News zu Iran: USA und Iran vereinbaren Kriegsende – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Iran zweifelt diplomatischen Weg mit USA an und droht Israel
Iran: US-Sanktionen sollen im Gegenzug für Atom-Zugeständnisse fallen
Hoffnung auf baldige Unterzeichnung eines Friedensabkommens
Trump widerspricht Iran: Abkommen am Sonntag
Iran dämpft Erwartungen an rasches Friedensabkommen mit USA
USA und Iran vereinbaren Kriegsende
Kurz nach dem Vermittler Pakistan bestätigte US-Präsident Donald Trump die Einigung auf ein Abkommen mit Iran. Er genehmige hiermit die Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen an, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. „Schiffe der Welt, startet eure Motoren! Lasst das Öl fließen!“
Um Mitternacht deutscher Zeit kündigt auch Iran ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges und der Militäreinsätze an verschiedenen Fronten an. Das gelte auch für Libanon, erklärt der iranische Vize-Außenminister. Zudem beginne die Aufhebung der US-Seeblockade gegen die Islamische Republik, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim. Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sollen in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden, erklärt er weiter. Sollte die Gegenseite gegen Vereinbarungen verstoßen, werde Iran eigene Maßnahmen ergreifen.
Irans Präsident verteidigt Verhandlungsteam gegen Kritiker im Land
Trump ermahnt Israel nach Angriff in Libanon
Trump rief zugleich alle Seiten auf, sich zurückzuhalten. Man stehe kurz davor, ein Abkommen mit Iran zu schließen, das Frieden für die Region – Libanon eingeschlossen – bringen würde. Es solle keine Angriffe Israels mehr irgendwo in Libanon geben, schrieb der US-Präsident weiter, und es solle auch keine Angriffe anderer Parteien, einschließlich der Hisbollah, gegen Israel mehr geben. Eigentlich hatte Trump eine Unterzeichnung eines Rahmenabkommens für diesen Sonntag, an dem er selbst seinen 80. Geburtstag feiert, in Aussicht gestellt.
Iran zweifelt diplomatischen Weg mit USA an und droht Israel
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten Israel mit Gegenschlägen. „Es besteht kein Zweifel, dass diese Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden“, sagte ein IRGC‑Sprecher im iranischen Staatssender Irib. Die Hauptbedingung für Iran bei der Einigung mit den USA ist ein Ende der militärischen Operationen an allen Fronten, auch in Libanon. Teheran hat mehrfach betont, dass Iran ohne die Verwirklichung dieser Forderung nicht bereit sei, den weiteren diplomatischen Prozess fortzusetzen.
Das israelische Außenministerium bezichtigte Iran als Reaktion auf Ghalibafs X-Post der Lüge. „Es ist Irans Stellvertreter, die Hisbollah, die Israel heute Morgen wieder angegriffen hat, vollkommen unprovoziert“, hieß es in einem X-Post des Ministeriums. Die Hisbollah schieße ständig auf israelische Zivilisten. Israel werde Angriffe auf sein Territorium nicht dulden.
Iran: US-Sanktionen sollen im Gegenzug für Atom-Zugeständnisse fallen
Vorgesehen sei auch ein Aussetzen der US-Ölsanktionen, die Freigabe von eingefrorenen Geldern und eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Eine endgültige Einigung solle dann nach der Zustimmung beider Seiten zu dem Entwurf innerhalb von 60 Tagen ausgehandelt werden.
Den Angaben zufolge verpflichtet sich die Regierung in Teheran, weder Atomwaffen herzustellen noch zu erwerben, sondern den Status quo ihres Atomprogramms beizubehalten. Dazu gehöre der Verzicht auf Uran-Anreicherung und auf den Ausbau von Atomanlagen. Im Gegenzug sollen die USA den Angaben nach die Ölsanktionen für einen bestimmten Zeitraum aussetzen, 25 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben und bis zu einer endgültigen Einigung keine neuen Sanktionen verhängen.
Israel greift nach Hisbollah-Attacke Vororte Beiruts an
Nach libanesischen Angaben wurde mindestens ein Mensch getötet. Die israelische Armee teilte mit, es sei ein Kommandozentrum der Hisbollah in Beirut angegriffen worden. Es seien Schritte unternommen worden, um mögliche Schäden für Zivilisten zu minimieren, einschließlich des Einsatzes von präziser Munition und Luftaufklärung.
Die libanesische Staatsagentur NNA berichtete von mindestens einem Todesopfer und vier Verletzten. Augenzeugen sagten, in dem getroffenen Gebäude habe die Hisbollah ein Büro gehabt.
