Mehrheit in Nordrhein-Westfalen für Olympia-Bewerbung


Die Hohenzollernbrücke in Köln leuchtet in den olympischen Farben

Stand: 20.04.2026 • 07:28 Uhr

Die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben sich mehrheitlich für eine Bewerbung der Region „Köln-Rhein-Ruhr“ für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ausgesprochen. Lediglich in Herten scheiterte der Bürgerentscheid.

Die Olympia-Macher in NRW haben bei den Bürgerentscheiden über eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele eine klare Mehrheit erzielt. In allen Städten stimmte eine Mehrheit für eine Kandidatur der Region „KölnRheinRuhr“ für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Nach Angaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Sonntagabend stimmten rund zwei Drittel für eine Bewerbung. „Ein richtig starkes Votum für Olympia aus Nordrhein-Westfalen. Ein ganz, ganz klares Ja von den Menschen aus Nordrhein-Westfalen. Es hat sich ausgezahlt, den Menschen zu vertrauen“, erklärte Wüst am Sonntagabend.

Wichtigste Stadt lange ohne Ergebnis

Bis in die Nacht zu Montag wurden die Stimmen der Bürgerentscheide um die Bewerbung von „KölnRheinRuhr“ ausgezählt. In 17 Städten konnten die Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen. Köln ist die sogenannte „Leading City“ der Bewerbung. Und ausgerechnet hier wurde es besonders spannend. Kurz nach 3 Uhr am Montagmorgen lag dann endlich das Ergebnis vor: 57,4 Prozent votierten für die Bewerbung.

Alle anderen 16 Städte hatten bereits Sonntagabend ihre Ergebnisse gemeldet: überall stimmten die Wahlberechtigten mehrheitlich für eine Teilnahme ihrer Kommune an der Olympia-Bewerbung. Auch in Herten sprachen sich mehr als 70 Prozent für eine Bewerbung aus, doch das erforderliche Quorum wurde hier verfehlt. Statt den notwendigen 15 Prozent stimmten nur 12,55 Prozent der Abstimmungsberechtigten zu. Damit fällt Herten, wo gemeinsam mit Recklinghausen Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, vollständig aus der NRW-Bewerbung heraus.

Mehr als 1,4 Millionen Menschen abgestimmt

Mehr als vier Millionen Wahlberechtigte waren aufgefordert, ihr Votum dafür per Briefwahl abzugeben. Nach Angaben der Landesregierung haben 1,4 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. „Das ist eine herausragende Zahl“, teilte Ministerpräsident Wüst mit. „Wir können davon ausgehen, dass die Menschen unserer Bewerbung mehrheitlich ihre Stimme gegeben haben.“

Die Zustimmungsquoten waren in allen ausgezählten Städten hoch: In Essen lag die Zustimmung bei 64,3 Prozent, in Düsseldorf bei 67,2 Prozent und in Mönchengladbach bei 74,5 Prozent.

Noch keine Entscheidung über Olympia in NRW

Das positive Ergebnis ist ein wichtiger Schritt – eine definitive Entscheidung über Olympische Spiele in NRW ist es jedoch nicht. Denn das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids legt nur fest, dass die Region „KölnRheinRuhr“ in das weitere Auswahlverfahren geht. Und das tut NRW offenbar mit breiter Unterstützung der Bevölkerung.

Kritiker warnen vor hohen Kosten

Befürworter sehen in den Olympischen und Paralympischen Spielen in NRW eine große Chance für die Region – für mehr Zusammenhalt, internationale Aufmerksamkeit und nachhaltige Impulse für Sport, Stadtentwicklung und Inklusion.

Kritiker warnen jedoch vor hohen Kosten. Die Durchführungskosten werden auf rund 4,8 Milliarden Euro geschätzt. Dem sollen prognostizierte Einnahmen von etwa 5,2 Milliarden Euro gegenüberstehen, etwa durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Medienrechte.

Auch andere Regionen im Rennen um Olympia

Am Sonntag wurde auch in Kiel darüber abgestimmt, ob sich die Stadt – gemeinsam mit einer anderen Region in Deutschland – für an einer Olympia-Bewerbung beteiligen soll. Auch hier fiel der Entscheid positiv aus. In Kiel könnten die Segelwettbewerbe – dazu zählen auch Kite- und Windsurfen – stattfinden. Weitere Sportarten wie Freiwasserschwimmen, Küstenrudern sowie Handball und Rugby wären ebenfalls denkbar. Wer der Kieler Partner bei einer Bewerbung wird, steht noch nicht fest.

Neben der Region „KölnRheinRuhr“ bewerben sich auch München, Hamburg und Berlin für eine Ausrichtung. In München gab es bereits ein positives Votum, in Hamburg steht die Abstimmung am 31. Mai an, in Berlin stimmt das Abgeordnetenhaus ab. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will am 26. September über den deutschen Kandidaten entscheiden. Eine endgültige Vergabe durch das IOC wird frühestens ab 2027 erwartet.

Laut dem Internationalen Olympischen Komitee gibt es allein für das Jahr 2036 eine „zweistellige“ Zahl von Interessenten. Unter anderem wollen sich die ungarische Hauptstadt Budapest und Doha in Katar dafür bewerben.

Sendung: WDR Fernsehen, Aktuelle Stunde, 19.04.2026, 18:45 Uhr



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