Einsatz im Ärmelkanal: Großbritannien stoppt russischen Öltanker


Putin und ein Tanker

Trotz Sanktionen verdient Russland am Ölexport und finanziert so den Krieg gegen die Ukraine. Mithilfe von Schattentankern wird das Öl über die Meere transportiert.

14.01.2025 | 43:40 min


Das britische Militär hat nach Angaben von Premierminister Keir Starmer einen Öltanker der sogenannten russischen Schattenflotte gestoppt, der den Ärmelkanal passieren wollte. Er habe die Streitkräfte am frühen Morgen angewiesen, das Schiff abzufangen, teilte der Regierungschef auf der Plattform X mit.

Der erfolgreiche Einsatz versetze Russland einen weiteren Schlag und erinnere diejenigen, die Putins Krieg in der Ukraine befeuern, dass sie sich nicht verstecken könnten.

Mitteilung von Premier Starmer

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Sechsstündiger Einsatz gegen Öltanker der Schattenflotte

„Bei dem ersten Einsatz dieser Art unter britischer Führung wurde das Schiff ‚Smyrtos‘ von Kommandos der Königlichen Marine und speziell geschulten Sicherheitskräften der Nationalen Behörde zur Verbrechensbekämpfung angehalten und überprüft“, teilte das Verteidigungsministerium in London mit.

Das Schiff wird nun vor der Südküste festgehalten und überwacht, während die Ermittlungen andauern.

Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums

„Trotz aller Bemühungen Russlands, Sanktionen zu umgehen und seinen barbarischen Krieg gegen die Ukraine zu schüren“, sei der Tanker aufgebracht worden, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Der sechsstündige Einsatz in den frühen Morgenstunden wurde aus der Luft und von Marineschiffen wie der Fregatte „HMS Sutherland“ unterstützt.

Mitteilung von Premier Starmer

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Verteidigungsminister: „Russland hängt von seiner Schattenflotte ab“

„Russland hängt von seiner Schattenflotte ab, um seinen Konflikt in der Ukraine zu finanzieren, und unser Verbot verschafft Putins illegalem Krieg einen Schlag“, sagte der britische Verteidigungsminister Dan Jarvis mit Verweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Einsatz sei „in enger Koordination mit den Franzosen“ erfolgt.

Eine Störung der Schattenflotte habe „direkt die Ressourcen getroffen, die Russlands Aggression in der Ukraine stützen, und dessen Fähigkeit verringert, die Sicherheit in Europa und darüber hinaus zu bedrohen“, fügte Jarvis hinzu.

Felix Klauser

Russland inszeniert sich beim internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Von Auswirkungen der Sanktionen ist wenig zu spüren, erklärt ZDF-Korrespondent Felix Klauser.

04.06.2026 | 0:54 min


Immer mehr Einsätze gegen Russlands Schattenflotte

Großbritannien hat Sanktionen gegen Hunderte Schiffe verhängt, die mutmaßlich der russischen Schattenflotte angehören. Sie dürfen keine britischen Häfen anfahren oder Infrastruktur nutzen. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte.

Die britische Regierung hatte der Armee des Landes im März die Erlaubnis erteilt, sanktionierte Schiffe der russischen Schattenflotte beim Durchqueren britischer Hoheitsgewässer zu entern und zu beschlagnahmen. London reagierte damit auf die Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl, mit der Washington die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges gegen den Iran dämpfen wollte.

Marcus Keupp zugeschaltet ins ZDFheute live Studio

Angriffe auf die Ölwirtschaft und wachsende Unzufriedenheit in Putins Imperium: Militärökonom Marcus M. Keupp zieht bei ZDFheute live Parallelen zur Lage der Sowjetunion Mitte der 80er-Jahre.

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Vor zwei Wochen hatte Frankreich einen aus Russland kommenden Öltanker im Atlantik überprüft – nach Pariser Angaben auch mit Unterstützung Großbritanniens. Der Kreml kritisierte damals, solche Aktionen grenzten an „internationale Piraterie“. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.

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Quelle: AFP, dpa



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