News zu Iran: Spritpreise sinken fast auf Vorkriegsniveau – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Iran: Weitere Verhandlungen mit USA beginnen am Freitag
Vance kündigt Rückkehr internationaler Atominspekteure nach Iran an
Hisbollah greift israelische Soldaten in Südlibanon an
Netanjahu: Israelische Truppen bleiben vorerst in Libanon
USA stellen Iran Milliardenhilfen in Aussicht
Spritpreise in Deutschland nähern sich dem Vorkriegsniveau an
Damit war Diesel am Montag nur noch sieben Cent pro Liter teurer als am letzten Tag vor Kriegsbeginn, E10 um neun Cent. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern sind das 3,50 beziehungsweise 4,50 Euro. In der Spitze hatte Diesel sich in der Krise um mehr als 70 Cent pro Liter verteuert, E10 um mehr als 40 Cent.
Auch am Dienstagmorgen ging es weiter nach unten, der Tagesschnitt steht aber noch nicht fest. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel ist Sprit am Vormittag typischerweise eher billig. Mittags machen die Preise dann einen starken Sprung nach oben und werden im Verlauf des Nachmittags wieder günstiger.
Zuletzt sind die Ölpreise deutlich gesunken. Dass die Spritpreise inzwischen wieder ihren Vorkriegsniveaus nahe kommen, liegt aber auch am Tankrabatt der Bundesregierung, der die Steuern pro Liter um 16,7 Cent gesenkt hat. Er gilt nur noch bis zum Ende des Monats und soll nicht verlängert werden. Dann drohen Autofahrern wieder höhere Preise.
Iran: Weitere Verhandlungen mit USA beginnen am Freitag
Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten in Libanon mit ein, sagte Araghtschi demnach weiter. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.
Die USA und Iran hatten sich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs geeinigt und nach US-Angaben bereits digital unterzeichnet. Am Freitag sollen hochrangige Vertreter der beiden Länder Medienberichten zufolge in Genf persönlich aufeinandertreffen. Zunächst habe man sich auf eine Beendigung des Kriegs, die Öffnung der Straße von Hormus, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und den Wiederaufbau konzentriert, sagte Araghtschi den Angaben entsprechend zudem in Teheran.
Die 60-Tage-Frist gilt als knapp zur Verhandlung eines umfassenden Abkommens zu Irans Atomprogramm. Ähnliche Gespräche über das bisher letzte große Abkommen mit Iran, dem in Wien geschlossenen Atomdeal von 2015, dauerten fast zwei Jahre.
Erste iranische Schiffe passieren US-Blockade
Auch der Dienst Tanker Trackers meldete auf X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener Tanker habe die Blockadelinie der US-Marine durchbrochen. Weitere Tanker befänden sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen. Somit scheint sich US-Präsident Donald Trump bisher an sein Versprechen zu halten, die Blockade iranischer Häfen umgehend zu lockern. Das Regime in Teheran will im Gegenzug am Freitag die Straße von Hormus vollständig öffnen.
Vance kündigt Rückkehr internationaler Atominspekteure nach Iran an
Ein Kernbestandteil der Vereinbarung sei, dass die Internationale Atomenergiebehörde und die USA Iran dabei helfen würden, seine Bestände an hochangereichertem Uran zu vernichten. Das sei in der bereits vereinbarten Absichtserklärung zwischen Washington und Teheran klar festgeschrieben, erklärte er.
Zugleich bezeichnete Vance das Abkommen bei CNN als „ein sehr allgemeines Dokument“. Die Absichtserklärung sei nur etwa eineinhalb Seiten lang. Bei einer Reihe von Themen müssten die Details erst in der Phase der technischen Verhandlungen geklärt werden, sagte er.
Hisbollah greift israelische Soldaten in Südlibanon an
Das israelische Militär fängt nach eigenen Angaben zahlreiche von der Hisbollah-Miliz abgefeuerte Raketen in Südlibanon ab. Berichte über Verletzte gibt es den Angaben zufolge nicht. Die Hisbollah habe zudem eine Panzerabwehrrakete und mehrere Mörsergranaten auf israelische Soldaten in der Region abgefeuert. Die Hisbollah erklärt ihrerseits, sie nehme israelische Truppen in der Region mit Raketensalven und Artillerie unter Beschuss. Die Kämpfe dauern an.
