Mutmaßliche Amokfahrt: Verdächtiger soll Haftrichter vorgeführt werden
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Ein Auto ist am Montag in Leipzig in eine Menschengruppe gefahren. Es gibt zwei Tote und drei Schwerverletzte. Die Lage ist laut Polizei unter Kontrolle, der mutmaßliche Amokfahrer gefasst. Wegen der anhaltenden Ermittlungen gibt es in der Innenstadt weiter Einschränkungen. In Leipzig sind mehrere Andachten geplant – in Kirchen und in der Aula der Uni.
13:45 Uhr | Freistaat ordnet Trauerbeflaggung
Zum Gedenken an die Opfer der gestrigen Amokfahrt in Leipzig hat der Freistaat Sachsen Trauerbeflaggung auf Halbmast angeordnet. Die Trauerbeflaggung wird demnach heute an allen Gebäuden von Behörden und Dienststellen des Freistaates umgesetzt.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte: „Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Opfer.“ Den Verletzten wünscht der Regierungschef schnelle Genesung.
13:40 Uhr | Leipziger sind noch immer erschüttert von der Amokfahrt
Viele Menschen in Leipzig sind noch immer erschüttert von der tödlichen Amokfahrt gestern. MDR SACHSEN hat sich umgehört.
13:20 Uhr | Hunderte Studenten gedenken im Paulinum der Opfer
Im Paulinum haben hunderte Studenten der Opfer der Amokfahrt gedacht. Nach Reporterangaben war es ein stilles Gedenken mit leiser Orgelmusik, Schweigen und Worten der Rektorin Eva Ines Obergfell: „Wir sind eine starke Gemeinschaft. Wir halten zueinander. Auch wenn wir verstört sind. Wir hören zu.“ Es seien auch Angehörige von Verletzten im Paulinum gewesen und hätten Blumen abgelegt.
Wir sind eine starke Gemeinschaft. Wir halten zueinander. Auch wenn wir verstört sind. Wir hören zu.
Eva Ines Obergfell | Rektorin der Universität Leipzig
Viele Menschen waren ins Paulinum gekommen, um der Opfer der Amokfahrt zu gedenken.
13:10 Uhr | Ökumenischer Gedenkgottesdienst in der Leipziger Nikolaikirche
Nach der mutmaßlichen Amokfahrt in Leipzig haben Vertreter der Kirchen mit Betroffenheit reagiert. In einem Gottesdienst soll am Dienstag der Opfer und deren Angehörigen gedacht werden. Der MDR überträgt live.
12:31 Uhr | Sportvereine der Messestadt drücken ihre Anteilnahme aus
Nach der Amokfahrt haben Leipziger Sportvereine bestürzt reagiert und ihr Mitgefühl bekundet. Neben Fußball-Bundesligist RB Leipzig reagierten auch die Regionalligisten Lok Leipzig und Chemie Leipzig, die Handball-Vereine SC DHfK Leipzig und HC Leipzig sowie Eishockey-Oberligist Ice-Fighters Leipzig erschüttert auf den Vorfall. In einer solchen Situation rückten Sport, Wettstreit und Abstiegskampf in den Hintergrund, erklärten etwa die Handballer vom SC DHfK.
12:17 Uhr | Mutmaßlicher Amokfahrer war freiwillig in Psychiatrie
Der mutmaßliche Amokfahrer, der gestern in Leipzig in eine Einkaufsstraße gefahren ist, hat sich zuvor auf eigenen Wunsch hin in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen. Das sächsische Sozialministerium teilte auf Anfrage von MDR SACHSEN mit, er sei Ende April entlassen worden. „Während der Zeit dieses Aufenthalts in der Klinik bestand keine Eigen- oder Fremdgefährdung.“ Es hätten damit „keine medizinischen Gründe“ vorgelegen, „den Patienten (…) am Verlassen der Klinik zu hindern und damit gegen seinen Willen festzuhalten“.
12:11 Uhr | Der Tag nach der Amokfahrt – ein Zwischenbericht
11:31 Uhr | Polizei sucht nach Spuren in der Grimmaischen Straße
Die Polizei setzt die Spurensuche rund um den Tatort der Amokfahrt heute fort. Akribisch wird die Grimmaische Straße abgesucht.
Die Spurensuche in der Grimmaischen Straße läuft unter Hochdruck.
11:10 Uhr | Augenzeugin fühlt sich an Anschlag in früherer Heimat erinnert
Eine Augenzeugin der Amokfahrt fühlt sich an einen Anschlag in ihrer früheren Heimat erinnert. Tatiana Behrens war am Montag in der Leipziger Innenstadt unterwegs. „Als Studentin in Tschetschenien saß ich in der S-Bahn. Eine Selbstmordattentäterin kam rein und hat den ersten Waggon gesprengt.“ Zwei Freundinnen seien dabei gestorben. Sie selbst war im letzten Wagen.
