News zu Iran: USA stellen Iran Milliardenhilfen in Aussicht – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Von der Leyen: Kein einfaches Ende der Iran-Sanktionen
Verteidigungsminister: Israel zieht sich nicht aus Libanon zurück – trotz Abkommen
Berichte: Teheran erwägt Gebühren für Schiffe nach 60 Tagen
Iran: Rahmenabkommen unter Führung von Chamenei finalisiert
Bericht: Trump droht Iran mit erneuten Angriffen, falls Verhandlungen scheitern
USA stellen Iran Milliardenhilfen in Aussicht
Zugleich betonte er, dass es nicht darum gehe, Iran für seine Teilnahme an den Verhandlungen zu belohnen. Teheran müsse zunächst beweisen, dass es dauerhaft auf den Erwerb von Atomwaffen verzichte und keine Aktivitäten verfolge, die eine Wiedereinführung von Sanktionen auslösen könnten. Zudem dürften freigegebene Mittel nicht zur Unterstützung von Terrorismus oder zur Destabilisierung der Region verwendet werden. US-Vizepräsident J. D. Vance sagte dem US-Sender CBS, dass der Fonds von den Golfstaaten mitfinanziert werden solle.
Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und Iran am Sonntag auf das Rahmenabkommen für ein Ende des Krieges verständigt, über dessen Inhalt noch nicht viel bekannt ist. Viele Stimmen bewerteten den Deal als Zwischenschritt in einem diplomatischen Prozess mit noch vielen Hürden. US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen nach eigenen Angaben am Sonntag elektronisch unterschrieben.
Ein Abzug Israels aus Libanon ist US-Angaben zufolge keine Bedingung für das Abkommen. Israel habe weiterhin das Recht, sich gegen Angriffe der Hisbollah-Miliz zu verteidigen.
Vance: US-Truppen bei Kontrolle iranischer Nuklearbestände möglich
Die USA hätten bereits mit Iran darüber gesprochen, wie der Vorrat an angereichertem Uran zerstört werden könne, sagte Vance. Washington wolle dabei mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Teheran zusammenarbeiten, sagte Vance. Offen sei noch, welche Rolle die Vereinigten Staaten letztlich übernehmen werde. Die technischen Details sollen bei Gesprächen am Freitag geklärt werden. „Ob wir eine Beobachterrolle übernehmen oder eine aktivere Rolle spielen, das sind die Fragen, die wir in den technischen Gesprächen klären werden“, sagte Vance.
Berichte, wonach Teheran beim Erreichen bestimmter Ziele 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen Geldern erhalten solle, wies er zurück. Diese Summe tauche „in keinem der Texte“ auf.
Libanon: Ein Toter nach israelischem Drohnenangriff im Süden
Bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Auto im Süden Libanons wird der Fahrer des Fahrzeugs getötet. Das berichten libanesische Sicherheitskreise und staatliche Medien. Es ist der erste gemeldete tödliche israelische Angriff in Libanon seit der Bekanntgabe der Grundsatzeinigung zwischen den USA und Iran auf ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung ihres Krieges.
Von der Leyen: Kein einfaches Ende der Iran-Sanktionen
Von der Leyen antwortete mit den Äußerungen auf die Frage, wie sie nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs zu möglichen Sanktionsaufhebungen steht. Sie ergänzte, Sanktionen würden verhängt, um Verhaltensänderungen herbeizuführen. Wenn sich das Verhalten glaubwürdig und nachhaltig ändere, könnten sie aufgehoben werden. Umgekehrt gelte jedoch ebenfalls: „Solange es keine Verhaltensänderung gibt, können Sanktionen nicht aufgehoben werden.“
Von der Leyen erklärte dazu allerdings, dass die EU wegen Menschenrechtsverletzungen und wegen der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen Sanktionen gegen Iran verhängt habe. Demnach könnten Wirtschaftssanktionen wegen iranischer Nuklearaktivitäten unabhängig von den Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen aufgehoben werden.
Verteidigungsminister: Israel zieht sich nicht aus Libanon zurück – trotz Abkommen
Libanon meldet am Morgen erneute israelische Angriffe. Israel habe unter anderem die Umgebung der Stadt Nabatija angegriffen, berichtete die Staatsagentur NNA. Bei einem Drohnenangriff habe es mehrere Verletzte gegeben. Augenzeugen berichteten ebenfalls von neuen israelischen Angriffen im Raum der strategisch wichtigen Stadt. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen in Südlibanon mit Artillerie und Drohnen durch die Nacht und bis in die Morgenstunden mit einer vorübergehenden Pause. Der Beschuss und die Drohnenangriffe gingen demnach am Morgen aber weiter.
