Business-Liveticker: Deutsche Industrie erhält trotz Irankrieg überraschend viele Aufträge



Für eine ‌wirkungsvolle Aufstockung müsste der Bund freilich Milliardenbeträge in ‌die Hand nehmen. Das könne sich angesichts der Rolle der Commerzbank als Finanzier des Mittelstands lohnen, sagten mehrere Insider. Mit dem Verkauf von 4,5 Prozent an der Commerzbank hatte die vorherige Bundesregierung der Unicredit selbst die Tür geöffnet. Damals hatte der Bund gut 700 Millionen Euro erlöst, heute wäre das gleiche Paket fast ​1,8 Milliarden Euro wert. Die Commerzbank hält noch gut vier Prozent ⁠eigene Aktien, die sie eigentlich einziehen will. Um auf eine Sperrminorität zu kommen, müsste die KfW im Auftrag des Bundes fast fünf Milliarden aufwenden.

Unicredit-Chef ​Andrea Orcel hatte am Dienstag offiziell ein Übernahmeangebot für die Commerzbank gestartet. Er will damit den Anteil der Mailänder Bank an der Commerzbank von gut 26 auf mehr als 30 ⁠Prozent schrauben. ‌Danach hätte Unicredit – spätestens Anfang des Jahres 2027 – freie Hand für weitere Aktienkäufe. Die Commerzbank-Führung um Bettina Orlopp kämpft gegen eine Übernahme, die sie als feindlich erachtet, und weiß dabei die Bundesregierung hinter sich. Doch deren Möglichkeiten sind mit einem Anteil von zwölf Prozent begrenzt.

„Die Bundesregierung sollte weiterhin klar signalisieren, dass eine feindliche Übernahme der ⁠Commerzbank nicht ⁠im Interesse des Bankenstandorts Deutschland liegt“, sagte SPD-Politiker Zorn. Denn diese hätte auch wirtschafts- und finanzpolitische Folgen. „Die Commerzbank spielt eine zentrale Rolle für den deutschen Mittelstand, ⁠insbesondere seine Auslandsgeschäftsfinanzierung, den Finanzplatz ​Frankfurt und ⁠die wirtschaftliche Resilienz Deutschlands.“ Unicredit hat vor allem das große Auslandsnetz ​der Commerzbank in Frage gestellt. Die Commerzbank will am Freitag eigene Pläne vorstellen, wie sie ohne ‌einen Verkauf an Unicredit noch profitabler werden könnte.

Auch viele Commerzbank-Kunden wenden sich offen gegen einen Verkauf an Unicredit. Michael Wisser, Chef der Frankfurter Gebäudereinigungs- ​und Dienstleistungs-Gruppe Wisag, sieht den Staat dabei in einer Schlüsselrolle: „Ich glaube ​fest daran, dass es keinen Deal geben wird, wenn sich die Bundesregierung sehr deutlich positioniert. Dann wird auch nichts passieren.“ 



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