Iran-Liveblog: ++ US-Militär beschlagnahmt weiteren Tanker ++


US-Streitkräfte im Arabischen Meer.


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Stand: 23.04.2026 • 15:21 Uhr

Das US-Militär hat im indischen Ozean einen Tanker aufgebracht, der iranisches Öl transportieren soll. Iran erhielt laut einem hochrangigen Vertreter erstmals Maut für die blockiert Straße von Hormus.

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

Laut dem US-Präsidenten sind US-Minenräumer im vollen Einsatz, um die Gefahren für Schiffe zu beseitigen. Zugleich wies er die US-Marine nach eigenen Angaben an, jedes Boot zu beschießen und zu zerstören, das in der Straße von Hormus Minen verlegt.

Die Räumung der Seeminen könnte nach Einschätzung des US-Militärs einige Zeit dauern. Laut Washington Post nennt das Pentagon einen Zeitraum von sechs Monaten, die es dauern könnte, bis vom Iran platzierte Minen geräumt sind. Ein Sprecher dementierte die Schätzung jedoch auf AFP-Nachfrage. „Eine sechsmonatige Sperrung der Straße von Hormus ist unmöglich und für den Minister völlig inakzeptabel“, hieß es. Der Bericht der „Washington Post“ beruhe auf einer „geheimen, nicht öffentlichen Unterrichtung“, ein Großteil der Informationen sei „falsch“.

Trotz der US-Seeblockade vor der Straße von Hormus durchfahren einige Schiffe mit Verbindung zu Iran die Meeresenge. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zum Iran hätten das Gebiet der US-Seeblockade vom 13. bis 21. April durchfahren, schreibt der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht.

Die Seeblockade des US-Militärs hatte am 13. April begonnen. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Nach Bewertung des maritimen Datenanbieters Lloyd’s List Intelligence haben bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade durchquert. Der maritime Softwareanbieter AXSMarine schrieb, der meiste Verkehr durch die Straße von Hormus entfalle weiter auf Schiffsbetreiber, die sanktioniert seien oder undurchsichtige Eigentumsverhältnisse aufwiesen. Auch iranische Medien hatten immer wieder angegeben, Schiffe des Landes hätten die US-Seeblockade durchfahren.

Die USA haben einen weiteren Tanker beschlagnahmt, der mit dem Transport von iranischem Öl in Verbindung gebracht wird. Das Militär habe die „Majestic X“ im Indischen Ozean gestoppt, teilte das Verteidigungsministerium mit. „Wir werden die weltweite Durchsetzung von Maßnahmen auf See fortsetzen, um illegale Netzwerke zu zerschlagen und Schiffe zu stoppen, die Iran materiell unterstützen, wo auch immer sie operieren“, hieß es.

Das Pentagon veröffentlichte Filmaufnahmen der Aktion, die US-Soldaten an Deck des Tankers zeigen sollen. Schiffsverfolgungsdaten zeigten die „Majestic X“ zwischen Sri Lanka und Indonesien, ungefähr an der gleichen Stelle wie der Öltanker „Tifani“, der zuvor von den US-Streitkräften beschlagnahmt wurde. Das Schiff war auf dem Weg nach Zhoushan in China. Am Mittwoch hatte Iran in der Straße von Hormus drei Frachtschiffe angegriffen und zwei von ihnen gekapert.

Die Bundesregierung hat den Iran aufgefordert, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. In einer Erklärung drohte sie der Islamischen Republik mit der möglichen Verhängung von weiteren Sanktionen: „Blockiert der Iran dagegen weiterhin die Straße von Hormus, steht die Bundesregierung bereit, zusätzliche Sanktionen zu erörtern.“ Falls hingegen eine „umfassende Übereinkunft“ gelinge, sei die Bundesregierung bereit, mit ihren Partnern „schrittweise bestehende restriktive Maßnahmen“ gegen den Iran zu lockern.

Forderungen an die anderen an dem Konflikt beteiligten Staaten – an die USA und Israel – formulierte die Bundesregierung in ihrer Erklärung nicht. Die Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran begrüßte sie ausdrücklich. Die Verlängerung des Waffenstillstands sei eine „wichtige Chance, die diplomatischen Verhandlungen in Islamabad fortzusetzen, um Frieden zu schließen und eine Eskalation des Krieges abzuwenden“. Diese Gelegenheit sollte auch Teheran ergreifen.

