Florentina Holzingers „Pfingstspiel“ in Wien: Wehtun muss es schon – Kultur
Die Stahlhaken sind, man kann sich das nicht bildlich genug vorstellen, in die nackte Haut der Frauen gebohrt. Als die Performerin Florentina Holzinger und ihre zwölf Komplizinnen – oder vielleicht besser: Apostelinnen – splitternackt in die Höhe gezogen werden, sind ihre Seile noch an vier Haken befestigt, zwei oberhalb der Knie, zwei neben den Schulterblättern. Sodass es aussieht, als seien sie in Sitzhaltung, wenn sie einander an einer hochgezogenen Tafel mit Wein zuprosten, hängend wie Marionetten – in einer sehr speziellen Interpretation des „Letzten Abendmahls“. Dann, als die Tafel wieder hinabgelassen wird, lösen die Performerinnen die unteren Seile. Jetzt hängt ihr ganzes Körpergewicht tatsächlich nur noch an den zwei Haken in ihrer teils blutigen Rückenhaut. Aua.