In Leipzig liege derzeit „Unsicherheit in der Luft“, sagt die Verkäuferin. Dass der Wochenmarkt geöffnet ist, sei gut. Das schaffe ein wenig Normalität.
Tatiana Behrens (re.) hat in Tschetschenien einen Terroranschlag erlebt. Die Amokfahrt in Leipzig hat die Verkäuferin an dieses Erlebnis erinnert.
11:00 Uhr | MDR Fernsehen überträgt Gottesdienst aus der Nikolaikirche
Um 17 Uhr überträgt das MDR Fernsehen den Gedenkgottesdienst aus der Nikolaikirche Leipzig live. Das folgende Programm bis zum „Sandmännchen“ kurz vor 19 Uhr werde entsprechend angepasst, teilte die Programmplanung mit.
10:40 Uhr | Gast-Pfarrer aus den USA mahnt zur Besonnenheit
Pastor Robert Moore, Pfarrer aus der Partnerstadt Houston und zurzeit in der Thomaskirche, hat die Kirchentüren um 8 Uhr geöffnet. In Texas habe es schon mehrere solcher Amokfahrten gegeben. „Das Wichtigste ist, dass wir ruhig bleiben und aufeinander aufpassen“, sagt der Geistliche. Menschen würden sehr unterschiedlich mit solchen Vorfällen umgehen.
Pastor Robert Moore ist in der Thomaskirche als Seelsorger für die Leipzigerinnen und Leipziger da.
„Deswegen müssen wir alle gut aufeinander aufpassen. Wir sollten die Tat aber auch nicht schlimmer machen, als sie schon ist.“ Die Toten seien schrecklich, dennoch rate er dazu, ruhig zu bleiben.
10:20 Uhr | Café-Mitarbeiterin wünscht sich Rückkehr zur Normalität
Laritza Carralero, Mitarbeiterin im Café Kandler, öffnet die Freisitze am Dienstag wie gewohnt. „Ich war gestern drinnen bedienen, plötzlich waren Leute zusammengelaufen, ich dachte erst an einen Unfall“, sagt die junge Frau. Einige ihrer Gäste seien den Verletzten zu Hilfe geeilt.
„Auf der Heimfahrt in der S-Bahn haben die Leute alle darüber geredet“, sagt die Kellnerin. Sie habe zwar nicht gut schlafen können, möchte nun aber zurück zur Normalität. „Es muss ja weitergehen.“ Sie empfinde die Stadt heute ruhiger, und die Leute liefen „irgendwie alle schneller“.
Laritza Carralero bedient auch einen Tag nach der Amokfahrt wieder Gäste in einem Café in der Innenstadt.
10:02 Uhr | Stadt will Sicherheitskonzept überprüfen
Die Stadt Leipzig will die Zufahrtsstelle prüfen, an der die Amokfahrt durch eine belebte Einkaufsmeile in der Innenstadt begonnen hat. Das sagte Stadt-Sprecher Matthias Hasberg. Das Auto des 33 Jahre alten Tatverdächtigen war am westlichen Ende der Fußgängerzone durch Poller gestoppt worden. Am östlichen Eingang der Grimmaischen Straße hatte der 33-Jährige offenbar ungehindert über den Augustusplatz in die Fußgängerzone einfahren können. Poller gibt es an dieser Stelle keine.
09:42 Uhr | Studenten beschreiben Stimmung als bedrückt
Studenten bezeichnen die Stimmung an der Uni am Morgen als bedrückt. Bereits am Vortag waren Aaron und Marc von Absperrungen betroffen. Viele Studierende seien verunsichert gewesen, sagt Marc. Am Dienstagmorgen sei die Innenstadt total leer gewesen. „Ich denke, viele sind in Schockstarre“, sagt der junge Mann.
Die Studenten Marc und Aaron empfinden die Stimmung an der Uni und in der Innenstadt als bedrückt.
09:07 Uhr | Polizei mit mobilen Ansprechpartnern am Augustusplatz
Am Augustusplatz ist die Polizei mit mobilen Betreuungskräften vor Ort. Sie stehen Opfern, Augenzeugen oder Menschen, die Ansprechpartner suchen, zur Verfügung. Das Angebot werde genutzt, hieß es von den Beamten.
Die Polizei ist mit Ansprechpartnern vor Ort.
08:44 Uhr | Wochenmarkt in Leipzig findet statt
Der Wochenmarkt am Alten Rathaus in Leipzig öffnet heute wie gewohnt. Das teilte das Marktamt mit. Der Zugang für Händler und Besucher sei von Norden möglich, hieß es.
Die Grimmaische Straße bleibt am Dienstag gesperrt, der Markt – im Hintergrund – wird aber wie gewohnt abgehalten. Die Stände sind aus nördlicher Richtung erreichbar.
08:35 Uhr | Branddirektor Schuh lobt Ersthelfer
Der Leipziger Branddirektor Axel Schuh hat die Ersthelfer nach der Amokfahrt gelobt. Medizinstudenten, Ärzte und weitere Augenzeugen des Vorfalls hätten sich sofort um Opfer gekümmert, bevor die medizinische Versorgung von alarmierten Rettungskräften übernommen wurde.
