Die Brennerautobahn wird in den Pfingstferien gesperrt – was Reisende wissen müssen – Reise


Mitten in den bayerischen und baden-württembergischen Pfingstferien wird die Brennerautobahn komplett gesperrt: Am Samstag, 30. Mai 2026, dürfen sich über viele Stunden nur Fußgänger auf der Fahrbahn aufhalten. Denn für diesen Tag ist eine Demonstration auf der Brennerautobahn genehmigt worden, bei der Anwohner gegen die hohe Verkehrsbelastung protestieren wollen.

Deshalb wird die Autoverbindung durch das Wipptal von 11 bis 19 Uhr in beide Fahrtrichtungen komplett für den Verkehr gesperrt. Am mittleren Samstag in den Pfingstferien reisen traditionell besonders viele Urlauber aus dem süddeutschen Raum nach Italien oder kehren von dort aus dem Urlaub zurück. Ein Überblick.

Welche Straßen genau sind gesperrt?

Für den Durchgangsverkehr wird der gesamte Brennerkorridor in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Neben der Brennerautobahn A13 zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Grenzübergang nach Italien am Brenner ist auch die Brennerstraße (B182) sowie die Ellbögener Straße (L38) für Durchreisende nicht passierbar. Für Lkws gilt an diesem Tag zudem ab 9 Uhr ein Fahrverbot in ganz Tirol.

Womit müssen Reisende rechnen?

Die Tiroler Landesregierung empfiehlt, die Brennerroute am 30. Mai 2026 grundsätzlich zu meiden. Reisende müssten ganztägig mit Einschränkungen rechnen, nicht nur während der Vollsperrung zwischen 11 und 19 Uhr. Auch davor und danach werde es voraussichtlich zu erheblichen Verzögerungen kommen. Die Landesverkehrspolizei behält sich Einschränkungen und Maßnahmen vor, etwa Zurückweisungen bereits an den Grenzübergängen von Deutschland nach Österreich, wenn die Verkehrslage dies erfordern sollte.

Wie lässt sich der Brenner umfahren?

Lokale Ausweichrouten gibt es nicht. Die Landesregierung in Innsbruck empfiehlt, Tirol am 30. Mai 2026 großräumig zu umfahren. Das bedeutet: entweder durch die Schweiz über den Gotthard- oder den San-Bernardino-Pass, was sich vor allem für jene empfiehlt, die an die Oberitalienischen Seen wollen. Oder über den Reschenpass, um nach Südtirol, vor allem in den westlichen Teil, zu gelangen. Mögliche Alternativen sind außerdem die Tauern- oder Pyhrn-Autobahn für jene, die in Richtung Adria unterwegs sind.

Weshalb ist die Strecke gesperrt?

Der Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, hat als Privatperson eine Demonstration in der Zeit von 13 bis 17 Uhr auf der Brennerautobahn angemeldet im Bereich der Anschlussstelle bei Matrei. Die Anwohner mehrerer Ortschaften im Wipptal wollen gegen die hohe Belastung durch den Verkehr auf dieser viel befahrenen Transitroute protestieren. Sie fordern unter anderem eine Beibehaltung der Nacht- und Feiertagsfahrverbote für Lkws sowie bessere Lärmschutzmaßnahmen durch die österreichische Autobahnbehörde Asfinag.

Die Asfinag erklärt, dass das normale Verkehrsaufkommen rund um den Zeitpunkt der Sperrung bei etwa 32 000 Fahrzeugen liege. Es werden also Zehntausende Menschen von den Auswirkungen der Demonstration betroffen sein.

Kann es sein, dass die Demonstration noch untersagt wird?

Nein. Bereits zweimal zuvor ist eine solche Protestversammlung beantragt worden, beide Male wurde sie nicht genehmigt. Die Bezirkshauptmannschaft hatte das unter anderem mit einer „extremen, weiträumigen, langwährenden und sicherheitsgefährdenden Störung des Straßenverkehrs auf einer Schlüsselverbindung“ begründet.

Im vergangenen Jahr gab dann das Tiroler Landesverwaltungsgericht einer Beschwerde von Karl Mühlsteiger statt, weil es die Versammlungsfreiheit verletzt sah. Eine Untersagung der Demonstration gegen eine hohe Verkehrsbelastung am Brenner und im Wipptal „mit einer hohen Verkehrsbelastung zu begründen, führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum“, entschied das Gericht. Damit liegt ein letztinstanzliches Urteil vor.

Gibt es für bestimmte Fahrzeuge Ausnahmen?

Nein, die Vollsperrung betrifft sämtliche motorisierte Fahrzeuge.

Ist es möglich, nach Tirol anzureisen?

Der sogenannte Quell- und Zielverkehr bleibt auf der Brenner-Bundesstraße erlaubt. Das bedeutet, dass nicht nur Einheimische, sondern auch Urlauber, die an diesem Tag nach Tirol anreisen oder von dort abreisen, diese Straße auch während der Sperrung nutzen dürfen. Sie müssen allerdings nachweisen, dass sie im Tiroler Wipptal oder in den Seitentälern – Gschnitztal, Navistal, Obernbergtal, Schmirntal und Valsertal – Ferien verbringen werden oder verbracht haben. Die Polizei wird mit einem großen Aufgebot Kontrollen vornehmen. Mit Verkehrsverzögerungen ist in ganz Tirol zu rechnen.

Gibt es eine Rückerstattung für bereits gekaufte digitale Vignetten und Streckenmaut?

Die Asfinag erstattet im Fall dieser Sperrung keine bereits entrichteten Mautgebühren und begründet das auch damit, dass sie die Sperrung weder veranlasst hat noch dafür verantwortlich ist. Allerdings besteht grundsätzlich und unabhängig von diesem Einzelfall die Möglichkeit, den Gültigkeitszeitraum einer digital erworbenen 10-Tages-Vignette online zu verschieben, sodass man sie zu einem späteren Zeitpunkt nutzen kann. Digitale Tickets für eine Streckenmaut, wie sie zusätzlich am Brenner erforderlich ist, behalten, einmal gekauft, ein Jahr lang ihre Gültigkeit bis zu dem Moment, an dem sie eingesetzt werden.



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