Johannisnacht in Mainz 2026: Show mit 400 Drohnen geplant



Beim ersten Mal sind längst nicht alle Erwartungen erfüllt worden. Im zweiten Anlauf wird die Drohnen-Lichtshow, die das Feuerwerk als krönenden Abschluss der stets Mitte Juni zu erlebenden Mainzer Johannisnacht ersetzen soll, deshalb mit rund 14 Minuten doppelt so lang sein wie bei der Premiere 2025. Außerdem sollen im Auftrag der Stadt diesmal mit gut 400 Drohnen deutlich mehr als im vergangenen Jahr am Kasteler Ufer aufsteigen, um den auf der anderen Seite des Flusses und der Theodor-Heuss-Brücke stehenden Zuschauern am Abend des 22. Juni möglichst „spektakuläre Himmelsbilder“ zu liefern.

Um die mit Musik unterlegte Bilderschau in luftiger Höhe richtig genießen zu können, sollen Beobachter am besten in Richtung Weisenau blicken. Dort gebe es weniger störende Lichtquellen als über dem im Sommer gegen 22.30 Uhr oft noch hell erscheinenden Rheingau. Wer diesen Tipp der Organisatoren beherzige, dürfte bei der verbesserten Version der Drohnen-Show, bei der etwa zur Fußballweltmeisterschaft passende Sportmotive gezeigt werden sollen, auf seine Kosten kommen, versprach der parteilose Oberbürgermeister Nino Haase bei der Vorstellung des Johannisnacht-Programms.

Besuchern wird an den vier Tagen vom 19. bis zum 22. Juni in der gesamten Innenstadt aber noch mehr geboten. Fünf Bühnen und mehr als 300 Fahrgeschäfte respektive Verkaufsstände sollen laut Stadt verhindern, dass es einem beim Bummeln über das Festgelände langweilig wird. Auf Schiller- und Ballplatz soll es zudem den 40. Antiquarischen Büchermarkt geben. Die bunte Mischung mit Künstlermarkt, Kirmes und Kulinarischem gehört zu dem Erfolgsrezept des seit 1968 jährlich ausgerichteten Volksfests, mit dem rund um den Johannistag der Sommeranfang gefeiert und zugleich an den bedeutendsten Sohn der Stadt, den 1468 verstorbenen Buchdrucker und Medienrevolutionär Johannes Gutenberg erinnert wird.

Den erfindungsreichen Patriziersohn, der maßgeblich dazu beigetragen hat, das rasche Drucken mit beweglichen Metalllettern zu entwickeln, ehren sie in Mainz einmal im Jahr auf vielfältige Weise: mit Druckvorführungen etwa, einem Preisquadräteln genannten mittelalterlichen Würfelspiel mit Cicero-Gevierten, dem Büchermarkt, aber auch dem öffentlichen Gautschen, das traditionell am Samstag von 16 Uhr an auf der Gutenberg-Bühne am Dom veranstaltet wird. Diesmal dürften bei der „geselligen Gelegenheit“ nicht nur junge Schriftsetzer, Mediengestalter und Drucker nach Abschluss ihrer Ausbildung in einem großen Wasserbottich von den Sünden der Lehrzeit gereinigt werden. Gute Chancen auf ein rustikales Bad auf offener Bühne hat dem Vernehmen nach auch der neue Mainzer Festdezernent, Ludwig Holle (CDU), dessen Taufe für viele Zuschauer eine Extra-Gaudi wäre.

Doch nicht nur Wasser, auch Wein gehört zur Johannisnacht. Ob in Reinform oder als verdünnter Schoppen versuchen die rheinhessischen Winzer ihre Produkte gleich in zwei Weindörfern, auf dem Leichhof und am Markt, an die Kunden zu bringen. Wer lieber mit Blick auf den Rhein genießen möchte, findet auf der langen Promenade nicht nur weitere kulinarische Angebote, sondern zudem den Künstlermarkt und Kirmesattraktionen wie den schwindelerregenden Riesenpropeller Space X.



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