Energiekrise: Großbritannien lockert Ölsanktionen gegen Russland
Wegen des Iran-Kriegs sind auch in Großbritannien die Energiepreise gestiegen. Die Regierung will den Import von Treibstoff erlauben, der im Ausland aus russischem Öl raffiniert wurde. Die Opposition ist entsetzt.
Großbritannien hat die Sanktionen auf russisches Öl gelockert. Wie die Nachrichtenagentur PA mitteilte, erlaubt die britische Regierung ab sofort und auf unbestimmte Zeit den Import von Flugzeugtreibstoff und Diesel, der in Drittländern aus russischem Öl raffiniert wurde.
Hintergrund sind die gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und der dadurch ausgelösten Blockade der Straße von Hormus. Die für den Transport von Treibstoffen bedeutende Meerenge ist seit Wochen weitestgehend blockiert.
Treibstoffpreise auf Dreijahreshoch
In Großbritannien kostet der Liter Benzin an den Tankstellen aktuell im Schnitt 1,58 Pfund (1,83 Euro), Diesel 1,85 (2,14 Euro) – so viel wie seit Dezember 2022 nicht mehr, wie der Automobilclub RAC mitteilte. Mehrere Fluggesellschaften haben wegen hoher Kerosinpreise Flüge gestrichen und die Preise erhöht.
Im Einklang mit der Europäischen Union hatte die britische Regierung in den vergangenen Monaten immer wieder neue Sanktionen gegen Russland wegen dessen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängt, um den Druck auf Präsident Wladimir Putin zu erhöhen.
Die konservative Oppositionsführerin Kemi Badenoch bezeichnete die teilweise Lockerung der Sanktionen auf der Plattform X als „wahnsinnig“.