Ein Gesandter von US-Präsident Donald Trump hat den Weltfußballverband Fifa einem Bericht zufolge gebeten, den Iran bei der Fußball-WM durch Italien zu ersetzen.

Der US-Sondergesandte Paolo Zampolli sagte der Financial Times, es wäre ein „Traum“, den viermaligen Weltmeister Italien bei der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada zu sehen.

Der Iran-Krieg wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) weltweit über 30 Millionen Menschen in die Armut treiben. Grund dafür seien vor allem Engpässe bei Kraftstoff und Düngemitteln, sagte der Chef des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Alexander De Croo, der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Blockade von Frachtschiffen in der Straße von Hormus im Zuge des Kriegs habe die landwirtschaftliche Produktivität bereits verringert, erklärte der ehemalige belgische Ministerpräsident. Dies dürfte die Ernteerträge belasten. „Die Ernährungsunsicherheit wird in einigen Monaten ihren Höhepunkt erreichen – und man kann nicht viel dagegen tun“, sagte De Croo. Selbst bei einem sofortigen Ende der Kämpfe seien die Auswirkungen spürbar und würden die Menschen in die Armut zurückdrängen.

Der iranische Exilpolitiker Reza Pahlavi ist bei seinem Berlin-Besuch mit Tomate beworfen worden. Danach wurde ein Mann festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Der Zwischenfall ereignete sich, nachdem der Sohn des 1979 gestürzten Schahs in der Bundespressekonferenz zu Gast war. Weitere Details nannte die Polizei nicht.

Im jüngsten Krieg zwischen Israel und der von Iran unterstützten Hisbollah sind im Libanon nach dortigen Angaben mehr als 50.000 Häuser beschädigt oder zerstört worden. Das teilte der Nationale Rat für Forschung mit, der Schäden im Krieg seit 2023 im Auftrag der Regierung untersucht. Mehr als die Hälfte der Schäden und Zerstörung gab es demnach im südlichen Libanon und im Gebiet nahe der israelischen Grenze.

Israels Armee hat erklärt, dass die Einsätze erneute Aktivitäten der Hisbollah Libanon verhindern sollen. Kritiker halten dagegen, dass die systematische Zerstörung ganzer Dörfer Kriegsverbrechen darstellen könnten.

Der Sohn des früheren Schahs, Mohammad Reza Pahlavi, hat bei seinem Besuch in Berlin mehrfach dazu aufgerufen, das klerikale System der Islamischen Republik zu stürzen. „Das Regime war nie so brüchig wie jetzt“, sagte er. „Es ist eine verwundete Bestie.“ Die Europäer müssten eine entschlossenere Haltung einnehmen. Es stehe vor der Wahl „zwischen einem sterbenden Regime, das uns alle gefährdet, und einem freien Iran“.

Der iranische Exil-Oppositionelle kritisierte die Bundesregierung dafür, dass sie nicht mit ihm sprechen möchte. Dies sei „eine Schande“, sagt Pahlavi bei einer Pressekonferenz in Berlin. Demokratische Regierungen sollten „mit den Menschen sprechen, die die Stimme der Stimmenlosen“ seien, betont er.

Teheran hat laut einem hochrangigen Vertreter erstmals für die Durchfahrt der blockierten Straße von Hormus Gebühren erhalten. „Die ersten Einnahmen wurden auf das Konto der Zentralbank eingezahlt“, erklärte der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die zuvor rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verlief, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Die Meerenge ist ein zentrales Streitthema der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges.

Die pakistanische Regierung hat bei ihren Vermittlungsbemühungen im Iran-Krieg wieder mit den USA verhandelt. Innenminister Mohsin Naqvi erklärte, er habe mit der US-Geschäftsträgerin Natalie Baker gesprochen und hoffe auf Fortschritte von iranischer Seite. Die von US-Präsident Donald Trump verkündete Verlängerung der Waffenruhe sei ein willkommener Schritt zur Deeskalation.