Ein sofortiges und dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen auch in Libanon ist allerdings laut Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi Teil des zwischen den USA und Iran ausgehandelten Abkommens. Das geht auch aus einer Mitteilung der mit Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah hervor. Die Verhandlungsführung der iranischen Seite wird darin überschwänglich gelobt. Gleichzeitig heißt es, man halte fest an dem „legitimen und unveräußerlichen Recht Libanons, sein Land, seine Menschen und Souveränität zu verteidigen, bis ein vollständiger Abzug erreicht ist und die Gefangenen zurückgekehrt sind“.
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte auf X, das Abkommen mit Iran sei schlecht für Israel und die gesamte freie Welt. Israel müsse „die Kampagne zum Sturz des Regimes“ in Iran selbst und auf kreative Weise fortsetzen und dafür sorgen, dass Iran niemals Atomwaffen besitze. Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir erklärte auf X: „Wir sind keine Partner dieses Abkommens, das unsere Sicherheit nicht gewährleistet und für uns keinerlei bindende Wirkung hat.“ Israel dürfe sich mit nichts weniger als der Auflösung der libanesischen Hisbollah zufriedengeben.
Trump: Schiffe bewegen sich aus Straße von Hormus heraus
Trump hatte davor betont, dass die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge erst nach der formellen Unterzeichnung des Iran-Abkommens am Freitag geöffnet werden soll. Grund dafür seien nötige Arbeiten zur Minenräumung, hatte er auf Truth Social mitgeteilt.
Macron will schnelle Minenräumung in Straße von Hormus
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran auf einen schnellen Start einer internationalen Militärmission in der Straße von Hormus. „Wir werden zunächst alles tun, damit dieses Abkommen in Kraft tritt und die Straße von Hormus somit friedlich wieder geöffnet wird und der Schiffsverkehr wieder aufgenommen werden kann“, sagte Macron im Interview dem Sender TF1. „Wir sind vor Ort“, meinte Macron. „Wir sind bereit, sehr schnell zu handeln.“
„Wir sind bereit, sehr schnell zu handeln.“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
Unter der Führung von Frankreich und Großbritannien ist bereits seit längerem eine neutrale Marinemission geplant und vorbereitet worden, die nach einem Ende der Kampfhandlungen beginnen soll. Ziel ist das Räumen von Minen in der Meerenge und das Begleiten von Handelsschiffen für eine sichere Durchfahrt. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert, darunter auch Deutschland.
Berichte: Teheran erwägt Gebühren für Schiffe nach 60 Tagen
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai wiederholte bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz die Darstellung, Iran werde eine Art Maut für Navigationsdienstleistungen und Umweltschutzmaßnahmen erheben. In der Vergangenheit hatte die Islamische Republik mit dem Oman über einen Mechanismus zur Durchfahrt gesprochen und eine neue Behörde zur Regelung des Verkehrs dort eingerichtet.
Entsprechende Gebühren würden gegen internationales Seerecht verstoßen. Die Berichte in iranischen Medien könnten auch zur Besänftigung der Hardliner-Fraktionen in der iranischen Politik gedacht sein. Diese hatten zuletzt gegen einen Verhandlungsfrieden protestiert. Zudem erlaubt dieser neuerliche Aspekt Iran, den Druck in weiteren Verhandlungen aufrecht zuhalten.
Iran: Rahmenabkommen unter Führung von Chamenei finalisiert
Das Rahmenabkommen umfasse ein sofortiges Kriegsende an allen Fronten, einschließlich Libanon. Dies gelte sofort und dauerhaft. Zudem werde die US-Seeblockade sofort und vollständig aufgehoben, hieß es weiter. Von Zugeständnissen der iranischen Seite war in dem Schreiben keine Rede.
Der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut Tasnim, die iranischen Verpflichtungen des Abkommens würden erst nach einer Unterzeichnung am Freitag in Kraft treten. In einem weiteren Tasnim-Bericht war unter Berufung auf namentlich nicht genannte Quellen von einer Öffnung der Straße von Hormus nach einer Unterzeichnung des Rahmenabkommens die Rede.
Ölpreise fallen nach Einigung zwischen USA und Iran deutlich
Seit der Schließung der Meerenge, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung fließt, fehlen dem Weltmarkt Millionen Barrel Öl und Gas. Der Chefmarktanalyst von KCM Trade, Tim Waterer, sagt, die geopolitische Risikoprämie im Ölpreis werde nun „recht aggressiv abgebaut“, da Händler die Aussicht auf wiederhergestellte Ölströme einpreisten.
Die Einigung treibt auch die Börsen in Asien an. Die Leitindizes der Börsen in Japan und Südkorea haben deutlich zugelegt. Der japanische Nikkei 225 legte in den zwei Stunden nach Handelsstart um 5,3 Prozent zu, der südkoreanische Kospi stieg zum selben Zeitpunkt um fünf Prozent. Auch in China und Hongkong gingen die Kurse nach oben.
