Knicks in NBA-Finals: New York City träumt vom Basketball-Titel
New York trägt, fühlt und träumt orange-blau: Die ganze Stadt fiebert mit den Knicks, die derzeit in der NBA-Finalserie gegen die San Antonio Spurs spielen. Einzig US-Präsident Trump sorgte für einen kurzen Dämpfer.
„Let’s go Knicks, let’s go Knicks!“ – mitten in Manhattan feuern hunderte Menschen die Basketballer der New York Knicks an. Dabei starren sie gespannt auf einen kleinen Fernseher, den ein Bodega-Besitzer vor seinem Laden auf dem Bürgersteig aufgestellt hat. Auch Red schaut sich das Spiel hier an. Er kennt die Betreiber des kleinen Eck-Supermarkts schon sein Leben lang. „Das ist wirklich was Besonderes“, sagt Red. Denn es zeige, worum es gehe: um Gemeinschaft.
Schon zum dritten Mal gibt es die Nachbarschafts-Watch-Party im Viertel Hell’s Kitchen. In der Gegend haben inzwischen alle davon gehört. Sie bringen Camping- und Klappstühle mit, teilweise auch Verpflegung. Weil von Mal zu Mal immer mehr Leute kommen, wird das Spiel inzwischen sogar noch zusätzlich mit einem Beamer auf das Ladentor nebenan projiziert.
„Wir haben so lange gewartet“
Dass es gerade so einen Hype um die Knicks in der Stadt gibt, wundert Red überhaupt nicht. Das Team ist nach 27 Jahren zum ersten Mal wieder in einem NBA-Finale: „Wir haben so lange auf diesen Moment gewartet. Und es ist so wichtig für New York, eine Möglichkeit zu haben, zusammenzukommen. Es passiert gerade so viel im Land. Gleichzeitig sind wir hier einfach alle orange-blau!“
Tatsächlich sieht man in der Stadt schon seit Tagen an jeder Ecke Menschen in orange-blauen T-Shirts, Trikots oder mit Knicks-Kappen herumlaufen. Egal wo man hinkommt – Thema sind die Knicks. Die Energie dabei ist immer positiv. Auch Rachel liebt dieses Gefühl: „Arbeit ist stressig, jeder muss Rechnungen zahlen. Aber im Moment fragen sich die Leute vor allem, wo sie nach Feierabend das Spiel gucken sollen. Ich glaube, die Stadt wird erst wieder normal funktionieren, wenn die Saison zu Ende ist.“
Den letzten Pokal holten die Knicks vor 53 Jahren. Da war die siebenjährige Marli noch lange nicht auf der Welt. Sie ist mit ihrer Mutter zum kleinen Public Viewing gekommen und glaubt, dass die Knicks es diesmal bis zum Titel schaffen können. Ihr machen die Spiele besonders Spaß, weil alle gemeinsam so fest vom Sieg überzeugt sind.
Trump-Besuch – Fan-Feste abgesagt
Die einzigen negativen Gefühle am Abend löste US-Präsident Donald Trump aus. Er wollte beim dritten Finals-Spiel in seiner Heimatstadt dabei sein. Wegen erhöhter Sicherheitsvorkehrungen wurden deshalb alle Fan-Feste um den Madison Square Garden herum abgesagt. Als der Präsident im TV gezeigt wird, buhten die New Yorker so laut sie konnten.
„Er nutzt jede Gelegenheit, um sich in den Mittelpunkt zu drängen. Es geht aber um die Stadt und die Fans, die zusammenkommen. Er ruiniert das. Er soll verdammt nochmal verschwinden“, fordert Rachel.
Trump brachte den Knicks jedenfalls kein Glück. Nach 13 Siegen in Folge verloren die New Yorker Basketballer wieder ein Spiel. Für die Fans kein Grund zur Panik: Wenn ihre Mannschaft bei den kommenden vier Spielen noch zwei Mal gewinnt, ist der Titel sicher.

