Deutsche Gaza-Aktivisten waren laut Auswärtigem Amt verletzt
Die abgeschobenen Gaza-Aktivisten werfen Israel Misshandlungen und sexualisierte Gewalt vor. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes wiesen auch deutsche Aktivisten Verletzungen auf. Das Ministerium fordert Aufklärung.
Mehrere der von Israel abgeschobenen Gaza-Aktivisten aus Deutschland sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes verletzt worden. Dies hätten Diplomaten nach der Landung der Männer und Frauen am Donnerstagabend in Istanbul in Erfahrung gebracht, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes.
Zudem bekräftigte er die Kritik der Bundesregierung an einer „erniedrigenden Behandlung“ der Festgenommenen in Israel. „Das ist aus unserer Sicht einfach ein unsägliches Verhalten.“ Für das Auswärtige Amt habe eine menschenwürdige Behandlung der eigenen Staatsangehörigen „absolute Priorität“, sagte der Sprecher. Dazu gehöre vor allem die körperliche Unversehrtheit. Man erwarte eine Aufklärung der „gravierenden Vorwürfe“.
Gefängnisbehörde weist Anschuldigungen zurück
Die Organisatoren der Bootsflotille erhoben nach der Abschiebung der mehr als 400 Aktivisten schwere Anschuldigungen gegen Israel. Mehrere Menschen seien misshandelt worden. Einige hätten in Krankenhäusern behandelt werden müssen und mindestens 15 Aktivisten berichteten von sexualisierter Gewalt gegen sie, heißt es in Internet-Posts der Organisatoren.
Die israelische Gefängnisbehörde wies die Anschuldigungen zurück, die nicht unabhängig überprüft werden können.
Gaza-Hilfsflotte bei Zypern gestoppt
Ein Video des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir, das die Gaza-Aktivisten nach ihrer Festnahme in demütigender Weise zeigte, hatte zuvor international Empörung ausgelöst.
Israelische Soldaten hatte die aus mehr als 50 Booten bestehende Gaza-Flotte in internationalen Gewässern bei Zypern gestoppt. Etwa 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen und auch Hilfsgüter dorthin bringen. Das israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der Hamas“.