Bericht: Trump droht Iran mit erneuten Angriffen, falls Verhandlungen scheitern
US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefonat mit der New York Times erklärt, das Abkommen mit Iran werde sicherstellen, dass die Straße von Hormus „dauerhaft mautfrei“ bleibe. Zugleich erklärt er, bei einem Scheitern eines endgültigen Atomabkommens mit Teheran werde er militärische Angriffe wieder aufnehmen oder die USA gegen 20 Prozent der Einnahmen zum „Beschützer des Nahen Ostens“ machen. Am Freitag sollen Gespräche über ein endgültiges Abkommen am Freitag in der Schweiz beginnen.
Trump lobt Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin für ihre Hilfe bei der Einigung. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu greift er hingegen an. Trump sagt: „Er ist ein sehr schwieriger Typ“, und fügt hinzu, Netanjahu solle den USA dankbar sein.
„Wenn Iran eine Atomwaffe hätte, würde Israel keine zwei Stunden weiter existieren.“
US-Präsident Donald Trump
Merz: Abkommen mit Iran muss „zielstrebig“ umgesetzt werden
Zudem dürfe es keine weiteren Angriffe gegen Israel und andere Nachbarn in der Region geben. Merz gratuliert beiden Seiten zu einem „diplomatischen Durchbruch“ und erklärt, das Abkommen könne den Weg zu einer Erholung der Weltwirtschaft und zu einer Stabilisierung des Nahen Ostens ebnen.
Die E4-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien begrüßen ebenfalls den Schritt zu einem Frieden. In einer gemeinsamen Erklärung der vier Länder heißt es, Iran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Die Staaten erklären sich bereit, Sanktionen aufzuheben, wenn Teheran klare und überprüfbare Schritte bei seinem Atomprogramm unternimmt. Außerdem bekräftigen sie ihre Unterstützung für die territoriale Unversehrtheit Libanons.
Letztlich seien die europäischen Staaten „entschlossen“, die Öffnung der Straße von Hormus zu unterstützen. Das umfasse auch „eine rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission, um die Handelsschifffahrt zu ermutigen und Minenräumung durchzuführen“.
Straße von Hormus soll erst am Freitag geöffnet werden
Zunächst schrieb Präsident Trump via Truth Social, die Öltanker sollen schon mal ihre Motoren starten. Minuten später rudert er zurück: Die USA müsse zunächst Minen aus der Meerenge entfernen. Laut Trump soll die Route erst kommenden Freitag nach formeller Unterzeichnung des Abkommens geöffnet werden. Die iranische Nachrichtenagentur Tasmin bestätigt dies.
Als Teil des Abkommens sollen laut iranischen Berichten außerdem Sanktionen gegen iranische Ölverkäufe ausgesetzt werden. Eingefrorene iranische Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar sollen freigegeben werden. 60 Tage wollen beide Seiten über Nuklearfragen und eine vollständige Aufhebung der Sanktionen verhandeln. Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen sollen demnach nicht Teil der Gespräche sein.
Zudem müssen die USA und ihre Verbündeten Wiederaufbaupläne für Iran mit einem Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen soll laut Bericht durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates gebilligt werden.
Iran: Friedensabkommen soll auch für Libanon gelten – wie reagiert Israel?
In den vergangenen Stunden geriet der Deal beinahe erneut ins Wanken, nachdem sich Israel und die libanesische Hisbollah gegenseitig beschossen haben. Auf eine Hisbollah-Attacke im Norden Israels folgte ein israelischer Gegenangriff bei Beirut. Trump mahnte daraufhin Israel und forderte alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Israel hatte am Wochenende erklärt, es sei an einem Abkommen zwischen den USA und Iran nicht beteiligt. Der Sender Fox News zitierte einen an den Gesprächen beteiligten Diplomaten mit der Einschätzung, Israel versuche, die Bemühungen um eine Einigung zu sabotieren.
Iran fordert nun einen israelischen Rückzug aus dem Südlibanon. Sonst behalte man sich offen, mit Vergeltungsschlägen zu reagieren. Dies beziehe sich auf den israelischen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut, erklärt der iranische Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi.
USA und Iran vereinbaren Friedensabkommen
Kurz nach dem Vermittler Pakistan bestätigte US-Präsident Donald Trump die Einigung auf ein Abkommen mit Iran. Er genehmige hiermit die Öffnung der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen an, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. „Schiffe der Welt, startet eure Motoren! Lasst das Öl fließen!“
Um Mitternacht deutscher Zeit kündigt auch Iran ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Krieges und der Militäreinsätze an verschiedenen Fronten an. Das gelte auch für Libanon, erklärt der iranische Vize-Außenminister. Zudem beginne die Aufhebung der US-Seeblockade gegen die Islamische Republik, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim. Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sollen in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden, erklärt er weiter. Sollte die Gegenseite gegen Vereinbarungen verstoßen, werde Iran eigene Maßnahmen ergreifen.

