Paula Badosa spricht über Trennung von Tsitsipas und ein „toxisches Umfeld“



Die Tränen kommen direkt nach dem Match. Paula Badosa hat gerade Coco Gauff bei den Berlin Tennis Open besiegt, als ihr auf dem Center Court plötzlich die Worte fehlen. Die Spanierin ringt nach Fassung, Tränen laufen über ihr Gesicht. „Ich bin einfach nur froh und dankbar“, sagt sie hinterher.

Der Sieg gegen die US-Amerikanerin ist weit mehr als nur ein Achtelfinal-Erfolg. Für Badosa ist er ein weiteres Zeichen dafür, dass sie sich langsam aus einer extrem schwierigen Phase zurückkämpft – sportlich und privat.

Denn am Rande des Turniers spricht die ehemalige Weltranglistenzweite so offen wie selten über die vergangenen Monate. Neben zahlreichen Verletzungen nennt die 28-Jährige auch ihre Trennung von Stefanos Tsitsipas und ein „toxisches Umfeld“ als Gründe für ihren Absturz.

Ich war sehr nah dran aufzuhören.

Paula Badosa

„Ich war sehr nah dran aufzuhören“, sagt Badosa. Nach dem Turnier in Madrid sei mental alles zu viel geworden. „Da waren einfach zu viele Dinge. Ich konnte keinen Weg mehr finden, das Licht zu sehen“, erzählt sie.

Dazu kamen die körperlichen Rückschläge. „Vor einem Jahr war ich noch in den Top 10. Jetzt zu sehen, wo ich stehe, ist nicht einfach zu akzeptieren.“ Aktuell ist die Spanierin die Nummer 142 der Welt. Nach ihrem Erfolg in Berlin wird sie einige Plätze gutmachen.

142

ist die aktuelle Weltranglistenposition Badosas

Besonders deutlich wird sie, als sie über die Trennung von Tsitsipas spricht. „Ich hatte schon viele Trennungen in meinem Leben und akzeptiere das. Ich weiß, wie das ist“, sagt Badosa. Doch diesmal sei vieles anders gewesen.

„Wenn es eine normale Trennung wäre, wäre das etwas anderes. Man kann danach sogar noch ein gutes Verhältnis haben, wenn das normale Menschen und eine normale Beziehung sind. Aber wenn toxische Dinge drumherum passieren, macht es das viel schwieriger.“

Mehr müsse sie dazu gar nicht sagen, findet sie. „Ich muss mich nicht erklären, weil andere schon so viel reden. Das reicht. Sie sagen schon alles.“ Eine direkte Spitze gegen das Umfeld ihres Ex-Freundes.

Dabei hatte sich Badosa nach ihrer ersten, kurzzeitigen Beziehungspause im Frühjahr 2024 noch ganz anders geäußert. Damals betonte sie, dass man freundschaftlich auseinandergegangen sei. „Wir haben ein gutes Verhältnis“, sagte sie. Tsitsipas sei „ein toller Kerl“.

Sie scheint wieder auf dem richtigen Weg zu sein

Nach der endgültigen Trennung im Juli 2025 scheint davon nicht mehr viel übrig zu sein. Seit Mai 2023 galten Badosa und Tsitsipas als das Glamour-Paar des Tennissports. Unter dem Namen „Tsitsidosa“ hatten sie einen gemeinsamen Instagram-Kanal, posteten regelmäßig Bilder aus ihrem Privatleben. Tsitsipas sprach öffentlich von einer „Seelenverwandtschaft“.

Zuletzt sorgte das Umfeld des Griechen jedoch immer wieder für Diskussionen. Tsitsipas’ Mutter Julia Salnikova erklärte unter anderem öffentlich, die Beziehung sei von Anfang an „interessant, aber kompliziert“ gewesen und für ihren Sohn „nicht leicht“. Badosas Trainer Pol Toledo kritisierte hingegen die ständigen Einmischungen der Familie und warf ihr vor, zu häufig öffentlich über die Spanierin zu sprechen.

Für Badosa gehört all das inzwischen der Vergangenheit an. „Seit einigen Monaten bin ich wieder in einem guten Umfeld, in einem sauberen Umfeld“, sagt sie. Der Weg dorthin sei allerdings nicht einfach gewesen. „All diese toxischen Dinge zu durchleben und Menschen loszulassen, die mir nahestanden, war nicht einfach. Man muss diesen Prozess als Mensch und als Frau durchstehen.“

Gleichzeitig versucht die Spanierin, sich sportlich wieder nach oben zu arbeiten. Der Weg zurück in die Weltspitze sei das Ziel. „Aber es ist noch weit weg“, sagt sie. „Das geht Schritt für Schritt.“ Aber sie habe nie daran gezweifelt, dass das Niveau noch da sei. „Ich wusste immer, dass ich dieses Level habe. Es geht darum, alles zusammenzubringen und weiter daran zu glauben.“ In den vergangenen Wochen habe sie sehr gut trainiert. „Es muss in den entscheidenden Momenten einfach wieder klicken, dann werden die Ergebnisse kommen.“

Berlin ist für Badosa ein wichtiger Zwischenschritt. Vor einem Jahr musste sie hier im Viertelfinale wegen einer Hüftverletzung aufgeben. Es folgte die nächste lange Pause. „Es war eine Verletzung nach der anderen“, sagt sie rückblickend. Vor ihrem ersten Match in diesem Jahr sei die Erinnerung daran wieder hochgekommen. „Ich habe mir gesagt: Sei vorsichtig, verletz dich nicht wieder!“

Nach Monaten voller Verletzungen, Rückschläge und persönlicher Turbulenzen scheint Badosa wieder auf dem richtigen Weg zu sein. „Jetzt fühle ich mich wieder stark“, sagt sie selbst.



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