Nvidia überrascht mit Umsatzplus – und 80 Milliarden für Rückkäufe
KI-Gigant
Nvidia liefert erneut Rekordquartal und hebt die Dividende kräftig an
Starkes Quartal, höhere Dividende, Milliarden für Aktienrückkäufe: Nvidia liefert den Anlegern neue Rekorde. Die Börse reagiert trotzdem nur verhalten
Der wachsende Bedarf an Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) verhilft Nvidia zu einem erneuten Wachstumsschub. Der weltgrößte Chipkonzern gab am Mittwoch einen überraschend deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung bekannt. Zudem kündigte er milliardenschwere Aktienrückkäufe und eine deutliche Anhebung der Dividende an. „Der Bau von KI-Rechenzentren – das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Menschheit – schreitet mit außerordentlicher Geschwindigkeit voran“, sagte Konzernchef Jensen Huang.
Im abgelaufenen Quartal steigerte Nvidia den Umsatz um 85 Prozent auf 81,6 Mrd. Dollar. Der bereinigte Gewinn legte nahezu doppelt so stark auf 1,87 Dollar je Aktie zu. Für das angelaufene Vierteljahr peilt der weltweit wertvollste Konzern einen Umsatz von 91 Mrd. Dollar an, plus minus zwei Prozent. Mit diesen Zahlen im Rücken will der US-Konzern eigene Anteilsscheine im Volumen von weiteren 80 Mrd. Dollar zurückkaufen. Die Quartalsdividende solle auf 0,25 von 0,01 Dollar je Aktie steigen.
Nvidia-Titel reagierten im nachbörslichen Handel an der Wall Street vergleichsweise verhalten und legten etwa ein Prozent zu. Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen sei bei Nvidia nichts Besonderes mehr, sagte Analyst Jacob Bourne von der Marktforschungsfirma E-Marketer. Die wichtigere Frage sei, ob das Unternehmen seine hohen Wachstumsraten 2027 und 2028 aufrechterhalten könne.
Weg vom KI-Training – hin zum KI-Betrieb
Die Chips von Nvidia sind für das Training von KI-Modellen optimiert. Für den täglichen Betrieb dieser Software („Inferenz“) und die Nutzung sogenannter KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen, sind jedoch klassische Zentralprozessoren (CPUs) besser geeignet. Diese feiern daher ein Comeback in Rechenzentren. AMD und Intel beherrschen diesen Markt. Gleichzeitig arbeiten Technologiekonzerne wie Amazon, Google oder OpenAI an eigenen Chips. Nvidia reagiert darauf mit der Entwicklung eigener CPUs. Hierzu sicherte sich der Konzern Technologien und Fachkräfte des Chip-Entwicklers Groq.
Unverändert festgefahren ist die Lage im China-Geschäft: Um den militärischen Aufstieg der Volksrepublik zu bremsen, beschränken die USA den Export von Hochtechnologie dorthin. Zwar genehmigte die US-Regierung die Ausfuhr leistungsreduzierter KI-Prozessoren, knüpft dies aber an strenge Auflagen. Bislang seien keine Halbleiter auf Basis dieser Exportlizenzen verkauft worden, teilte Nvidia am Mittwoch mit. Es sei unklar, ob Chinas Behörden die notwendigen Importgenehmigungen erteilen würden. Konzernchef Huang hatte US-Präsident Donald Trump bei seinem jüngsten Staatsbesuch in der Volksrepublik begleitet.
rtr/kb
