Alexander Zverev ist bereit für sein Happy End


Der Deutsche Alexander Zverev jubelt nach seinem Sieg gegen den Tschechen Jakub Mensik am Ende ihres Halbfinales im Herreneinzel am 13. Tag der French Open auf dem Court Philippe-Chatrier im Roland-Garros-Komplex in Paris am 05.06.2026.

Noch ein Sieg bis zur Erfüllung des großen Traums: Tennis-Star Alexander Zverev spielt bei den French Open am Sonntag um den Titel.

Quelle: AFP


Eigentlich weiß Alexander Zverev, wie sich so eine Grand-Slam-Trophäe anfühlt. Denn eine hat er in seiner Karriere schon gewonnen: 2014 bei den Australian Open, im Junioren-Wettbewerb. Damals war Zverev 16 Jahre alt und viele hatten ihm bereits seit Kindertagen eine große Tennis-Karriere prophezeit.

Dass es dann aber nochmal zwölf lange Jahre dauern würde, bis Zverev endlich die Erwachsenen-Version eines solchen Pokals in Händen halten könnte, hätte er selbst wohl auch nicht gedacht. Drei Endspiele bei Grand-Slam-Turnieren hat der 29-Jährige bisher erreicht, aber alle verloren. Im Endspiel der French Open am Sonntag gegen den Italiener Flavio Cobolli ist seine Chance auf den ersehnten Titel so groß wie nie. Und vielleicht ist es seine letzte.

Alexander Zverev beim Aufschlag

Nur im dritten Satz hat Alexander Zverev gegen Jakub Mensik Probleme, dann bringt er den Halbfinal-Sieg bei den French Open nach Hause.

05.06.2026 | 0:44 min


Ordentliche Leistung reicht Zverev gegen Mensik

Überzeugend, fokussiert und bedingungslos hatte sich Zverev durch seine sechs Spiele auf der roten Asche von Roland Garros in Paris gekämpft und seine Kritiker so restlos zum Schweigen gebracht. Gegen den erschöpften Tschechen Jakub Mensik reichte eine ordentliche Leistung im Halbfinale, um zum zweiten Mal bei den French Open im Endspiel zu stehen.

Ich habe es geschafft, habe gewonnen, ich bin glücklich. Ich hoffe, ich spiele am Sonntag ein weiteres großartiges Match.

Alexander Zverev

Drei Grand-Slam-Finals – immer war etwas

Ein Sieg fehlt noch, dann hätte der Unvollendete doch seinen Frieden gefunden. Stets hing Zverev dieser Makel an, der fehlende Grand-Slam-Sieg, weil er ihn selbst für sich als das wichtigste Ziel ausgegeben hatte. Er selbst war sich mit seiner Karriere nicht genug, obwohl er zweifacher Weltmeister, Olympiasieger und Gewinner mehrerer Masters-Titel ist.

Zverev lief dem großen Titel erfolglos hinterher, denn immer war etwas. 2020 bei den US Open fehlten ihm zwei Punkte zum Titel, aber die Nerven spielten nicht mit. Vor zwei Jahren bei den French Open brach Zverev gegen Carlos Alcaraz im vierten Satz körperlich ein. Und im vergangenen Jahr bei den Australian Open war er im Finale gegen Jannik Sinner chancenlos.

Alexander Zverev

Nach dem Einzug ins French-Open-Finale spricht Alexander Zverev über eine der Schlüssel-Szenen im Halbfinale gegen Jakub Mensik und blickt auf Final-Gegner Flavio Cobolli.

05.06.2026 | 0:44 min


Zverev erfindet sein Spiel neu

Oft haderte Zverev über die Jahre mit den Stimmen von außen, die ihn wegen seiner zu ausrechenbaren und oft zu passiven Spielweise kritisierten. Und doch hatte er sie zum Beginn dieser Saison endlich gehört – oder vielmehr erhört.

Zverev stellte sein Spiel um, agiert aggressiver, sucht jetzt stetig die Position dicht an der Grundlinie anstatt viele Meter dahinter, um mehr Druck auszuüben. Auch bei seinen Aufschlägen, seiner größten Waffe, geht er noch mehr Risiko.

Alexander Zverev breitet die Arme aus nach seinem Sieg über Rafael Jodar

Alexander Zverev besteht bei den French Open auch den Härtetest gegen Rafael Jodar. Gegen den Spanier spielt er groß auf und gewinnt das Viertelfinal-Match 7:6 (7:3), 6:1, 6:3.

02.06.2026 | 0:45 min


Gegen Mensik hatte Zverevs zweiter Aufschlag im Schnitt ein Tempo von wahnwitzigen 180 km/h. Boris Becker schwärmte danach als TV-Experte: „So etwas habe ich noch nie gesehen, damit hat er heute gewonnen.“

Zverev ist bereit für den Titel

Dieses Mal scheint für Zverev endlich alles zu passen. Er ist fit, sein Spiel ist auf dem besten Level und der Druck scheint an ihm abzuperlen. Ohne Jannik Sinner und Carlos Alcaraz, ohne Novak Djokovic oder andere Topspieler wurde Zverev in Paris plötzlich der große Favorit. Und erstmals scheint er aus dieser Rolle eine Stärke zu machen.

Alexander Zverev: Noch ein Schritt zum Titel

Respekt für Jakub Mensik, aber Alexander Zverev war einfach besser und gewinnt 7:5, 6:2, 3:6, 6:3. Final-Gegner ist Flavio Cobolli, der kampflos weiterkam, da Matteo Arnaldi erkrankte.

Quelle: Alain Jocard / AFP


Am Sonntag könnte sich der Kreis für Zverev endlich schließen. Wie er an diesem Punkt doch noch angekommen ist, wollte er nach dem Halbfinale noch nicht beantworten. „Fragt mich das am Sonntag bitte nochmal“, sagte er. Es dürfte der wichtigste Tag seiner Tennis-Karriere werden.

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Quelle: Reuters


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