Fußball-WM 2026: Neue Videobeweis-Regelung bei USA
Schiedsrichter Danny Makkelie (vorn) zeigt dem paraguayischen Spieler Miguel Almiron (hunten) die Gelbe Karte.
Quelle: dpa
Beim Auftakt von Co-Gastgeber USA ins Heimturnier hat der Video-Schiedsrichter erstmals bei einer WM seine neuen Befugnisse genutzt. Wenige Minuten nach der Halbzeitpause beim 4:1 der Nordamerikaner zeigte Referee Danny Makkelie US-Kapitän Tim Ream die Gelbe Karte für ein vermeintliches Foul an Paraguays Miguel Almirón. Als der anschließende Freistoß bereits ausgeführt war, meldete sich der Video-Schiedsrichter.
VAR darf mehr Szenen überprüfen
Der Niederländer Makkelie schaute sich die Szene noch einmal an, und änderte seine Entscheidung. Die Gelbe Karte für Ream wurde annulliert, stattdessen erhielt Almirón die Verwarnung wegen einer Schwalbe. Die TV-Zuschauer sahen via Einblendung, dass die Szene wegen einer Spielerverwechslung überprüft worden war.
Dank furioser erster Halbzeit: Co-Gastgeber USA ist zum Start der Heim-WM gegen Paraguay ein fulminanter Auftaktsieg gelungen. Christian Pulisic und Doppeltorschütze Folarin Balogun ragen heraus.
13.06.2026 | 8:00 min
Nach einem Beschluss der Internationalen Regelhüter (Ifab) im Frühjahr darf der Video-Assistent nun drei weitere Situationen überprüfen und bei Fehlern des Schiedsrichters eingreifen. Dazu gehören unter anderem Szenen, die zu Rot oder Gelb für einen falschen Spieler oder das falsche Team führen.
Bislang besagten die Regeln, dass Fälle von Spielerverwechslung nur dann überprüft werden konnten, wenn der Schiedsrichter den falschen Spieler der gleichen Mannschaft verwarnt oder des Feldes verwiesen hatte.
ZDF-Schiedsrichterexperte Kinhöfer: VAR-Eingriff „nicht zulässig“
ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer bewertet den Eingriff des VAR in dieser Situation und Makkelies Entscheidung als eindeutig falsch. „Bei klaren Fehlentscheidungen, die mit einer Karte geahndet wurden, darf der VAR eingreifen, allerdings nur, wenn es sich um eine zweite Gelbe Karte oder eine Rote Karte, also einen Platzverweis handelt. Das war in dieser Situation nicht der Fall“, erklärt Kinhöfer.
Kanada hat sich zum Auftakt der WM einen Punkt erkämpft. Gegen Bosnien-Herzegowina traf Cyle Larin spät zum verdienten Ausgleich des Co-Gastgebers.
12.06.2026 | 6:43 min
Bei einfachen Gelben Karten dürfe der VAR zwar auch eingreifen, aber nur in dem Ausnahmefall, dass der Schiedsrichter zwei Spieler verwechselt, und deshalb fälschlicherweise dem falschen Spieler eine Gelbe Karte gezeigt habe.
„Auch das ist in dieser Situation nicht der Fall. Stattdessen revidiert Danny Makkelie nach Ansicht der Bilder seine faktische Einschätzung, dass der US-Verteidiger Tim Ream den Paraguayer Miguel Almirón gefoult hat. Das ist nicht zulässig“, bewertet der ZDF-Schiedsrichterexperte die Szene.
Wäre es zulässig, würde es im Umkehrschluss bedeuten, dass jedes gepfiffene Foul oder jede Gelbe Karte vom VAR überprüft werden müsste. Ich bin gespannt, wie die FIFA die Entscheidung bewerten wird
Thorsten Kinhöfer, ZDF-Schiedsrichterexperte
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Quelle: dpa
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