Kuba warnt die USA vor „Blutbad“ bei Militärangriff
Kuba hat die USA in deutlichen Worten vor einem militärischen Eingreifen gewarnt. Jeder US-Militäreinsatz gegen Kuba würde zu einem „Blutbad“ mit unkalkulierbaren Folgen für den Frieden und die Stabilität in der Region führen, erklärte Präsident Miguel Díaz-Canel am Montag auf dem Kurznachrichtendienst X. Kuba stelle keine Bedrohung dar.
Außenminister Bruno Rodriguez erklärte in einem getrennten Beitrag, Kuba habe nach der UN-Charta das Recht auf legitime Selbstverteidigung. Wer Kuba angreifen wolle, nutze dafür falsche Vorwände. Eine Stellungnahme der US-Regierung lag zunächst nicht vor.
Einem Bericht des Nachrichtenportals „Axios“ vom Sonntag zufolge hat der Karibikstaat mehr als 300 Militärdrohnen erworben und darüber beraten, diese für Angriffe auf den US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay, US-Kriegsschiffe und Ziele in Florida einzusetzen.
Anklage gegen Raúl Castro?
US-Präsident Donald Trump strebt offen einen Regierungswechsel in Kuba an. In der vergangenen Woche meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider im US-Justizministerium, dass Staatsanwälte eine Anklage gegen den früheren kubanischen Staatschef Raúl Castro planen.

© REUTERS/Norlys Perez
Hintergrund ist der Abschuss von zwei Flugzeugen der Hilfsorganisation Brothers to the Rescue durch Kuba im Jahr 1996. Eine Anklage gegen den 94-jährigen Castro wäre eine Verschärfung des Drucks durch die US-Regierung.
Schwere Lebensmittelkrise
Die USA haben die Energieversorgung der Insel gekappt. In den vergangenen Wochen ist der Treibstoff knapp geworden, Strom ist oft nur für ein oder zwei Stunden am Tag verfügbar.

© AFP/YAMIL LAGE
Zugleich gibt es eine schwere Versorgungskrise – Lebensmittel sind teuer, vieles, auch Medikamente, nicht mehr verfügbar. Ein wenig Hoffnung gab es am Montag, als eine Hilfslieferung aus Mexiko und Uruguay auf der sozialistischen Karibikinsel eintraf.
An Bord des Schiffes „Asian Katra“ befanden sich 1.600 Tonnen Lebensmittel und Hygieneprodukte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Prensa latina berichtete. Die Hilfsgüter sollen vor allem an Kinder, Rentner und Bedürftige verteilt werden, sagte der Minister für Lebensmittelindustrie, Alberto López.
Die Spannungen zwischen den Nachbarstaaten gehen auf die kommunistische Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959 zurück. In den Folgejahren verbündete sich Castro mit der Sowjetunion und enteignete Unternehmen sowie Ländereien von US-Bürgern, was den Grundstein für den jahrzehntelangen Konflikt legte. Aus dieser Zeit stammt auch das allgemeine Embargo der USA gegen die Insel, das bis heute in Kraft ist. (AFP, dpa, Reuters)
