Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt gescheitert


Eilmeldung

Nach langer Vorbereitung:FCAS: Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt gestoppt

Das milliardenschwere Projekt eines deutsch-französischen Kampfjets ist gescheitert. Merz und Macron hätten entschieden, dass es nicht dazu kommt, hieß es in Berlin.

Das Modell eines Kampfjets, im Vordergrund eine Tafel, auf der "FCAS" steht.

Das gemeinsame Kampfjet-Projekt FCAS steht vor dem Aus. Die deutsch-französischen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen nehmen im Gegensatz dazu an Fahrt auf.

Quelle: AFP


Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich nach Informationen des ZDF-Hauptstadtstudios darauf verständigt, die gemeinsamen Kampfflugzeug-Pläne im Rahmen des FCAS-Projekts zu beenden.

Merz und Macron seien zu der gemeinsamen Einschätzung gekommen, dass die Unternehmen Dassault und Airbus beim Bau des gemeinsamen Kampfflugzeugs nicht zusammenfinden, hieß es weiter. „Diese Realität erkennen sie an“, hieß es weiter. „Bundeskanzler Merz hat Präsident Macron deshalb nahegelegt, den Bau eines gemeinsamen Kampfflugzeuges nicht weiter zu verfolgen.“

FCAS

Das Zukunftsprojekt FCAS, ein europäischer Kampfjet, stand unter keinem guten Stern. Schon im Dezember berichtete ZDF, dass Airbus und das französische Unternehmen Dassault sich über die Führung, Arbeitsteilung und das Design streiten.

17.12.2025 | 2:17 min


Kein komplettes Aus für deutsch-französisches Projekt

Der „eigentliche Kern von FCAS“ solle aber als „europäisches System der Systeme fortgeführt werden“, hieß es seitens der Bundesregierung. Dieses sei „gewissermaßen das Nervensystem, das Flugzeuge, Drohnen und andere Bestandteile zu einem integrierten Ganzen vernetzt“. Beim deutsch-französischen Ministerrat in diesem Monat sollten beide Verteidigungsministerien einen „gemeinsamen, zeitgemäßen Arbeitsplan zur verteidigungsindustriellen Zusammenarbeit formulieren – konzentriert auf wenige realistische, relevante Vorhaben“.

Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Geplant war das System als Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung ab den 2040er Jahren. Ein mit Tarnkappentechnik ausgestatteter Kampfjet sollte bei der deutschen Luftwaffe langfristig den Eurofighter Tycoon und bei den französischen Luftstreitkräften das Kampfflugzeug Rafale ablösen.

Jeweils eigener Kampfjet gilt als wahrscheinlich

Für die französische Luftwaffe gelten dabei jedoch andere Anforderungen als für die deutsche. So sollen französische Jets auch auf einem Flugzeugträger landen oder Atomwaffen tragen können. Die deutsche Luftwaffe braucht hingegen eher ein schnelles Jagdflugzeug. Deshalb galt es schon seit einiger Zeit als wahrscheinlich, dass Deutschland und Frankreich jeweils einen eigenen Kampfjet auf Grundlage einer gemeinsamen Plattform entwickeln.

Auch ein Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus verzögerte das Projekt seit Monaten. Der französische Rüstungskonzern Dassault nahm für sich eine Führungsrolle bei der Entwicklung des Kampfjets in Anspruch. Bei Airbus war man der Ansicht, Dassault halte sich damit nicht an Absprachen. 

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Quelle: dpa, Reuters

Über dieses Thema berichte die heute-Sendung am 08.06.2026 ab 17:00 Uhr.



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