Pyrotechnik beim DFB-PokalDen Finalisten drohen Geldstrafen in sechsstelliger Höhe – Sport


Nach den fraktionsübergreifenden Protesten beim Pokalfinale drohen den beteiligten Vereinen, dem Double-Sieger FC Bayern München und dem mit 0:3 unterlegenen VfB Stuttgart, Geldstrafen in sechsstelliger Höhe. Das ergibt sich aus dem Strafenkatalog des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für Feuerwerk-Vergehen. Der DFB berechnet bei Bundesligisten eine Buße von 1000 Euro pro illegal gezündeter Fackel, die sich in diesem Fall erhöhen wird, weil die Partie vom Schiedsrichter für mehrere Minuten unterbrochen wurde. Die Begründung: schlechte Sichtverhältnisse. Der DFB-Kontrollausschuss kündigte an, sich mit den Vorfällen vom Samstag „beschäftigen“ zu wollen. Ebenfalls strafverschärfend dürften die teilweise schwer beleidigenden Banner wirken – zumal der DFB im vergangenen Jahr die Sanktionsmöglichkeiten massiv erweitert hatte.

Die pyrotechnischen Erzeugnisse und die Transparente wurden von Vertretern beider Fanlager nach etwa einer Stunde Spielzeit gezückt. Sie folgten damit augenscheinlich einer abgestimmten Choreografie. Erstaunlich waren auch die Mengenverhältnisse, sprich: wie viel Feuerwerk und wie viele Transparente ins Stadion geschmuggelt worden waren. Darunter auch solche, die den Tatbestand der Verbalinjurie wohl erfüllen dürften. Besonders spektakulär mutete ein gigantisches, kreisrundes, mit einem roten Verbotsbalken versehenes DFB-Logo an, auf dem auch die Worte Kläger, Richter, Henker zu lesen waren. Es wurde kurz vor der Ehrentribüne von Sicherheitsleuten abgefangen, sodass die DFB-Honoratioren nicht in die Verlegenheit kamen, es weiterzutragen.

Uli Hoeneß fordert Verband, Vereine und Politik auf, hart gegen die „Unverschämtheiten“ durchzugreifen

In den Kurven wurden so viele Themen adressiert, dass der Überblick schwerfiel. Sie reichten von der Klage über die Aushöhlung der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit durch neue DFB-Strafenkataloge bis zur Preisgestaltung beim Pokalfinale. Karten der günstigsten Fan-Kategorie (45 Euro) seien „nur mit Lupe im Stadionplan zu finden“, hieß es auf einem Banner. Proteste gab es auch gegen die angeblich „polizeistaatliche Innenministerkonferenz“ der Bundesländer, die sich zuletzt massiv mit der Einführung KI-basierter Gesichtserkennung und personalisierten Tickets befasst hatte. Der DFB wurde in derben Worten angegriffen – schriftlich wie mündlich, zum Ärger von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß:  „Das ist typisch in unserer Gesellschaft, dass es immer nur in eine Richtung geht. Dabei hat sich der DFB gar nichts zuschulden kommen lassen“, sagte Hoeneß bei Sky. Er forderte die Vereine, den DFB und die Politik auf, „hart durchzugreifen, dass solche Unverschämtheiten nicht mehr passieren“.

Damit meinte er auch den Umstand, dass TV-Zuschauer wie seine Ehefrau Susi über schlechte Bilder klagten. Augenzeugen im Stadion berichteten, dass in der Kurve das Tor auf der gegenüberliegenden Seite nicht zu erkennen war. „Generell ist es so, dass wir die Fan-Kultur unterstützen“, sagte VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle. Weil aber „der Fußball schon die 90 Minuten im Mittelpunkt stehen sollte“, verurteilte er gleichwohl die Spielunterbrechung. Die Interessenvertretung „Unsere Kurve“ wiederum unterstützte „inhaltlich“ die Kritik beider Fanlager. Dass sie starke Bilder bemüht, weil sie „ansonsten Gefahr läuft, nicht wahrgenommen zu werden, können wir nachvollziehen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.



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