Wadephul: Deutsche Beteiligung an Minenräumung nur bei klaren Voraussetzungen
„Dann brauchen wir entsprechende rechtliche Grundlagen, völkerrechtliche Grundlagen und Grundlagen, die sich aus dem deutschen Recht ergeben. Und dann werden wir den Bundestag damit befassen“, erklärte Wadephul mit Blick auf ein entsprechendes Mandat des Parlaments. „Wir sind darauf vorbereitet. Wir sind dazu bereit.“ Aber der Außenminister schränkte ein: „Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen mir noch die Voraussetzungen dafür, dass ich sagen kann, ein Mandat steht unmittelbar bevor.“
Netanjahu: Israelische Truppen bleiben vorerst in Libanon
Mit Blick auf das Abkommen zwischen den USA und Iran betonte Netanjahu, dass die Islamische Republik weder mit noch ohne eine Vereinbarung in den Besitz von Atomwaffen gelangen werde. Zudem räumte er ein, dass er und US-Präsident Donald Trump zwar Partner, manchmal aber nicht einer Meinung seien. Trump hatte Netanjahu aufgefordert, Angriffe auf Libanon einzustellen, um die Verhandlungen mit Iran nicht zu gefährden.
Nach der Grundsatz-Einigung zwischen den USA und Iran hat die Gewalt in Libanon UN-Angaben zufolge zunächst nachgelassen. „Von Mitternacht bis 16 Uhr Ortszeit beobachtete die UN-Mission Unifil nach eigenen Angaben einen Rückgang der Gewalt und des Schusswechsels“, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres in New York.
USA stellen Iran Milliardenhilfen in Aussicht
Zugleich betonte er, dass es nicht darum gehe, Iran für seine Teilnahme an den Verhandlungen zu belohnen. Teheran müsse zunächst beweisen, dass es dauerhaft auf den Erwerb von Atomwaffen verzichte und keine Aktivitäten verfolge, die eine Wiedereinführung von Sanktionen auslösen könnten. Zudem dürften freigegebene Mittel nicht zur Unterstützung von Terrorismus oder zur Destabilisierung der Region verwendet werden. US-Vizepräsident J. D. Vance sagte dem US-Sender CBS, dass der Fonds von den Golfstaaten mitfinanziert werden solle.
Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und Iran am Sonntag auf das Rahmenabkommen für ein Ende des Krieges verständigt, über dessen Inhalt noch nicht viel bekannt ist. Viele Stimmen bewerteten den Deal als Zwischenschritt in einem diplomatischen Prozess mit noch vielen Hürden. US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen nach eigenen Angaben am Sonntag elektronisch unterschrieben.
Ein Abzug Israels aus Libanon ist US-Angaben zufolge keine Bedingung für das Abkommen. Israel habe weiterhin das Recht, sich gegen Angriffe der Hisbollah-Miliz zu verteidigen.
Vance: US-Truppen bei Kontrolle iranischer Nuklearbestände möglich
Die USA hätten bereits mit Iran darüber gesprochen, wie der Vorrat an angereichertem Uran zerstört werden könne, sagte Vance. Washington wolle dabei mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und Teheran zusammenarbeiten, sagte Vance. Offen sei noch, welche Rolle die Vereinigten Staaten letztlich übernehmen werde. Die technischen Details sollen bei Gesprächen am Freitag geklärt werden. „Ob wir eine Beobachterrolle übernehmen oder eine aktivere Rolle spielen, das sind die Fragen, die wir in den technischen Gesprächen klären werden“, sagte Vance.
Berichte, wonach Teheran beim Erreichen bestimmter Ziele 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen Geldern erhalten solle, wies er zurück. Diese Summe tauche „in keinem der Texte“ auf.
Libanon: Ein Toter nach israelischem Drohnenangriff im Süden
Bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Auto im Süden Libanons wird der Fahrer des Fahrzeugs getötet. Das berichten libanesische Sicherheitskreise und staatliche Medien. Es ist der erste gemeldete tödliche israelische Angriff in Libanon seit der Bekanntgabe der Grundsatzeinigung zwischen den USA und Iran auf ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung ihres Krieges.
Von der Leyen: Kein einfaches Ende der Iran-Sanktionen
Von der Leyen antwortete mit den Äußerungen auf die Frage, wie sie nach der Einigung auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs zu möglichen Sanktionsaufhebungen steht. Sie ergänzte, Sanktionen würden verhängt, um Verhaltensänderungen herbeizuführen. Wenn sich das Verhalten glaubwürdig und nachhaltig ändere, könnten sie aufgehoben werden. Umgekehrt gelte jedoch ebenfalls: „Solange es keine Verhaltensänderung gibt, können Sanktionen nicht aufgehoben werden.“
Von der Leyen erklärte dazu allerdings, dass die EU wegen Menschenrechtsverletzungen und wegen der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen Sanktionen gegen Iran verhängt habe. Demnach könnten Wirtschaftssanktionen wegen iranischer Nuklearaktivitäten unabhängig von den Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen aufgehoben werden.
