Putin-Kritiker: Russischer Satiriker Semyon Skrepetsky in Polen erschossen
Der russische Künstler Semyon Skrepetsky – auch bekannt als Simon Skrepetski – ist in der
polnischen Stadt Biala Podlaska mit mehreren Schüssen getötet worden. Das berichteten mmehrere polnische Lokalmedien übereinstimmend. Die örtliche Polizei
teilte mit, ein 44-jähriger russischer Staatsbürger sei auf einem Parkplatz vor
einem Wohnhaus erschossen wurden. Weitere Angaben zur Identität des Toten machte die Polizei nicht.
Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte ein Polizeisprecher. »Wir kennen aber das Motiv des Täters bisher nicht«, sagte er. Gefasst werden konnte der Schütze demnach zunächst nicht.
Dem Fernsehsender wPolsce24 zufolge wurde Skrepetsky mehrere
Male von Schüssen aus kurzer Distanz getroffen. Dem Bericht zufolge sperrte die
Polizei nach dem Vorfall umliegende Straßen sowie Ausgangsstraßen aus der Stadt
ab und stellten Schulen und Kindertagesstätten unter Bewachung. Die Polizei
soll demnach von zwei Tätern ausgehen. Ein Tatverdächtiger sei nahe dem belarussischen Konsulat in Biala Podlaska festgenommen worden, berichtete wPolsce24. Biala Podlaska liegt etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus entfernt.
Semyon Skrepetsky, mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow,
stammt aus der Altai-Region in Sibirien. Er war für satirische Porträts des
russischen Staatschefs Wladimir Putin, des belarussischen Staatschefs Alexander
Lukaschenko, des Tschetschenen-Anführers Ramzan Kadyrow und des verstorbenen
russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny bekannt. Auch die ukrainische
Regierung soll Skrepetsky kritisiert haben. Der Künstler hatte Russland 2021 verlassen
und lebte seither in Polen.
Drei Tage vor seinem Tod hatte Skrepetsky in Berlin noch
eine Performance inszeniert. Mit einem seiner Gemälde marschierte er in Unter den Linden zur russischen Botschaft. Das ikonenartige Gemälde zeigte den
russischen Diktator Joseph Stalin mit Wladimir Putin als Baby. Skrepetsky hatte ein Video der Performance auf Facebook geteilt. Darin ist unter anderem zu sehen, wie er eine russische Flagge in einen Mülleimer steckt.
