Marktbericht: Neue Rekorde für Börsen in Asien und den USA


Händler an der New Yorker Börse.


marktbericht

Stand: 27.05.2026 • 07:08 Uhr

In Asien sind die Börsen mit neuen Höchstständen in die Wochenmitte gestartet. Gute Vorgaben kommen aus den USA: Dort hat der Tech-Index Nasdaq 100 erstmals die Marke von 30.000 Punkten übersprungen.

Nach einem schwächeren Tag gestern dürfte der DAX zur Wochenmitte wieder etwas anziehen. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor dem Xetra-Start 0,2 Prozent höher auf 25.229 Punkte. Das Rekordhoch vom Januar bei 25.507 Punkten bleibt im Visier. Getragen werden dürfte er auch von Kursgewinnen in Asien und den USA.

Der japanische Leitindex Nikkei stieg am Morgen um bis zu 2,2 Prozent auf 66.428 Punkte – und schaffte damit ein neues Rekordhoch. Dabei wogen in Tokio Kursgewinne bei indexschweren Chip-Werten die Verluste bei Finanz- und anderen Substanzwerten auf. So legten die Aktien des Halbleiterausrüsters Tokyo Electron und des Herstellers von Chip-Testanlagen Advantest jeweils um mehr als fünf Prozent zu.

„Das Geld der Anleger konzentriert sich auf die boomenden Chip-Werte“, erklärte Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities. Der japanische Markt spiegele damit die Entwicklung an der Wall Street wider, sagte der Experte weiter. Dort hatten Halbleiteraktien nach der feiertagsbedingten Pause, getrieben von KI-Optimismus, den Anstieg angeführt.

So sind nach dem langen Wochenende an den US-Aktienmärkten gestern neue Bestmarken erreicht worden: Der breit gefasste S&P 500 und der Nasdaq 100 haben Höchststände erklommen. Das technologielastige Börsenbarometer überwand dabei erstmals die Marke von 30.000 Punkten und stieg um 1,8 Prozent auf 30.001 Punkte. Der S&P 500 legte am Ende um 0,6 Prozent auf 7.519 Punkte zu. Die beiden Indizes zeigten damit mehr Schwung als die Standardwerte, die im Dow mehr Gewicht haben. Dieser gab um 0,2 Prozent auf 50.461 Punkte nach.

Neben der schon länger maßgeblichen Fantasie rund um Künstliche Intelligenz (KI) spiegelt sich in der Entwicklung der beiden Indizes auch die Hoffnung auf ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg. In der Breite störte es offenbar nicht groß, dass neue Angriffe im Iran und im Libanon die laufenden Verhandlungen zur Beilegung des Kriegs überschatteten.

Ein Marktbeobachter sieht in der militärischen Auseinandersetzung beide Seiten „immer noch näher an einem Abkommen als zuletzt“. Marktstratege Ian Lyngen von BMO Capital Markets äußerte sich derweil eher zurückhaltend: „Auch wenn wir diesen Optimismus am Markt gerne teilen würden, gab es bei den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran bereits so viele Rückschläge, dass wir vorsichtig bleiben werden, bis es greifbarere Fortschritte gibt.“

Wünschenswert wäre ein Abkommen, sind die Folgen des Krieges doch längst auch in anderen Teilen der Welt zu spüren. Hierzulande veröffentlichen heute die sogenannten Wirtschaftsweisen ihr Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung und dürften – wie zuletzt andere Ökonomen und Organisationen – ihre Konjunkturprognose 2026 für Deutschland senken.

Als Grund gilt der Iran-Krieg mit seinen Folgen, der die Energiepreise erhöht und die gesamte Inflation nach oben treibt. Die Bundesregierung hatte vor einem Monat ihre Konjunkturprognose halbiert und erwartet in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent.



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