ESC-Finale 2026 live im Ticker: Alle Songs durch, jetzt gibt’s Punkte – auch für Deutschland? – Medien


Eine ESC-Erinnerung aus Hannover: Was, wenn Deutschland doch gewinnt?

Wer das Vergnügen hatte, im Jahr 2010 für die SZ als Korrespondent Norddeutschland zu beackern, war plötzlich mittendrin im Hype um die Gesamtschülerin aus Hannover, weil, ja genau, Hannover eben, da kommt sie her und da flog sie hin nach ihrem Sieg in Oslo, weswegen der Korrespondent einen Außentermin hatte: Flughafen Hannover-Langenhagen, Rollfeld, Ankunft der deutschen ESC-Delegation. Die Boeing 737-300 namens „Eberswalde“ landete am 30. Mai um 15.29 Uhr. 

Es war eine Art Staatsempfang, den die Stadt der damals 19-Jährigen bereitete, was vor allem an Christian Wulff lag. Wulff war noch Ministerpräsident von Niedersachsen, aber auch bereits „designierter Bundespräsident“, und dafür konnte er an diesem verregneten Nachmittag schon mal üben, was ihm sichtlich gefiel. Er übermittelte sehr staatsmännisch die Glückwünsche des ganzen Landes und der Bundeskanzlerin (Angela Merkel, wer’s vergessen hat) und schob die Sängerin und deren Mentor, einen gewissen Stefan Raab, persönlich durch die Menschenmenge (und sich damit ins Bild). 

Schon am Flughafen hatten sich Tausende Menschen eingefunden und all das schwarz-rot-goldene Zeug mitgebracht, was seit der Fußball-WM 2006 im Keller verstaubte; in der Stadt dann: 30 000 bis 40 000 Fans, „Ihr seid ja verrückt, geht rein, es regnet“, rief Lena Meyer-Landrut ihnen zu, ehe sie selbst reinging, und zwar ins Rathaus. Dort, wo sie im Goldenen Buch notierte: „Wow! Verdammte Axt, ist das geil! Dankeschönst. Leni“ 

Hannover war übrigens damals drauf und dran, der „place to be“ der Bundesrepublik zu werden – wer oder was ist schon Berlin? Hannover hatte nun die ESC-Siegerin, den nächsten Bundespräsidenten, den letzten Kanzler (Schröder, wer’s vergessen hat), Veronica Ferres hatte einen Investor aus Hannover geheiratet, die Expo war noch im Gedächtnis, und sogar die Hell´s Angels und die Bandidos hatten Frieden geschlossen – in einer Anwaltskanzlei in Hannover. 

Und damit zum Heute: Sarah Engels stammt aus Köln. Der Kollege Christoph Koopmann, der das Vergnügen hat, Nordrhein-Westfalen als Korrespondent für die SZ zu beackern, weiß nun ja, was auf ihn zukäme im Fall der Fälle. Dankeschönst!



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