Israel meldet Tötung eines Hisbollah-Kommandeurs in Beirut – Politik
Viele Angaben stammen von Konfliktparteien und lassen sich teilweise nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Bericht: US-Marineeinsatz wegen Unstimmigkeiten mit Saudi-Arabien unterbrochen
Israel greift erstmals seit Waffenruhe in Beiruter Vorort an
Trump behauptet, Iran habe Verzicht auf Atomwaffen zugesagt
Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission
Für Trump steht Deal kurz bevor
Israel meldet Tötung eines Hisbollah-Kommandeurs in Beirut
Die Attacke gefährdet die ohnehin brüchige Feuerpause zwischen den USA und Iran. Eine Kernforderung Irans war dabei ein Stopp der israelischen Militäraktionen in Libanon. Ungeachtet der Waffenruhe halten sich israelische Truppen weiterhin in Gebieten südlich des Litani-Flusses auf. Zudem setzte Israel seine Militärschläge in Südlibanon fort. Bei einem Luftschlag auf die Stadt Selaja wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch vier Menschen getötet. Die Hisbollah feuerte daraufhin erneut Raketen auf Israel ab.
Israel hat in Südlibanon eine bis zu zehn Kilometer tiefe Sicherheitszone eingerichtet, um den Norden des eigenen Landes vor Raketenbeschuss durch die Hisbollah zu schützen. Parallel führt Israel Gespräche mit der libanesischen Regierung. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam bezeichnete ein Treffen auf höchster Ebene am Mittwoch allerdings als verfrüht. Zunächst müsse die Waffenruhe gefestigt werden. US-Präsident Donald Trump will ein Treffen von Netanjahu mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in Washington organisieren.
Deutsches Minenjagdboot Fulda ist nicht auf dem Weg ins Mittelmeer
Die Bundeswehr hatte das Minenjagdboot am Montag in Kiel auslaufen lassen. Es wird für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus ins Mittelmeer verlegt.
Weniger Ölförderung, höhere Preise – Shell steigert Quartalsgewinn
Wegen des Iran-Kriegs sank die Öl- und Gasförderung zum Vorquartal um vier Prozent. Unter anderem wurde im März eine Gasanlage des Konzerns in Katar durch iranische Luftangriffe beschädigt, die Reparaturen dort könnten bis zu einem Jahr dauern. Beim Gewinn wurden die Mengenrückgänge unter anderem durch ein besseres Handelsergebnis und höhere Preise wettgemacht. Die Aktionäre sollen fünf Prozent mehr Quartalsdividende erhalten, außerdem will der Konzern für drei Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen.
Bericht: US-Marineeinsatz wegen Unstimmigkeiten mit Saudi-Arabien unterbrochen
Israel greift erstmals seit Waffenruhe in Beiruter Vorort an
Der israelische TV-Sender Chadschot 13 berichtete, nach israelischen Informationen seien der Radwan-Kommandeur Malek Balut, sein Stellvertreter sowie weitere Radwan-Kämpfer getötet worden. Der Angriff sei gegen 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) erfolgt, nachdem die Luftwaffe einen konkreten Hinweis des israelischen Geheimdienstes erhalten habe. Balut habe sich in einer Wohnung in einem Vorort namens Dahija versteckt gehalten. Die Luftwaffe habe rund zehn schwere Bomben abgeworfen.
Im Norden Israels herrsche in Erwartung einer möglichen Eskalation erhöhte Alarmbereitschaft. Die USA seien vor dem Angriff informiert worden und hätten zugestimmt. Hisbollah-Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass bei dem Angriff ein Kommandeur getötet worden sei.
Trump behauptet, Iran habe Verzicht auf Atomwaffen zugesagt
Trump bezeichnete unterdessen die jüngsten Gespräche mit Iran als „sehr gut“. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden“, sagte er.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai hatte zuvor Berichte als überzogen zurückgewiesen, wonach beide Kriegsparteien kurz vor einem Abschluss eines Abkommens stünden. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft und die Antwort an den Vermittler Pakistan übermittelt, sagte er der iranischen Nachrichtenagentur Isna.
Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission
Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gezeigt, wie nützlich eine solche Mission sein könnte, sagte Macron. Er habe Peseschkian aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen, und wolle das Thema auch mit US-Präsident Donald Trump erörtern. „Die Rückkehr zur Ruhe in der Meerenge wird dazu beitragen, die Verhandlungen über das Atomprogramm, die Raketenfrage und die regionale Lage voranzubringen“, schrieb Macron. „Die Europäer, von denen die Aufhebung der Sanktionen abhängt, werden dabei ihren Platz einnehmen.“
Die Mission werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen. Die Verlegung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in die Nähe der Meerenge sei im Zusammenhang mit der Mission zu sehen, sagte Macron. „Alle Parteien müssen die Blockade der Meerenge unverzüglich und bedingungslos aufheben. Es muss eine dauerhafte Rückkehr zu der vor dem Konflikt herrschenden vollständigen Freiheit der Schifffahrt erfolgen.“
Wie es aus dem Élysée-Palast hieß, verfolge der französische Ansatz das Ziel, die USA zu einer Aufgabe ihrer Seeblockade zu bringen, um damit im Gegenzug Iran zu grundlegenden Verhandlungen und der Aufgabe der Blockade der Straße von Hormus zu bewegen. Seine Überlegungen habe Frankreich mit seinen engen Partnern abgestimmt, sagte ein hoher Diplomat.
Für Trump steht Deal kurz bevor
Zuvor hatte der Außenamtssprecher Irans Ismail Baghai der Nachrichtenagentur Isna erklärt, man prüfe den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Berichte über ein mögliches bevorstehendes Abkommen seien laut Baghai aber überzogen. Er sagte, nach Prüfung des Vorschlages werde Iran seine Position an Pakistan übermitteln.