Verteidigungsminister: Israel zieht sich nicht aus Libanon zurück – trotz Abkommen
Libanon meldet am Morgen erneute israelische Angriffe. Israel habe unter anderem die Umgebung der Stadt Nabatija angegriffen, berichtete die Staatsagentur NNA. Bei einem Drohnenangriff habe es mehrere Verletzte gegeben. Augenzeugen berichteten ebenfalls von neuen israelischen Angriffen im Raum der strategisch wichtigen Stadt. Libanesische Sicherheitskreise berichteten von Angriffen in Südlibanon mit Artillerie und Drohnen durch die Nacht und bis in die Morgenstunden mit einer vorübergehenden Pause. Der Beschuss und die Drohnenangriffe gingen demnach am Morgen aber weiter.
Ein sofortiges und dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen auch in Libanon ist allerdings laut Irans Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi Teil des zwischen den USA und Iran ausgehandelten Abkommens. Das geht auch aus einer Mitteilung der mit Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah hervor. Die Verhandlungsführung der iranischen Seite wird darin überschwänglich gelobt. Gleichzeitig heißt es, man halte fest an dem „legitimen und unveräußerlichen Recht Libanons, sein Land, seine Menschen und Souveränität zu verteidigen, bis ein vollständiger Abzug erreicht ist und die Gefangenen zurückgekehrt sind“.
Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte auf X, das Abkommen mit Iran sei schlecht für Israel und die gesamte freie Welt. Israel müsse „die Kampagne zum Sturz des Regimes“ in Iran selbst und auf kreative Weise fortsetzen und dafür sorgen, dass Iran niemals Atomwaffen besitze. Der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir erklärte auf X: „Wir sind keine Partner dieses Abkommens, das unsere Sicherheit nicht gewährleistet und für uns keinerlei bindende Wirkung hat.“ Israel dürfe sich mit nichts weniger als der Auflösung der libanesischen Hisbollah zufriedengeben.
Trump: Schiffe bewegen sich aus Straße von Hormus heraus
Trump hatte davor betont, dass die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge erst nach der formellen Unterzeichnung des Iran-Abkommens am Freitag geöffnet werden soll. Grund dafür seien nötige Arbeiten zur Minenräumung, hatte er auf Truth Social mitgeteilt.
Macron will schnelle Minenräumung in Straße von Hormus
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron setzt nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran auf einen schnellen Start einer internationalen Militärmission in der Straße von Hormus. „Wir werden zunächst alles tun, damit dieses Abkommen in Kraft tritt und die Straße von Hormus somit friedlich wieder geöffnet wird und der Schiffsverkehr wieder aufgenommen werden kann“, sagte Macron im Interview dem Sender TF1. „Wir sind vor Ort“, meinte Macron. „Wir sind bereit, sehr schnell zu handeln.“
„Wir sind bereit, sehr schnell zu handeln.“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
Unter der Führung von Frankreich und Großbritannien ist bereits seit längerem eine neutrale Marinemission geplant und vorbereitet worden, die nach einem Ende der Kampfhandlungen beginnen soll. Ziel ist das Räumen von Minen in der Meerenge und das Begleiten von Handelsschiffen für eine sichere Durchfahrt. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert, darunter auch Deutschland.
Berichte: Teheran erwägt Gebühren für Schiffe nach 60 Tagen
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai wiederholte bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz die Darstellung, Iran werde eine Art Maut für Navigationsdienstleistungen und Umweltschutzmaßnahmen erheben. In der Vergangenheit hatte die Islamische Republik mit dem Oman über einen Mechanismus zur Durchfahrt gesprochen und eine neue Behörde zur Regelung des Verkehrs dort eingerichtet.
Entsprechende Gebühren würden gegen internationales Seerecht verstoßen. Die Berichte in iranischen Medien könnten auch zur Besänftigung der Hardliner-Fraktionen in der iranischen Politik gedacht sein. Diese hatten zuletzt gegen einen Verhandlungsfrieden protestiert. Zudem erlaubt dieser neuerliche Aspekt Iran, den Druck in weiteren Verhandlungen aufrecht zuhalten.

