Auswärtiges Amt sorgt sich um deutsche Staatsbürger in Mali


Angesichts der heftigen Gefechte zwischen der Armee und bewaffneten Angreifern in Mali hat das Auswärtige Amt (AA) in Berlin deutsche Staatsbürger in dem westafrikanischen Krisenstaat zu äußerster Vorsicht aufgerufen. „Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, an einem sicheren Ort zu bleiben und Mali auf dem Luftweg zu verlassen, wenn die Sicherheitslage dies zulässt und der Flugbetrieb wieder aufgenommen wurde“, heißt es in aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des AA.

Das Amt warnte zugleich vor Ausreisen über Land, da die Nationalstraßen „derzeit Ziele von Angriffen terroristischer Gruppen“ seien. Der internationale Flughafen in der malischen Hauptstadt Bamako ist seit Sonntagmorgen wohl wieder geöffnet.

Straße in der malischen Hauptstadt Bamako
In der Hauptstadt Bamako wurde zwischen 21 und 6 Uhr eine Ausgangssperre verhängtBild: Aboubacar Traore/REUTERS

Für Bamako wurde am Samstag zunächst für 72 Stunden eine nächtliche Ausgangssperre ausgerufen. Auch für andere Regionen des Landes seien Ausgangssperren in Kraft, wurde mitgeteilt. Die Maßnahmen könnten bei Bedarf verlängert werden, erklärte der malische Bezirksgouverneur.

Erneut Kämpfe in Nordmali

In der wichtigen nordmalischen Stadt Kidal brachen erneut Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen aus, die von russischen Söldnern unterstützt werden. Das berichteten Tuareg-Rebellen und ein lokaler Politiker der Nachrichtenagentur AFP.

Bereits am Samstag hatte sich eine mit dem Al-Kaida-Netzwerk verbundene dschihadistische Gruppe mit Tuareg-Rebellen zusammengeschlossen, um koordinierte Angriffe auf die Armee im von einer Militärjunta regierten Mali zu starten. In Bamako und weiteren Städten des westafrikanischen Krisenstaates war es zu heftigen Gefechten zwischen der Armee und bewaffneten Angreifern gekommen.

Mali Kati 2026 | Bewaffnete Dschihadisten auf den Straßen in Kati
Bewaffnete Dschihadisten In der Stadt Kati, nördlich von BamakoBild: UGC/AFP

Kidal, eine Hochburg der Tuareg, war im November 2023 von der malischen Armee mit Unterstützung der russischen Wagner-Söldner zurückerobert worden. Damit endete eine mehr als zehnjährige Kontrolle der Stadt durch Rebellen.

Die Tuareg-Rebellengruppe FLA erklärte nun, sie habe Stellungen in der nördlichen Region Gao eingenommen. „Gemeinsam führen wir eine wahrhaftige Transformation aus, im Dienste der Religion, des Landes und des Volkes“, erklärte die Gruppe zur Unterstützung des Islam und der Muslime (JNIM).

Guterres verurteilt Gewalttaten

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte indes die „Gewalttaten“ in Mali. Er rief zudem zu koordinierter internationaler Unterstützung auf, um der „Bedrohung durch gewalttätigen Extremismus und Terrorismus in der Sahelzone zu begegnen“, wie sein Sprecher mitteilte.

In Mali hängen zwei Bundeswehrsoldaten hängen die deutsche Fahne ab
Deutschland beendete 2023 seinen UN-Einsatz in MaliBild: Nana Ehlers/Bundeswehr/dpa/picture alliance

Deutschland war über Jahre ⁠mit der Bundeswehr an der UN-Friedensmission MINUSMA in Mali beteiligt. Die Truppe stellte unter anderem Aufklärungsdrohnen, Kampf- und Transport-Hubschrauber sowie Stabspersonal in ⁠Bamako, um zum Gesamtlagebild der Vereinten ​Nationen beizutragen.

Nachdem die malische Militärregierung im Juni 2023 jedoch die Zusammenarbeit aufgekündigt und den Abzug aller UN-Kräfte gefordert hatte, beschloss der UN-Sicherheitsrat das Ende der Mission. Die letzten Bundeswehrsoldaten aus Mali kehrten im Dezember 2023 nach Deutschland zurück.

as/wa (afp, dpa, ap)



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