Naqvi und Baker erörterten den Angaben zufolge die diplomatischen Bemühungen für eine zweite Runde der Gespräche zwischen den USA und Iran. Bisher ist unklar, ob sie überhaupt zustande kommt. Teheran will seine Teilnahme bisher nicht bestätigen. Naqvi sagte, die pakistanische Führung hoffe, dass alle Seiten der Diplomatie eine Chance geben.

Eine Serie an Hinrichtungen in Iran dauert an. Wie das Justizportal Misan berichtete, wurde am Morgen (Ortszeit) ein Mann exekutiert. Die Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und Mitgliedschaft in einer Oppositionsgruppe zur Last gelegt. Davor waren seit Montag bereits vier Exekutionen durchgeführt worden.

Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die rigorose Anwendung der Todesstrafe in Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen.

Die Ölpreise haben wegen des Iran-Kriegs den dritten Tag in Folge zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent mit Lieferung im Juni wurde bei 103,23 US-Dollar gehandelt und damit mehr als ein Prozent über dem Niveau vom Vortag.

Das Ausbleiben von neuen Verhandlungen für ein Ende des Iran-Kriegs verunsichert die Anleger an den Rohstoffmärkten. Seit Beginn der Woche hat sich Rohöl aus der Nordsee fast sieben Dollar und US-Öl fast vier Dollar je Barrel verteuert.

Der Schah-Sohn Reza Pahlavi ist für politische Gespräche in Berlin. Sein Besuch wird begleitet von Demonstrationen. Die Bundesregierung will den Exil-Iraner nicht treffen. CDU-Politiker Armin Laschet dagegen schon.

Der für die US-Marine zuständige Staatssekretär John Phelan hat überraschend seinen Posten verlassen. Das gab ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf der Plattform X bekannt. Unterstaatssekretär Hung Cao solle die Geschäfte bis auf Weiteres übernehmen. Zu den Gründen des Wechsels machte das Ministerium keine Angaben.

Nur wenige Wochen zuvor hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth den ranghöchsten Offizier des Heeres, General Randy George, entlassen. Der Schritt erfolgt inmitten der Seeblockade der Straße von Hormus.

Nach Angaben des US-Militärs sind mehr als 30 Schiffe von der US-Blockade iranischer Häfen betroffen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der Armee (Centcom) teilte mit, dass seine Kräfte im Nahen Osten „31 Schiffe angewiesen haben, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren“.

Unterdessen hat die iranische Revolutionsgarde laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens zwei Schiffe in der Straße von Hormus angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht und ein drittes beschossen.

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet sieht Europa im Nahost-Konflikt als völlig einflusslos an. Er bezeichnete die Lage in der Region als desaströs, da zentrale Probleme ungelöst seien. „Das Atomprogramm ist immer noch da“, sagt Laschet im Podcast „Berlin Playbook“ von Politico einem Vorabbericht zufolge.

Auch 400 Kilogramm hoch angereichertes Uran und ballistische Raketen gebe es weiterhin, zudem sei ein Regierungswechsel im Iran ausgeblieben. „Vor dem Krieg, im Krieg und auch in den Fragen der Waffenstillstandsverhandlungen wissen wir nicht einmal, was die Amerikaner überhaupt verhandeln“, erklärt der CDU-Politiker.

Kurzfristig bleibe den Europäern nur eine unterstützende Rolle, etwa bei einer möglichen künftigen Minenräumung in der Straße von Hormus nach einer Einigung zwischen den USA und dem Iran.

Die beiden verfeindeten Nachbarländer Israel und der Libanon wollen heute in Washington erneut zu Gesprächen zusammenkommen. Das Treffen auf Botschafterebene soll erneut im US-Außenministerium stattfinden. Teilnehmen sollen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, sowie der israelische Vertreter in Washington, Jechiel Leiter.

Beide hatten sich bereits in der vergangenen Woche in Washington getroffen. Es waren die ersten direkten Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. US-Angaben zufolge gab es „konstruktive Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen“.

Bei einem israelischen Luftangriff im Norden des Gazastreifens wurden palästinensischen Angaben zufolge fünf Menschen getötet, darunter drei Kinder. Der Angriff passierte nach Angaben von Sanitätern und dem Zivilschutz in der Nähe einer Moschee in Beit Lahia. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt zunächst nicht vor.



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