Kuba warnt die USA vor „Blutbad“ bei Militärangriff


Kuba hat die USA in deutlichen Worten vor einem militärischen Eingreifen gewarnt. Jeder US-Militäreinsatz gegen Kuba würde zu einem „Blutbad“ mit unkalkulierbaren Folgen für den Frieden und die Stabilität in der Region führen, erklärte Präsident Miguel Díaz-Canel am Montag auf dem Kurznachrichtendienst X. Kuba stelle keine Bedrohung dar.

Außenminister Bruno Rodriguez erklärte in einem getrennten Beitrag, Kuba habe nach der UN-Charta das Recht auf legitime Selbstverteidigung. Wer Kuba angreifen wolle, nutze dafür falsche Vorwände. Eine Stellungnahme der US-Regierung lag zunächst nicht vor.

Einem Bericht des Nachrichtenportals „Axios“ vom Sonntag zufolge hat der Karibikstaat mehr als 300 Militärdrohnen erworben und darüber beraten, diese für Angriffe auf den US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay, US-Kriegsschiffe und Ziele in Florida einzusetzen.

Anklage gegen Raúl Castro?

US-Präsident Donald Trump strebt offen einen Regierungswechsel in Kuba an. In der vergangenen Woche meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider im US-Justizministerium, dass Staatsanwälte eine Anklage gegen den früheren kubanischen Staatschef Raúl Castro planen.

FILE PHOTO: Cuba's former President Raul Castro and Cuba's President Miguel Diaz-Canel arrive for a May Day rally as his grandson Raul Guillermo Rodriguez Castro, known as "El Cangrejo" and chief of Raul Castro’s security, gestures, in Havana, Cuba, May 1, 2026. REUTERS/Norlys Perez/File Photo
Kubas früherer Machthaber Raúl Castro hat noch immer viel Einfluss. Das Bild zeigt den 94-Jährigen am 1. Mai mit seinem Enkel Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Chef der kubanischen Sicherheitskräfte.

© REUTERS/Norlys Perez

Hintergrund ist der Abschuss von zwei Flugzeugen der Hilfsorganisation Brothers to the Rescue durch Kuba im Jahr 1996. Eine Anklage gegen den 94-jährigen Castro wäre eine Verschärfung des Drucks durch die US-Regierung.

Schwere Lebensmittelkrise

Die USA haben die Energieversorgung der Insel gekappt. In den vergangenen Wochen ist der Treibstoff knapp geworden, Strom ist oft nur für ein oder zwei Stunden am Tag verfügbar.

The Asian Katra, a Panama-flagged cargo ship, arrives in Havana Bay carrying humanitarian aid, in Havana, on May 18, 2026. A new shipment of humanitarian aid from Mexico arrived in Cuba on May 18, as the island grapples with a severe economic and energy crisis nearly four months after the imposition of an oil blockade by Washington. (Photo by YAMIL LAGE / AFP)
Ein Versorgungsschiff aus Mexiko und Uruguay brachte am Montag Hilfsgüter nach Kuba.

© AFP/YAMIL LAGE

Zugleich gibt es eine schwere Versorgungskrise – Lebensmittel sind teuer, vieles, auch Medikamente, nicht mehr verfügbar. Ein wenig Hoffnung gab es am Montag, als eine Hilfslieferung aus Mexiko und Uruguay auf der sozialistischen Karibikinsel eintraf.

An Bord des Schiffes „Asian Katra“ befanden sich 1.600 Tonnen Lebensmittel und Hygieneprodukte, wie die staatliche Nachrichtenagentur Prensa latina berichtete. Die Hilfsgüter sollen vor allem an Kinder, Rentner und Bedürftige verteilt werden, sagte der Minister für Lebensmittelindustrie, Alberto López.

Die Spannungen zwischen den Nachbarstaaten gehen auf die kommunistische Revolution unter Fidel Castro im Jahr 1959 zurück. In den Folgejahren verbündete sich Castro mit der Sowjetunion und enteignete Unternehmen sowie Ländereien von US-Bürgern, was den Grundstein für den jahrzehntelangen Konflikt legte. Aus dieser Zeit stammt auch das allgemeine Embargo der USA gegen die Insel, das bis heute in Kraft ist. (AFP, dpa, Reuters)



Source link

Ähnliche Beiträge