Amnesty International: Wenige Länder treiben weltweite Zahl der Hinrichtungen in die Höhe


An einem Gerüst aus braunem Metall hängt eine orangenfarbene Schlinge. Dahinter unscharf ein Gebäude mit Wachturm.

Galgen für Hinrichtungen in Afghanistan. (imago stock&people)

Darin heißt es weiter, der hohe Anstieg gehe vor allem auf einige wenige Staaten zurück, die die Todesstrafe gezielt als Instrument der Einschüchterung einsetzten.
Die im Bericht erfassten über 2.700 Hinrichtungen bilden demnach nur einen Teil des tatsächlichen Ausmaßes ab. Nicht dokumentiert seien wie bereits in der Vergangenheit die Fälle in China, wo Daten zu Exekutionen geheim gehalten würden. Geschätzt seien dort mehrere tausend Personen hingerichtet worden und damit die meisten Menschen weltweit. Auch zu Nordkorea und Vietnam, wo die Todesstrafe nach Einschätzung von Amnesty ebenfalls in großem Umfang vollstreckt wird, gibt es keine belastbaren Zahlen.

„Instrument der Unterdrückung“

Im Iran werde die Todesstrafe verstärkt als Instrument der Unterdrückung und zur Verbreitung von Angst eingesetzt. Dort seien im vergangenen Jahr mindestens 2.159 Menschen hingerichtet worden, mehr als doppelt so viele wie 2024. In Saudi-Arabien habe es mindestens 356 Exekutionen gegeben. Anstiege bei der Vollstreckung der Todesstrafe verzeichnete Amnesty auch in den USA (von 35 auf 47), in Singapur (von neun auf 17), Ägypten (von 13 auf 23) und Kuwait (von sechs auf 17).

Hinrichtungen gab es 2025 laut dem Bericht noch in zehn anderen Ländern. Im Gegensatz dazu hätten mehr als zwei Drittel aller Staaten weltweit die Todesstrafe gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft. In Europa und Zentralasien seien 2025 keine Todesurteile verhängt und keine Hinrichtungen vollstreckt worden. Auf dem amerikanischen Kontinent habe es einzig in den USA Exekutionen gegeben, in Afrika hätten drei von 54 Staaten Hinrichtungen durchgeführt, so Amnesty.

Diese Nachricht wurde am 18.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



Source link

Ähnliche Beiträge