Arabische Fernsehsender zeigten Bilder eines Luftangriffs in dem Gebiet. Dabei stiegen hohe Rauchwolken auf. Anwohner berichteten örtlichen Medien zufolge von mindestens zwei Explosionen. Es gab zunächst keine Informationen zu möglichen Opfern.
Cyber-Angriff auf staatliche Banken in Iran
In Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten, Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Online-Zahlungen mehr möglich waren. Viele Beträge wurden daraufhin notiert, um sie später zu begleichen. Betroffen waren insbesondere vier große staatliche Banken und zahlreiche Geldautomaten in der Hauptstadt.
Eine iranische Hackergruppe hatte bereits am Samstag einen Angriff angekündigt. „Ein stiller Krieg entfaltet sich und Iran steht unter Cyberangriff“, erklärte die Gruppe „Black Wolves“ auf ihrem Telegram-Kanal. Die Hackerangriffe gelten als Form des digitalen Protests gegen das islamische System in Iran. Bereits 2022 hatte es während der Frauenproteste einen massiven Angriff auf die iranische Zentralbank gegeben. Auch die Überwachungskameras des berüchtigten Ewin-Gefängnisses in Teheran wurden damals gehackt und Aufnahmen veröffentlicht, die gewalttätige Übergriffe von Wachpersonal auf politische Gefangene zeigten.
Hisbollah beschießt Israels Norden mit Sprengstoff-Drohnen
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich schrieb dazu in einem Post auf der Plattform X, der Angriff sei ein Test der „Dahija-Doktrin“, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärt habe. Diese Militärstrategie wurde im Libanonkrieg 2006 entwickelt und basiert auf der asymmetrischen Kriegsführung gegen nichtstaatliche Akteure. Sie ist nach den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut benannt, die als Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz gelten. Dort leben auch viele Zivilisten. Vor einer Woche hatte Israel die Vororte als Reaktion auf Hisbollah-Raketenfeuer auf den Norden des Landes angegriffen. Daraufhin reagierte Iran mit Raketenangriffen auf Israels Norden.
Smotrich forderte von Netanjahu, „noch heute“ Gebäude in Dahija zu zerstören. „Wir befinden uns in entscheidenden Tagen für die Gestaltung der Region auf viele Jahre hinaus“, schrieb der rechtsextreme Minister. „Wir haben den Bewohnern des Nordens Sicherheit versprochen – und dieses Versprechen müssen wir einhalten.“
Hoffnung auf baldige Unterzeichnung eines Friedensabkommens
Zuletzt kamen auch aus Teheran optimistische Töne: Man sei noch nie so nah an einer Einigung gewesen, sagte Außenamtssprecher Baghai am Samstag laut dem Staatssender Irib. Mit Blick auf die erhoffte Unterzeichnung sagte er: „Den genauen Zeitpunkt sollte man lieber abwarten, denn aufgrund der Unbeständigkeit der Gegenseite ist Vorsicht geboten.“
Das pakistanische Außenministerium schrieb auf der Plattform X, eine virtuelle Zeremonie zur Unterzeichnung sei für Sonntag geplant. Von iranischer Seite wurde dies zunächst weder bestätigt noch dementiert. Außenamtssprecher Esmail Baghai hatte am Samstag gesagt, die Unterzeichnung könnte in den kommenden Tagen stattfinden.
Zwischenzeitlich war von einer feierlichen Zeremonie in Genf die Rede gewesen. Von iranischer Seite hieß es lediglich, in den nächsten ein bis zwei Tagen seien keine Reisen iranischer Vertreter nach Genf oder in die pakistanische Hauptstadt Islamabad geplant. Weniger als eine Autostunde von Genf entfernt findet nächste Woche der G-7-Gipfel im französischen Ort Évian-les-Bains statt.
Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete, US-Beamte und Quellen in den Vermittlerstaaten hätten bestätigt, dass die Unterzeichnung virtuell stattfinden solle. Das soll demnach vor allem logistische Gründe haben: Vizepräsident J. D. Vance, der die US-Delegation anführt, hätte es sonst nicht geschafft, rechtzeitig in die USA zurückzukehren, bevor Trump am Montagmorgen zum G-7-Gipfel nach Frankreich aufbricht. Aus Sicherheitsgründen wollen die USA vermeiden, dass der Präsident und sein Vize gleichzeitig im Ausland sind.
