Nach Abstieg aus der Bundesliga: Totalumbruch beim VfL Wolfsburg


Fußball: SC Paderborn 07 gegen VfL Wolfsburg. Trainer Dieter Hecking (M, VfL Wolfsburg) steht auf dem Spielfeld

Dieter Hecking konnte den Wolfsburger Abstieg auch nicht mehr verhindern.

Quelle: dpa


In der sportlich dunkelsten Stunde der Vereinsgeschichte herrschte bei Dieter Hecking „große Enttäuschung“, Diego Benaglio fühlte sich „einfach nur leer“. Trainer, Verantwortliche, Spieler und Fans – sie alle befanden sich in Schockstarre, als der schmerzhafte Absturz des VfL Wolfsburg in die Zweitklassigkeit besiegelt war. Nach 29 Jahren in der Fußball-Bundesliga muss der Klub aus der Autostadt erstmals den bitteren Gang ins Unterhaus antreten – und steht vor einem Scherbenhaufen.

Wolfsburg mit hohen Ambitionen – und tiefem Fall

„Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden“, sagte Aufsichtsratsmitglied Benaglio nach dem 1:2 (1:1, 1:1) nach Verlängerung beim SC Paderborn. „Ich glaube, wir haben alles reingeworfen. Über 100 Minuten mit einem Mann weniger war es nicht einfach“, erklärte der ehemalige VfL-Keeper: „Aber wenn am Schluss ein Abstieg da ist, fühlt sich das brutal an.“

Bejubelt seinen Siegtreffer: Außenverteidiger Laurin Curda

Der SC Paderborn ist zurück in der Bundesliga. Gegen den VfL Wolfsburg gewannen die Westfalen das Relegations-Rückspiel in der Verlängerung.

26.05.2026 | 11:52 min


Mit hohen Ambitionen und Europacup-Träumen war Wolfsburg in die Saison gestartet, nur um am Ende umso tiefer zu fallen. Die Niederlage am Montagabend im Relegations-Rückspiel, das der VfL nach der frühen Gelb-Roten Karte für Joakim Maehle (14.) in Unterzahl hatte bestreiten müssen, war der Tiefpunkt einer verkorksten Saison.

Zwei Trainer, Geschäftsführer und Sportdirektor mussten gehen

Auch Trainer Hecking musste „das alles erst einmal sacken lassen“. Erst im März hatte der Routinier seine Rettungsmission angetreten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der VfL bereits die Trainer Paul Simonis und Daniel Bauer verschlissen, zudem mussten Geschäftsführer Peter Christiansen und Sportdirektor Sebastian Schindzielorz, die den Kader zusammengestellt hatten, gehen.

Der Abstieg des VfL Wolfsburg ist das Ergebnis eines sportlichen Niedergangs, der sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Seit der erfolgreichen Zeit unter Oliver Glasner mit Platz vier in der Saison 2020/21 hinken die Niedersachsen den Erwartungen trotz millionenschwerer Unterstützung durch Volkswagen hinterher.

Marc Brackelmann (r.) im Zweikampf mit Yannick Gerhardt

Der VfL Wolfsburg hat im ersten Relegationsspiel gegen den SC Paderborn Vorteile, ein Tor gelingt aber nicht. Vor dem Rückspiel ist das Duell um den letzten Bundesligaplatz weiter komplett offen.

22.05.2026 | 6:37 min


VfL Wolfsburg: Alle Fragen offen

Das Worst-Case-Szenario konnte nun auch Hecking nicht verhindern. „Wenn man absteigt, tut es weh“, sagte der 61-Jährige. Doch ob er selbst, wie im vergangenen Jahr beim VfL Bochum, letztendlich den Gang nach unten auch antritt, war kurz nach Abpfiff noch offen.

Doch es ist bei weitem nicht die einzige Baustelle, die die Klubverantwortlichen in den kommenden Wochen beschäftigen wird. Der VfL braucht neben einem Trainer einen neuen Geschäftsführer und eine komplett neue Mannschaft. Und das in sehr kurzer Zeit, weil die neue Saison durch den Abstieg bereits Anfang August beginnt.

Der Kader, zusammengestellt für höhere Ziele, steht vor einem großen Umbruch. Laut kicker-Informationen haben zwar alle Spieler einen Vertrag für die zweite Liga, die Gehälter würden aber schrumpfen. Ob Christian Eriksen, Patrick Wimmer und andere Stars auch eine Klasse tiefer im VfL-Trikot auflaufen werden, ist schwer vorstellbar. Zudem muss der Neustart wohl mit weniger Geld aus der Kasse des Volkswagen-Konzerns, Hauptsponsor und Eigner des Klubs, finanziert werden.

Ecke Louis Oppie (FC St. Pauli, 23), Vinicius Souza (VfL Wolfsburg, 5), Konstantinos Koulierakis (VfL Wolfsburg, 4), Jackson Irvine (FC St. Pauli, 7) am 16.05.2026 in Hamburg.

Der VfL Wolfsburg hat sich gerettet – vorläufig. Mit dem 3:1-Sieg beim FC St. Pauli sichern sich die Wölfe den Relegationsplatz und schießen die Hamburger in die Zweite Liga.

18.05.2026 | 10:24 min


Quelle: SID

Über das Thema berichtete das sportstudio am 26.05.2026 um 00:25 Uhr.



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