„Menschen-Safaris“ im Bosnien-Krieg: Österreich nimmt Ermittlungen gegen zwei Verdächtige auf


Blick auf Sarajevo.

„Dass Menschen offenbar dafür bezahlt haben sollen, gezielt auf Zivilistinnen und Zivilisten, sogar auf Kinder, zu schießen, ist kaum vorstellbar in seiner Grausamkeit.“ (Archivbild) (picture alliance / AP Photo)

In Italien und Bosnien-Herzegowina laufen bereits Ermittlungen. Als sogenannte Scharfschützen-Touristen haben zahlreiche Menschen, Zeugen zufolge, in den 90er Jahren aus sicherer Entfernung Jagd auf Zivilisten in den Straßen der damals belagerten Hauptstadt Sarajevo gemacht. Sie sollen bosnisch-serbischen Streitkräften hohe Summen gezahlt haben, damit diese ihnen die Kriegsverbrechen ermöglichten. Österreichs Ex-Justizministerin Zadic begrüßte die Ermittlungen. Dass Menschen offenbar dafür zahlten, gezielt auf Zivilisten, sogar auf Kinder, zu schießen, sei in seiner Grausamkeit kaum vorstellbar.

Nach Recherchen aus Slowenien und Italien hatten sich die Hinweise auf solche Taten verdichtet. Vor allem Miran Zupanic mit seinem Dokumentarfilm „Sarajevo Safari“ und der Journalist Ezio Gavazzeni trugen dazu bei. Weitere mutmaßliche Täter stammen demnach aus Italien, Frankreich, Belgien, der Schweiz oder Russland.

Zehntausende Tote und Verletzte im damals belagerten Sarajevo

Die vierjährige Belagerung Sarajevos durch die bosnischen Serben gehört zu den dramatischsten Ereignissen des Kriegs auf dem Balkan. Unter dem Dauerbeschuss von Heckenschützen und der serbischen Artillerie auf den umliegenden Hügeln wurden in der von der Außenwelt abgeschnittenen Stadt von April 1992 bis November 1995 etwa 11.500 Männer, Frauen und Kinder getötet und mehr als 50.000 Menschen verletzt.

Diese Nachricht wurde am 20.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



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