„Wir sind einem Friedensabkommen näher als je zuvor. Wir sind zuversichtlich, dass dieses historische Friedensabkommen eine solide Grundlage für dauerhaften Frieden bilden wird.“
Shehbaz Sharif, Ministerpräsident des Vermittlers Pakistan
Trump widerspricht Iran: Abkommen am Sonntag
Zu einem späteren Zeitpunkt würden die USA das iranische Nuklearmaterial aus dem Land holen. Sollte der Prozess nicht reibungslos verlaufen, gebe es eine „ultimative Alternative“.
Iran kündigt Gebühren für Nutzung der Straße von Hormus an
Iran will für zunächst nicht näher beschriebene Dienstleistungen in der Straße von Hormus künftig Gebühren erheben. Schritte zur Gewährleistung eines sicheren Schiffsverkehrs in der Meerenge dienten der nationalen Sicherheit und dem weltweiten Gemeinwohl, erklärt das Außenministerium der Nachrichtenagentur Fars zufolge. Zudem fordert das Ministerium ein Ende der ausländischen Militärpräsenz in der Region und bezeichnet die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder als festen Bestandteil eines geplanten Abkommens mit den USA.
Iran dämpft Erwartungen an rasches Friedensabkommen mit USA
Der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif hatte erklärt, beide Seiten hätten sich auf einen Rahmenvertrag geeinigt. Islamabad bereite eine elektronische Unterzeichnung für Sonntag vor. In der kommenden Woche sollten dann Gespräche auf technischer Ebene folgen. Das iranische Außenministerium mahnte jedoch zur Vorsicht. Wegen des Zögerns der Gegenseite lasse sich das genaue Datum noch nicht festlegen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich zunächst nicht direkt, teilte jedoch Sharifs Beitrag auf der Plattform X.
Die geplante Absichtserklärung sieht Insidern zufolge vor, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen aufheben, eingefrorene iranische Gelder in Milliardenhöhe freigeben und Sanktionen gegen iranische Ölexporte aussetzen. Im Gegenzug solle Iran die Straße von Hormus wieder öffnen. Anschließend soll in einer 60-tägigen Frist über das iranische Atomprogramm verhandelt werden. Während die USA auf einen Abbau des Programms und die Zerstörung von hochangereichertem Uran pochen, will Iran das Material in verdünnter Form behalten. Hochangereichertes Uran ist Ausgangsstoff für Atombomben.
Israel wird sich an dem Abkommen nicht beteiligen. Dies stellte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu klar. Er war mit Trump über US-Forderungen aneinandergeraten, wonach Israel seine Angriffe in Libanon einschränken solle, um Washington eine Einigung mit Teheran zu ermöglichen. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi erklärte, das Abkommen werde den Krieg in Libanon beenden. Dies impliziert einen israelischen Rückzug aus den besetzten Gebieten. Der israelische Verteidigungsminister lehnte einen solchen Schritt jedoch ab. Israel erwarte, seine Handlungsfreiheit gegen Bedrohungen zu behalten, sagte ein hochrangiger israelischer Regierungsvertreter.
Iran plant Chameneis Beisetzung am 9. Juli
Mehr als hundert Tage nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei soll nun während des islamischen Trauermonats Muharram das Begräbnis stattfinden. Die offizielle Beisetzung des getöteten religiösen und politischen Oberhaupts ist für den 9. Juli in Chameneis Geburtsstadt Maschhad im Nordosten Irans geplant.
Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna sollen bereits am 4. und 5. Juli Millionen Menschen in Teheran sowie am 6. Juli in der schiitischen Pilgerstadt Ghom Abschied von dem Ajatollah nehmen.
Chamenei wurde Ende Februar 2026 im Alter von 86 Jahren bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet. Er war seit 1989 der oberste Führer und Religionsführer der Islamischen Republik.
Chameneis Bestattung war ursprünglich deutlich früher geplant, wurde jedoch mehrfach aus Sicherheitsgründen verschoben. Unklar ist zudem, ob sein Sohn und Nachfolger Modschtaba an der Beisetzung teilnehmen wird. Er war eine Woche nach der Tötung seines Vaters bei den US-israelischen Angriffen auf Teheran zu dessen Nachfolger ernannt worden. Seitdem ist er jedoch nicht öffentlich aufgetreten.
Israel ordnet Evakuierung von 24 Orten in Südlibanon an
Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben. Wer sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr. Wie viele Menschen von der Evakuierung betroffen sind, war zunächst unklar.
Pakistan: Friedensabkommen näher als nie zuvor
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag ein erstes Rahmenabkommen in Aussicht gestellt, dass vielleicht noch an diesem Wochenende unterzeichnet werden könne. Noch haben Iran und die USA aber keine Einigung bestätigt.
