Milliardenbetrug: Wer glaubt, Scams zu erkennen, ist längst noch nicht sicher



Daten von 4,3 Millionen Kreditkarten waren betroffen, ein Milliardenschaden konnte in quasi letzter Sekunde abgewendet werden: Als Ermittler im November 2025 ein internationales Betrugs- und Geldwäschenetzwerk mit mehr als 500 Scheinfirmen und 2000 Fake-Websites auffliegen ließen, sorgte das weltweit für Schlagzeilen. Dem einen oder anderen kamen damals sicher Gedanken wie: „Gott sei Dank hat es mich nicht getroffen“ oder „Mir wäre so etwas nie passiert“.

Nur die Spitze des Eisbergs

Angesichts der Ergebnisse der jüngsten europaweiten Umfrage zu Betrug der Organisation GASA muss man heute sagen, dass der eingangs erwähnte Kreditkartenbetrug mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur die Spitze des Eisbergs ist. Die organisierten Betrügerbanden haben technisch aufgerüstet. Nach Callcentern, Enkeltrick und vorgetäuschten Gewinnen bei todsicheren Investments setzen Kriminelle nun zunehmend auf Künstliche Intelligenz. So häuft sich aus Zehntausenden kleineren Betrugsfällen stetig ein Milliardenschaden an.

Eine beunruhigende Erkenntnis ist, dass immerhin 71 Prozent der Betroffenen meinen, die Kontrolle über die Situation zu haben – und dann trotzdem viele von ihnen Geld sehenden Auges an Kriminelle weiterreichen.

Betrugsvermeidung beruht häufig auf Instinkten und Gewohnheiten, es ist eine Aufgabe, der sich jeder selbst stellen muss. Doch es wäre gut, wenn auch Zahlungsdienstleister, Onlinehändler und Plattformen ihrer Verantwortung gerecht würden. Sie sollten noch mehr in die Betrugsaufklärung und Prävention investieren.



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