Durchsuchungen in 28 Städten – Polizei geht gegen Hells Angels vor
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen geht mit einer groß angelegten Razzia gegen die Rockergruppe Hells Angels vor. Laut Innenministerium handelt es sich um einen der größten Einsätze dieser Art in der Geschichte des Landes.
Mit einer großen Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen am Dienstagmorgen gegen die Rocker der „Hells Angels“ vor. 1.200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz, erklärte das Innenministerium in Düsseldorf. Zuvor hatte die Behörde den Verein „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ verboten. Es handelt sich laut Ministerium um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes.
Durchsuchungen in mehr als 50 Wohn- und Geschäftsräumen
Demnach werden seit vier Uhr morgen mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch Spezialeinsatzkräfte sind im Einsatz. Durchsucht werden Wohnungen und Geschäftsräume von Vereinsmitgliedern und Unterstützern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken und Marienheide. In Hagen und Lünen waren die Durchsuchungen nach WDR-Informationen gegen 7:30 Uhr bereits beendet.
Federführend sind die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW). Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Wir suchen nach Waffen, illegalen Drogen und Geld. Eben nach allem, was die kriminelle Kapelle des organisierten Verbrechens so zu bieten hat.
Sprecher NRW-Innenministerium
Auch andere Ortsgruppen bereits verboten
Durchsuchung auch in Hagen
In NRW waren in den vergangenen Jahren bereits andere „Hells Angels“-Ortsgruppen („Chapter“) verboten worden. Zuletzt hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) 2017 den Verein „Hells Angels MC Concrete City“ verboten und aufgelöst. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hatte das Verbot vier Jahre später bestätigt.
Rocker-Clubs im Rauschgifthandel aktiv
Im „Lagebild Organisierte Kriminalität 2024″ erklärte das Landeskriminalamt (LKA), die Aktivitäten der „Outlaw Motorcycle Gangs“ (OMCG) konzentrierten sich auf den Handel mit oder Schmuggel von illegalen Drogen. In diesem Zusammenhang komme es immer wieder zu schwersten Gewaltdelikten „zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung von Machtgefügen“.
Hells Angels größter Club in NRW vor Bandidos
Die Rocker-Szene in Nordrhein-Westfalen wächst – und zugleich verschiebt sich das Machtgefüge. Das geht aus Zahlen des Landeskriminalamts (LKA) hervor, über die die „Neue Westfälische“ vor wenigen Tagen berichtete. Die „Hells Angels“ sind demnach zum größten Rocker-Club in NRW geworden. So zählten die Sicherheitsbehörden mit Stand Juni 2025 insgesamt 438 Mitglieder – ein halbes Jahr zuvor waren es etwa 120 weniger. Grund für die Veränderung dürfte der Wechsel mehrerer ehemaliger Bandidos-Mitglieder zu den „Hells Angels“ sein.
Unsere Quellen:
- Deutsche Presse Agentur
- Innenministerium NRW
- Lagebild Organisierte Kriminalität 2024
- „Neue Westfälische“
Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 28.04.2026, 6:30 Uhr
