Warum schnelles Internet in Deutschland fehlt


Auf einer Baustelle liegen zahlreiche orangefarbene Glasfaserkabel in dichten Schlaufen auf dem Boden. Ein rot-weißer Verkehrskegel steht in der Mitte und wird teilweise von den Kabeln umschlungen. Der Untergrund besteht aus Asphalt und Erde, was auf laufende Bauarbeiten für den Netzausbau hinweist.

Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet voran und ermöglicht Zugang zu schnellem Internet. Doch viele zögern noch, da der Ausbauaufwand hoch ist. Warum es sich dennoch lohnen kann.

18.05.2026 | 7:06 min


In vielen Orten in Deutschland wird gebuddelt und gebaut: Der Glasfaserausbau in Deutschland schreitet voran. Nichtsdestotrotz sind andere Länder in Europa deutlich weiter.

Spanien, Portugal oder Frankreich haben Glasfaser-Quoten jenseits der 90 Prozent. Deutschland liegt laut Daten des europäischen Glasfaserverbands FTTH Council Europe mit knapp unter 60 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt.

Menschen sitzen und stehen um ein Plakat der re:publica mit dem Mottospruch. Im Hintergrund ein Gebäude bei sonnigem Wetter.

Jeden Tag nutzen wir die digitale Infrastruktur mächtiger Tech-Konzerne – und geben dabei sensible Daten preis. Auf der „re:publica“ steht die Frage im Zentrum: „Wie erobern wir das Netz zurück?“

18.05.2026 | 1:35 min


Warum Deutschland beim Glasfaserausbau zurückliegt

Für Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, liegt der Grund, warum Deutschland beim Glasfaserausbau zurückliegt, in der Vergangenheit. „Wir haben früher eine Kupferverkabelung gehabt. Dann haben wir das verbessert.“ Das reiche vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern auch, sagt Müller.

Ein Indiz: Obwohl vielfach die Leitungen bis zum Haus liegen, wird kein Nutzungsvertrag abgeschlossen. Diese Take-up-Rate für Glasfaser liegt nur bei 27 Prozent. Viele Unternehmen und Haushalte kommen offenbar noch mit bestehenden Kabel- oder schnellen DSL-Anschlüssen zurecht.

Für die Glasfaserausbau-Unternehmen sei außerdem die finanzielle Belastung in den letzten Jahren definitiv gewachsen, meint der Chef der Bundesnetzagentur. Das bestätigt Sven Knapp, Geschäftsleiter des Bundesverbands Breitbandkommunikation (BREKO): Allein der Tiefbau sei in den vergangenen fünf Jahren um rund 40 Prozent teurer geworden.

ZDF-Reporter Sven-Hendirk Hahn im Gespräch

Der Glasfaserausbau kommt langsamer voran als geplant. Lohnt sich Glasfaser wirklich? Was bedeutet ein Anschluss konkret für den eigenen Haushalt? Genau das klärt ZDF-Reporter Sven-Hendrik Hahn.

28.04.2026 | 5:59 min


Schnelles Internet ist Wirtschaftsfaktor

Vor allem für Unternehmen ist schnelles Internet aber ein wichtiger Faktor. „Glasfaser ist neben der Energieversorgung und der Verkehrsanbindung ein Standortfaktor für die Ansiedlung und den Halt von Unternehmen“, stellt der Bundesverband Breitbandkommunikation fest.

Laut BREKO-Geschäftsleiter Sven Knapp würden 78 Prozent der Unternehmen, die keinen schnellen Internetanschluss haben, darüber nachdenken, „diesen Standort zu wechseln, um mithalten zu können mit Wettbewerbern aus dem Ausland“. Dabei beruft sich Knapp auf eine YouGov-Umfrage vom Januar 2026.

Digitale Infrastruktur für Unternehmen wichtiger als Standort

Wie wichtig die digitale Infrastruktur ist, zeigt sich bei der IT-Beratung b-pisec. Die Mitarbeiter arbeiten deutschlandweit verteilt, Meetings laufen per Videokonferenz. Geschäftsführer Björn Bausch sieht Glasfaser als „absolut essentielle“ Grundlage: „Wenn das ausfällt, haben wir ein Problem, weil wir nicht mehr miteinander zusammenarbeiten können, weil wir auf unsere Daten nicht zugreifen können, die in der Cloud liegen“, betont er.

Ohne die stabile Leitung geht bei uns nichts.

Björn Bausch, Geschäftsführer der IT-Beratung b-pisec

Ein gelbes Schild mit der Schrift "Glasfaserausbau". Um das Schild herum stehen Baustellenabkrezungen.

Bisher hat erst gut ein Viertel der Haushalte, Unternehmen und Behörden einen Glasfaseranschluss. Vor allem in eng bebauten Gegenden stoßen die Baufirmen auf Probleme.

14.08.2025 | 1:29 min


Datenmenge steigt weiter

Vor allem Anwendungen rund um Cloud-Dienste, Künstliche Intelligenz oder IT-Sicherheit treiben die Datenmengen nach oben.

Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.

Janine Jahreiß, Digitalverband Bitkom

Nach Bitkom-Angaben verfügen 76 Prozent der Unternehmen über einen schnellen Gigabit-Anschluss, etwa die Hälfte könnte Glasfaser nutzen.

Ein Datum für den Umstieg auf Glasfaser gibt es nicht. Für die Anbieter ein Dilemma, zumal klar ist: In Zukunft kann das Probleme geben, wenn die Datenmengen weiter steigen und die Kupferleitungen an ihre Grenzen kommen.

Worauf es beim Wechsel ankommt

:Glasfaser: Wann einsteigen und zu welchen Bedingungen?

Schnell und stabil: Glasfaser gilt als Internetanschluss der Zukunft. Doch ist es nötig und nicht zu teuer? Wie Sie Kostenfallen vermeiden und die richtige Entscheidung treffen.

von Sven-Hendrik Hahn

mit Video3:22

Glasfaserkabel

Kein fixes Datum für finalen Umstieg auf Glasfaser

Lange galt das politische Ziel, Deutschland bis 2030 flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen – um dann DSL abschalten zu können. Doch Branchenvertreter rechnen längst damit, dass das erst Mitte des kommenden Jahrzehnts nach und nach passieren dürfte. Ein fixes Datum für den Umstieg auf Glasfaser gibt es nicht. Für die Anbieter ein Dilemma. Zumal klar ist: In Zukunft kann das Probleme geben, wenn die Datenmengen weiter steigen und die bestehenden Leitungen an ihre Grenzen kommen.

Klar ist: Je stärker Unternehmen auf Cloud-Anwendungen, digitale Zusammenarbeit und KI setzen, desto wichtiger werden stabile, moderne Leitungen. Die Frage lautet nicht mehr, ob Deutschland Glasfaser braucht, sondern ob der Ausbau schnell genug gelingt.

Sven-Hendrik Hahn ist Redakteur der ZDF-Wirtschaftssendung WISO.

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Über dieses Thema berichtete WISO am 18.05.2026 ab 19:25 Uhr.



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