Nach zehn Jahren Haft – NSU-Unterstützer Wohlleben entlassen


Der Tag bricht über der drahtbewährten Mauer der Justizvollzugsanstalt Burg an.

Stand: 20.05.2026 • 15:32 Uhr

Nach Jahren in Haft ist der NSU-Unterstützer Wohlleben aus dem Gefängnis entlassen worden. Der frühere NPD-Funktionär hatte der Terrorgruppe um Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt die Tatwaffe für ihre Morde besorgt.

Der Unterstützer der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), Ralf Wohlleben, ist wieder frei. Er habe seine Strafe voll verbüßt und sei am Morgen aus der Haft entlassen worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Wohlleben saß zuletzt im Hochsicherheitsgefängnis in Burg in Sachsen-Anhalt ein.

Im Juli 2018 war Wohlleben vom Oberlandesgericht München wegen Beihilfe zum Mord in neun Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Nach Auffassung des Gerichts hatte der frühere NPD-Funktionär der Terrorgruppe NSU um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Pistole besorgt, mit der diese bis 2006 deutschlandweit acht Männer türkischer Herkunft und einen griechischstämmigen Mann ermordet hatten.

Die Untersuchungshaftzeit vor dem Urteil sei angerechnet worden, so die Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft. Anfang 2023 wollte der heute 51-Jährige die Reststrafe auf Bewährung aussetzen lassen, das wurde vom Bundesgerichtshof in letzter Instanz abgelehnt.

„Schlechter Tag für die Sicherheit“

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss, Sprecherin der Linksfraktion für Antifaschismus und jahrelange Obfrau in den NSU-Untersuchungsausschüssen, sprach von einem schlechten Tag für die Sicherheit der Menschen, vor allem für Angehörige der Opfer der Terrorserie. Es sei davon auszugehen, dass Wohlleben in der Neonaziszene mit offenen Armen empfangen werde und dort erneut eine relevante Rolle einnehme, erklärte die Politikerin.



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