Klimaphänomen könnte ein Rekordereignis werden



Das Wetterphänomen El Niño ist zurück. „El-Niño-Bedingungen sind vorhanden und es wird erwartet, dass sie sich bis in den Winter 2026/27 auf der Nordhalbkugel hinein noch verstärken“, teilte die US-Wetterbehörde NOAA mit.

Mit ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik hatte sich das regelmäßig wiederkehrende Wetterphänomen schon seit Monaten angekündigt. Damit einher geht die Sorge vor mehr Extremwetter mit Dürren, Überschwemmungen und einer womöglich rekordbrechenden globalen Durchschnittstemperatur in naher Zukunft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein „sehr starkes“ El-Niño-Ereignis, eines der stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen 1950, werden könne, liege derzeit bei 63 Prozent, hieß es von der NOAA weiter.

Zuletzt 2023/24 El Niño

Zuletzt zeigte sich das alle zwei bis sieben Jahre natürlich auftretende Wetterphänomen 2023/24. Das war einer der fünf stärksten El Niños seit Beginn der Aufzeichnungen und trug dazu bei, dass 2024 das bisher heißeste Jahr seit der Industrialisierung (1850-1900) war, gemessen an der globalen Durchschnittstemperatur.

Ein El Niño verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Die Auswirkungen sind mit Dürren und Überschwemmungen in Regionen vor allem auf der Südhalbkugel zu spüren. Für Europa halten sich die Folgen in Grenzen.

Phänomen verstärkt Klimawandel

Ob der Klimawandel das El Niño-Ereignis stärker macht, dazu gibt es bislang keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, betont die Weltorganisation für Meteorologie WMO. El Niños dauern meist neun bis zwölf Monate, erreichen den Höhepunkt zwischen November und Februar. Seit dem letzten Ereignis (2023/24) sind erst zwei Jahre vergangen, der Abstand zum El Niño davor waren sieben Jahre (2015/16). 

Das Phänomen kann aber die Folgen des Klimawandels verstärken. Bei einem El Niño sind der tropische Pazifische Ozean und die Atmosphäre wärmer, und dies kann mehr Energie und Feuchtigkeit für extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Starkregen bedeuten, so die WMO.  (dpa)



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