerung um ein Jahr bis Juni 2027 beschlossen. Dem Beschluss war eine Beendigung der 50-jährigen Mission insgesamt durch den UN-Sicherheitsrat vorausgegangen.
Der Abzug der Bundeswehr beginne im zweiten Halbjahr und solle Anfang 2027 abgeschlossen sein, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Fregatte werde voraussichtlich im Sommer die Region verlassen.
Bereits im August 2025 legte der UN-Sicherheitsrat fest, dass die Mission nicht verlängert werden solle. Die Fregatte Nordrhein-Westfalen mit rund 200 Soldaten sowie etwa 30 Soldaten an Land sollen laut den Plänen möglichst bis Ende 2026 abgezogen sein. Eine Zustimmung des Bundestags steht noch aus, gilt aber als
sicher. Die Obergrenze für die Truppenstärke bleibt den Angaben nach bis Ende des Jahres bei 300 Soldaten und wird anschließend auf 80 zurückgefahren.
Einsatz zählt zu den längsten Marine-Einsätzen der Bundeswehr
Nach mehr als 20 Jahren endet damit einer der längsten Marine-Einsätze
der Bundeswehr. Die Bundeswehr hatte sich seit 2006 an dem Einsatz mit
Marineschiffen beteiligt. Ziel des Einsatzes war die Überwachung der
Seewege sowie die Unterbindung des Waffenschmuggels an die
Hisbollah-Miliz. Zudem zählte die Ausbildung der libanesischen
Streitkräfte zu ihren Aufgaben. Angesichts des Kriegs in Nahost sah sich
die Unifil-Mission zuletzt Schwierigkeiten ausgesetzt.
Die Unifil-Mission war 1978 zur Überwachung des Grenzgebiets zwischen Israel und dem Libanon gestartet. Aktuell sind noch 10.000 Soldaten beteiligt. Nach ihrem Abzug soll die libanesische Armee die Kontrolle übernehmen.
