Musk verliert Prozess gegen OpenAI-Chef
Der Techmilliardär Elon Musk hatte den OpenAI-Gründern eine falsche inhaltliche Ausrichtung des Unternehmens vorgeworfen. Die US-Jury in Oakland bezeichnet seine Vorwürfe jedoch als verjährt.
18.05.2026 | 0:46 min
Der US-Tech-Milliardär Elon Musk ist mit seiner Klage gegen die Führung des ChatGPT-Entwicklers OpenAI gescheitert. Geschworene in Kalifornien kamen zu dem Schluss, dass Musk erst nach Ablauf der Verjährungsfrist vor Gericht gezogen war. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers urteilte entsprechend.
Musk wirft ChatGPT-Gründern vor, nicht mehr wohltätig zu sein
Musk wollte unter anderem erreichen, dass OpenAI-Chef Sam Altman und Top-Manager Greg Brockman ihre Posten verlieren und die Struktur des KI-Entwicklers geändert wird.
Der Tech-Milliardär, ein früher Geldgeber von OpenAI, warf Altman und Brockman vor, sie hätten „eine wohltätige Organisation gestohlen“. Um diesen Vorwurf ging es zentral in dem mehrwöchigen Prozess im kalifornischen Oakland.
In einem anderen Verfahren hatte ein Gericht in San Francisco entschieden, dass Elon Musk vor dem Kauf von Twitter 2022 dessen Aktienkurs absichtlich gedrückt habe. Musk könnte verpflichtet werden, eine Wiedergutmachung zu zahlen.
21.03.2026 | 0:23 min
Verjährungsfrist für Musks Klage gegen OpenAI abgelaufen
Am Ende entscheidend war aber der Zeitpunkt von Musks Klage im Jahr 2024. Er hatte die Unterstützung von OpenAI bereits 2020 vollständig eingestellt – und konnte die Geschworenen nicht überzeugen, dass er erst später Verdacht über das Verhalten seiner einstigen Mitstreiter geschöpft habe. In Kalifornien verjähren solche Vorwürfe nach drei Jahren.
Die Geschworenen hatten in dem Verfahren zwar eigentlich nur eine beratende Rolle. Richterin Gonzalez Rogers hatte aber schon vorab angekündigt, dass sie deren Entscheidung zur Verjährungsfrist folgen werde. Entsprechend legten sich die Geschworenen auch gar nicht erst zum Kern von Musks Vorwürfen fest.
Anfang des Jahres hat OpenAI begonnen, testweise Werbung in ChatGPT einzublenden – zunächst nur in den USA. Hintergrund sind stark gestiegene Kosten des KI-Unternehmens.
12.02.2026 | 0:17 min
Für OpenAI stand viel auf dem Spiel
Ein Erfolg Musks hätte OpenAI bei der Finanzierung zurückwerfen und damit den Wettbewerb in der boomenden KI-Industrie umkrempeln können. Denn mit rund 700 Millionen Nutzern pro Woche ist ChatGPT ein führender Player, während Musks Konkurrenzsoftware Grok weniger populär ist.
Nach Berechnungen des Branchendienstes „The Information“ landen bei OpenAI und dem Rivalen Anthropic aktuell fast 90 Prozent der Erlöse der KI-Branche. Anthropic liege dabei leicht vorn.
Anthropic entwickelt mit „Claude Mythos“ eine KI, die unbekannte Softwarelücken aufdeckt. Doch genau diese Lücken könnte sie auch ausnutzen. Zu gefährlich für die Öffentlichkeit?
17.05.2026 | 3:13 min
Musk investierte Millionen in KI-Entwicklung
Musk war in der Anfangszeit ein wichtiger Geldgeber von OpenAI. Insgesamt trug er rund 38 Millionen Dollar zur Finanzierung bei. Bis Mitte 2017 unterstützte er die KI-Entwicklung mit etwa 25 Millionen Dollar an vierteljährlichen Zahlungen.
Bis 2020 übernahm er die Miete im Umfang von gut 12 Millionen Dollar. Ferner gab es vier Fahrzeuge des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla für Top-Mitarbeiter.
Tech-Milliardär Elon Musk fusioniert sein Raumfahrtunternehmen SpaceX mit seinem KI-Entwickler xAI. Gemeinsam sollen die Unternehmen unter anderem Rechenzentren im All bauen, wie Musk ankündigte.
03.02.2026 | 0:37 min
Streit um Doppelstruktur bei OpenAI
OpenAI besteht aus einem gemeinnützigen Kern und einer auf Gewinn ausgerichteten Firma, die ihm laut Satzung untergeordnet ist. Der Tech-Milliardär behauptete in seiner im August 2024 eingereichten Klage, er sei von Altman und Brockman hinters Licht geführt worden. Er habe das Geld ausdrücklich für die Entwicklung Künstlicher Intelligenz in einer Non-Profit-Struktur gespendet, argumentierten Musk und seine Anwälte.
Inzwischen stecke der Wert aber größtenteils in der gewinnorientierten Firma – und davon profitierten nun Altman, Brockman und der Großinvestor Microsoft. Sie hätten eine „gemeinnützige Organisation gestohlen“, sagte Musk mehrfach im Prozess.
Wie viel weiß KI wirklich über uns? Und wie viel geben wir ihr freiwillig preis? Harald Lesch diskutiert mit KI-Expert:innen über Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz.
18.09.2024 | 89:53 min
OpenAI: Firma wird weiterhin gemeinnützig geführt
OpenAI widerspricht und schrieb in einem öffentlichen Statement, Musks Klage sei „angetrieben von Eifersucht, dem Bedauern darüber, OpenAI verlassen zu haben, und dem Wunsch, ein konkurrierendes KI-Unternehmen zu behindern“. Musk habe 2017 „die vollständige Kontrolle über OpenAI“ verlangt und wollte es mit seinem Unternehmen Tesla verschmelzen.
Als wir seinen Bedingungen nicht zustimmen wollten, stieg er aus und sagte uns, wir hätten eine „nullprozentige Chance“ auf Erfolg.
OpenAI, öffentliches Statement
Der ChatGPT-Entwickler betonte, dass der Non-Profit-Kern weiterhin die Kontrolle habe. „OpenAI war schon immer und wird bis heute von einer gemeinnützigen Organisation geführt“, heißt es in dem Statement. Ohne eine zusätzliche auf Gewinn ausgerichtete Firma wäre es unmöglich gewesen, die nötigen Milliarden-Investitionen zu heben, argumentiert OpenAI.
Quelle: dpa, AP, Reuters