Trump bestätigte in dem Interview mit dem US-Sender PBS mehrere Punkte einer möglichen Vereinbarung, über die zuvor bereits übereinstimmend das Wall Street Journal, der Sender CNN und das Nachrichtenportal Axios berichtet hatten. Laut dem Vorschlag der USA soll Iran sein hochangereichertes Uran an die USA übergeben. Zudem bestätigte Trump, dass Iran im Rahmen der Vereinbarung zusichern solle, keine unterirdischen Nuklearanlagen zu betreiben.
Iran-Krieg beschert Russland Milliardenplus
Der Großteil davon entfiel auf Einnahmen aus dem Ölgeschäft. Allerdings schlugen zugleich die ukrainischen Angriffe auf die Ölindustrie zu Buche. Der April war der erste Monat, in dem sich die Preissteigerungen an den Weltmärkten infolge des Iran-Kriegs voll bemerkbar machten. Russland ist ein Verbündeter Teherans, mischt sich aber nicht offen militärisch in den Konflikt Irans mit den USA und Israel ein.
USA schießen iranischen Tanker manövrierunfähig
US-Streitkräfte feuern nach Angaben des US-Zentralkommandos (Centcom) mehrere Schüsse auf den unbeladenen Tanker M/T Hasna ab und machen das unter iranischer Flagge fahrende Schiff manövrierunfähig. Der Tanker habe versucht, die Blockade der Straße von Hormus zu durchbrechen und einen iranischen Hafen anzusteuern, teilt Centcom auf der Kurznachrichtenplattform X mit.
Frankreich verlegt Flugzeugträger für Hormus-Mission zum Golf von Aden
Damit soll die multinationale Marine-Mission schneller starten können, die unter Führung von Frankreich und Großbritannien vorbereitet wird. Der Einsatz soll nach dem Ende der Kampfhandlungen an der Straße von Hormus beginnen. Ziel der Mission ist es, Handelsschiffe bei der Fahrt durch die für den Welthandel wichtigen Meerenge zu begleiten und abzusichern. Mehr als 40 Länder haben ihre Unterstützung zugesichert. Auch die Deutsche Marine hat ihr Minenjagdboot Fulda in Richtung Mittelmeer verlegt.
Die Verlegung des Marine-Verbandes diene der operativen Erkundung und solle dazu beitragen, den Handelsschiffen Sicherheit zu geben, teilte Paris mit. Außerdem biete sie zusätzliche Optionen für einen Ausweg aus der Krise und Stärkung der Sicherheit in der Region. Die Verlegung der französischen Schiffe habe mit der militärischen Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran nichts zu tun, betonte das Ministerium.
Libanons Regierungschef lehnt Spitzentreffen mit Israel vorerst ab
Trump hatte in der vergangenen Woche erklärt, er freue sich darauf, den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun in naher Zukunft zu empfangen. Er sehe eine große Chance für ein Friedensabkommen noch in diesem Jahr. Doch auch Aoun lehnte ein Treffen mit Netanjahu derzeit ab. Er forderte zunächst ein Sicherheitsabkommen und ein Ende der israelischen Angriffe. Regierungschef Salam betonte, Libanon strebe keine Normalisierung der Beziehungen zu Israel an, sondern Frieden. Als Mindestbedingung nannte er einen Zeitplan für den Abzug der israelischen Truppen.
Israel hat auf der libanesischen Seite der gemeinsamen Grenze eine zehn Kilometer breite Sicherheitszone eingerichtet. Damit soll der Norden Israels vor der Hisbollah geschützt werden. Salam erklärte weiter, seine Regierung werde einen Plan ausarbeiten, um die Hisbollah-Miliz zu entwaffnen. Dies ist eine zentrale israelische Forderung. Allerdings verfügt die libanesische Regierung in dem in verschiedene Lager zersplitterten Land kaum über Möglichkeiten, dies gegen den Willen der Hisbollah durchzusetzen. Die schiitische Miliz pocht auf den Waffenbesitz, um sich gegen Israel zur Wehr setzen zu können.
Iran: Prüfen US-Vorschlag für Kriegsende
Indes wies Baghai einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite Axios über ein möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück. Axios hatte unter Berufung auf US-Quellen berichtet, ein einseitiges Dokument zur kurzfristigen Beilegung des Krieges sei kurz vor dem gemeinsamen Abschluss.
Ebrahim Resaei, der iranische Sprecher des parlamentarischen Ausschusses für Außenpolitik und nationale Sicherheit, bezeichnete ein in dem Medienbericht erwähntes Memorandum zur Beendigung des Krieges unterdessen in einem Beitrag auf der Plattform X als realitätsfernen Wunschzettel. Die USA würden in einem Krieg, den sie verlören, nichts erreichen, was sie nicht schon in direkten Verhandlungen erreicht hätten.
Iran: Sichere Hormus-Durchfahrt bei Ende von US-Drohungen
Trump hatte ein mögliches Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt, Teheran aber auch mit heftigen Angriffen gedroht. „Angenommen, Iran erklärt sich bereit, das Vereinbarte zu erfüllen – was vielleicht eine gewagte Annahme ist –, dann wird die bereits legendäre „Epic Fury“ ein Ende finden, und die äußerst wirksame Blockade wird es ermöglichen, dass die Straße von Hormus für alle offen ist, einschließlich Irans“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die US-Regierung hatte ihrem Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieg gegen Iran den Namen „Gewaltiger Zorn“ („Epic Fury“) gegeben.
Falls Teheran sich nicht auf eine Vereinbarung einlasse, „beginnen die Bombardements, und diese werden leider ein weitaus größeres Ausmaß und eine weitaus größere Intensität haben als zuvor“, drohte Trump.
