Deutsche Schiffe laut Pistorius bereit für Hormus-Einsatz
Die beiden Schiffe der deutschen Marine – das Minenjagdboot „Fulda“ und der Tender „Mosel“ – sollen sich im Roten Meer vor Dschibuti bereithalten, um schnell in der Straße von Hormus einsatzbereit zu sein. „Wir wollen, wenn es gefordert ist und Realität wird, schnell handlungsfähig und vor allen Dingen schnell dann in der Straße von Hormus sein“, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius dazu in Brüssel, wo er seine Amtskollegen aus den NATO-Staaten traf.
Die Schiffe sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums in einem multinationalen Verband unterwegs und brauchen noch fünf bis sieben Tagen bis zu ihrem Zwischenziel. Insgesamt befinden sich demnach rund 140 Soldaten und Soldatinnen an Bord.
Die Bundeswehr hatte die Schiffe bereits Anfang Mai ins östliche Mittelmeer verlegt. Mittlerweile haben sie den Suezkanal durchfahren. Deutschland gilt bei der Minenräumung international als eine der führenden Nationen.
Drohnen sollen Minen orten
Die 1998 in Dienst gestellte „Fulda“ verfügt über eine Druckkammer für Taucher und ist mit Drohnen ausgerüstet, die Minen orten können. Minentaucher können die Sprengkörper dann unschädlich machen. Neben autonomen Drohnen, die ein bestimmtes Seegebiet selbstständig erkunden, stehen gelenkte Unterwasserdrohnen zur Verfügung, die über eine Kamera und einen Greifer verfügen.
Experten gehen davon aus, dass der Iran kurz nach Beginn des Krieges mehrere Dutzend Seeminen in der Meerenge verteilt haben soll – auch wenn Teheran einen solchen Einsatz nie bestätigt hat. US-Präsident Donald Trump teilte zwischenzeitlich mit, dass einige der Minen bereits geborgen worden seien.
Während des Transits beteiligen sich die Schiffe an der EU-Marinemission „Aspides“ und tragen zum maritimen Lagebild im Roten Meer bei. Sie sammeln also Informationen, die auch Grundlage für weitere Entscheidungen sein können.
Pistorius: „Wir sind jedenfalls ready“
Die Bundesregierung will zeigen, dass sie in einer internationalen Koalition einen Beitrag zum Schutz der Schifffahrt in der Straße von Hormus leisten will. „Wir sind jedenfalls ready“, sagte Pistorius dazu. Für die Fahrt näher an das mögliche Einsatzgebiet sei noch kein Mandat des Bundestages nötig, sagte Pistorius. Dieser Schritt sei abgedeckt über das deutsche Mandat für „Aspides“.
Ob es überhaupt zu einem Minenräumeinsatz in der Straße von Hormus komme, sei noch offen, erklärte Pistorius. Nötig sei ein klarer internationaler völkerrechtlicher Rahmen, der unterschiedliche Ausformungen haben könne. Dazu kommt das Mandat des Bundestages, der damit vor der Sommerpause befasst werden soll.
Nötig seien zudem die Zustimmung des Irans und des Omans für Minenräumaktivitäten, sagte Pistorius weiter. Die Bundeswehrsoldaten sollen laut Pistorius nicht in eine unklare Lage gebracht werden, in der sie selbst Ziel werden könnten.
Vieles hänge jetzt davon ab, wie die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in den nächsten 60 Tagen verliefen, fügte der Minister hinzu. „Sehr zu begrüßen“ sei jedenfalls der „Fortschritt, den es jetzt mit der Verabredung darüber gibt, die Kampfhandlungen sofort einzustellen“.
gri/ie (dpa, afp)
Redaktionsschluss 16.00 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!
