Straße von Hormus: Frachter melden Beschuss
Die Waffenruhe zwischen USA und Iran wurde verlängert. Ein direktes Treffen der Delegationen in nächster Zeit scheine jedoch „in ziemlich weiter Ferne zu sein“, berichtet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
22.04.2026 | 1:59 min
In der Straße von Hormus ist nach britischen Angaben ein Containerschiff unter Beschuss geraten. Ein Schnellboot der iranischen Revolutionsgarden soll sich dem Frachter genähert und ihn beschossen haben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit. Sie habe einen entsprechenden Bericht des Kapitäns erhalten.
Demnach sei der Frachter am Mittwochmorgen ohne vorherige Funkwarnung angegriffen worden, erklärte die Seehandelsaufsicht der britischen Marine. Die Brücke des Schiffes habe „schwere Schäden“ erlitten, die Besatzung sei jedoch „unversehrt“ und in Sicherheit. Zu dem Vorfall kam es der UKMTO zufolge 15 Seemeilen nordöstlich von Oman.
War Durchfahrt genehmigt?
Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech sei dem unter liberianischer Flagge fahrenden Frachter „die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt worden“. Iranische Medien hingegen melden, das Schiff habe „Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert“.
Die Feuerpause zwischen Iran und den USA ist verlängert worden. Man wolle von Angriffen absehen, bis die Gespräche mit Iran zu einem Ende kommen, so US-Präsident Trump.
22.04.2026 | 1:17 min
Kurz nach dem ersten Angriff meldete die UKMTO den Beschuss eines weiteren Frachtschiffs. Es sei am Mittwoch aus einem iranischen Hafen ausgelaufen und nach Angaben des Kapitäns rund acht Seemeilen westlich der iranischen Küste „auf See gestoppt“ worden. Von einem dritten Vorfall berichtet unter anderem die BBC unter Berufung auf Vanguard: Demnach wurde ein unter der Flagge Panamas fahrender Frachter sechs Seemeilen vor der iranischen Küste angegriffen und von den Revolutionsgarden zum Ankern aufgefordert. Das Schiff habe Schäden gemeldet.
Irans Streitkräfte selbst erklärten, sie hätten drei Frachtschiffe vor ihrer Küste angegriffen und manövrierunfähig gemacht. Die Revolutionsgarden hätten ihre „regelwidrige“ Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestoppt, heißt es in einer von der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars verbreiteten Meldung. Zwei der Schiffe seien beschlagnahmt und in iranische Gewässer gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.
Der deutsche Außenminister Wadephul rief Iran dazu auf, die Verhandlungen mit den USA fortzusetzen. Zugleich kritisierte er die Blockade der Straße von Hormus.
21.04.2026 | 0:11 min
Fars veröffentlichte auch die Namen der drei Frachtschiffe: „Epaminondas“, „MSC Francesca“ und „Euphoria“. Dem Trackingdienst Vesselfinder zufolge fahren sie unter den Flaggen Liberias und Panamas, eines sei in griechischem Besitz. In der Meerenge kommt es immer wieder zu solchen Vorfällen. Bereits am Samstag hatten die Revolutionsgarden nach UKMTO-Angaben auf mindestens einen Öltanker in der Region geschossen.
Iran hatte mit Angriffen gedroht
Mit Attacken und Drohungen hat Iran die Schifffahrt in der Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht, was zu einem drastischen Anstieg der Ölpreise und erheblichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft geführt hat. Die USA wiederum blockieren iranische Häfen. Irans Armeeführung drohte deswegen wiederholt mit weiteren Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus.
Grafikvideo zur Bedeutung der Meerenge
18.06.2025 | 1:13 min
Die Lage in den Gewässern ist auch nach der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Verlängerung der Waffenruhe unverändert. Unter normalen Bedingungen werden rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen über die Straße von Hormus verschifft.
Quelle: Reuters, dpa, AFP, AP
Über dieses Thema berichtete zuletzt das ZDF mittagsmagazin am 22.04.2026 ab 13:00 Uhr.