08:15 Uhr | Staatsanwaltschaft: Verletzte gingen nach Amokfahrt selbst zum Arzt
Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt ist die genaue Anzahl der Verletzten auch am Dienstag weiter unklar. „Das war gestern sehr schwierig. Viele Leute haben den Ort selbstständig verlassen und sich zum Arzt begeben“, sagte der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz. Zwei Menschen starben bei der Amokfahrt, drei Personen wurden mit schweren Verletzungen in Kliniken gebracht.
Das Tatfahrzeug wurde in der Nacht von der Polizei weggebracht.
08:05 Uhr | Täter soll kürzlich aus Psychiatrie entlassen worden sein
Der mutmaßliche Täter der Amokfahrt soll nach MDR-Informationen erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen worden sein. Die Ermittlungen zum Motiv dauern an. MDR-Reporterin Susann Blum berichtet vom Morgen nach der Amokfahrt aus der Leipziger Innenstadt.
07:00 Uhr | Kriseninterventionsteam Leipzig bietet weiter Hilfe an
Der Verein Kriseninterventionsteam Leipzig bietet nach der Amokfahrt allen Betroffenen Hilfe an und hat Information zusammengestellt. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter Tel. 0800/111 0 111 erreichbar und stellt bei Bedarf Kontakt zu Ansprechpartnern her.
06:51 Uhr | Uni Leipzig bietet öffentliche Gedenkandacht
Die Leipziger Uni-Leitung zeigte sich tief erschüttert über die Amokfahrt. „Wir laden die Mitglieder der Universität Leipzig sowie die Öffentlichkeit um 12:30 Uhr zu einer offenen Gedenkandacht ins Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli ein“, teilte die Uni mit.
Der reguläre Vorlesungsbetrieb finde statt, jedoch stehe es allen Studierenden und Lehrenden frei, daran teilzunehmen. Wenn Beschäftigte der Universität direkt betroffen sein sollten oder als Ersthelfenden vor Ort waren, können sie in den kommenden zwei Tagen der Arbeit fernbleiben, sofern dies für Ihre persönliche Stabilisierung erforderlich ist, so das Rektorat in einem Rundschreiben.
06:30 Uhr | ARD-Morgenmagazin berichtet live aus Leipzig
Das ARD-Morgenmagazin berichtet live vom Morgen nach der Amokfahrt in Leipzig. Reporterin Susann Blum ist vor Ort. Auch die MDR JUMP Guten Morgen Familie ist mit einer Reporterin live vor Ort und berichtet im Programm, spricht unter anderem mit Passantinnen und Passanten. Aktuelle Infos gibt es natürlich auch bei „Guten Morgen Sachsen“ im Sachsenradio.
06:15 Uhr | Mutmaßlicher Täter soll heute Haftrichter vorgeführt werden
Der mutmaßliche Amokfahrer soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Nach Angaben der Polizei sind insgesamt etwa 80 Menschen direkt von dem Ereignis betroffen. Wie viele von ihnen körperlich verletzt wurden, ist noch immer unklar.
Die Grimmaische Straße und der Marktplatz bleiben noch bis mindestens zum späten Dienstagnachmittag gesperrt, weil die Polizei dort Spuren sichert und weiter ermittelt, wie ein Sprecher mitteilte.
06:09 Uhr | Weiter geänderte Linienführung beim ÖPNV in der Innenstadt
Wegen des andauernden Polizeieinsatzes mit Sperrungen müssen sich Nutzende des ÖPNV weiter auf abweichende Linienführungen einstellen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe teilen online mit, die Straßenbahn-Linien 4, 7, 12 und 15 würden die Haltestelle Augustusplatz ersatzweise auf dem Georgiring beziehungsweise im Grimmaischen Steinweg bedienen.
Der Bus 89 fährt Richtung Connewitzer Kreuz ab Hauptbahnhof über Augustusplatz und W.-Leuschner-Platz zum Neuen Rathaus sowie Richtung Hauptbahnhof ab Thomaskirche über Goerdelerring. Die Haltestellen in der Innenstadt können nicht bedient werden.
In der Innenstadt kommt es auch am Dienstag zu Umleitungen von Bussen und Straßenbahnen wegen des andauernden Polizeieinsatzes.
06:00 Uhr | Kirchen bieten Raum zur Trauer
In und an den beiden Leipziger Innenstadtkirchen St. Nikolai und St. Thomas wird es ab heute Raum zum Trauern und Gedenken geben. Um 17 Uhr ist eine Ökumenische Gedenkandacht in der Nikolaikirche geplant. Beide Gotteshäuser stehen unweit des Tatortes.
In der Nähe des Tatorts haben Menschen in Gedenken an die Opfer Kerzen aufgestellt.
04.05. | Ticker über die Amokfahrt am Montag
MDR (kbe/cko/jru/wim/lam/kk/abe)/dpa
