Schüsse in der Nähe des Weißen Hauses


In der Nähe des Amtssitzes von US-Präsident Donald Trump hat ein Mann auf Sicherheitskräfte des Secret Service geschossen. Nach dem Angriff in der Nähe des Weißen Hauses in Washington hätten die Beamten zurückgeschossen und den mutmaßlichen Schützen tödlich verletzt, teilte der Kommunikationschef des Secret Service, Anthony Guglielmi, mit. Nach den Schüssen riegelte ein Großaufgebot an Sicherheitskräften weiträumig das Weiße Haus ab, in dem sich Trump aufhielt.

Bei dem Schusswechsel wurde auch ein Passant getroffen

Der US-Präsident sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt worden, erklärte Guglielmi. Demnach hatte gegen 18.00 Uhr Ortszeit am Samstag (24.00 Uhr MESZ) ein Mann unweit der Sicherheitszone rund um das Weiße Haus „eine Waffe aus seiner Tasche gezogen und begonnen zu schießen“. 

Beweismarkierungen am Tatort nahe dem Weißen Haus in Washington
US-Präsident Trump befand sich im Weißen Haus, als der Vorfall passierteBild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance

Guglielmi führte aus, die Beamten des für den Schutz des US-Präsidenten zuständigen Secret Service hätten zurückgeschossen, „trafen den Verdächtigen, der in ein Krankenhaus in der Gegend gebracht wurde, wo er für tot erklärt wurde“. Bei dem Schusswechsel wurde demnach außerdem ein Passant getroffen. Zu seinem Zustand äußerte sich der Secret Service nicht. Seine Beamten blieben unverletzt.

Trump schwänzte Hochzeit seines Sohnes

Mehrere US-Medien berichteten, bei dem Angreifer habe es sich um den 21-jährigen Nasire B. aus dem Bundesstaat Maryland gehandelt. Er sei in der Vergangenheit durch psychische Probleme aufgefallen und sei wiederholt mit Beamten des Secret Service aneinandergeraten. 

US-Präsident Trump hatte sich während des Vorfalls im Weißen Haus aufgehalten. Wie er selbst mitgeteilt hatte, blieb der 79-jährige Staatschef über das Feiertagswochenende in Washington, um an einer Vereinbarung zur Beendigung des Iran-Kriegs zu arbeiten, statt an der Hochzeit seines ältesten Sohnes Donald Trump Jr. teilzunehmen. 

Polizei- und Rettungswagen auf der Straße: Polizei sperrt Straßen rund um das Weiße Haus in Washington nach Schüssen
Laut dem Secret Service wurde kein Beamter verletztBild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance

Der Amtssitz des US-Präsidenten wurde nach den Schüssen von zahlreichen Sicherheitskräften weiträumig abgeriegelt. Der Chef der US-Bundespolizei FBI, Kash Patel, erklärte im Onlinedienst X, Beamte seiner Behörde unterstützten nach den Schüssen „in der Nähe des Geländes des Weißen Hauses“ vor Ort den Secret Service.

„Die politische Gewalt muss aufhören“

Journalisten, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Nordrasen des Weißen Hauses aufhielten, berichteten auf X, sie seien angewiesen worden, loszulaufen und im Pressekonferenzsaal des Weißen Hauses Schutz zu suchen.

Der Fox-News-Moderator Bret Baier sagte unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsmitarbeiter, der Schütze habe sich der Westseite des Weißen Hauses genähert und drei Mal geschossen. Dem Angreifer sei es nicht gelungen, in den Sicherheitsbereich rund um das Weiße Haus einzudringen. 

Das Weiße Haus in Washington, Blick über Rasenfläche zum Hauptgebäude (Archivbild)
Das Weiße Haus in Washington (Archivfoto)Bild: Douliery Olivier/abaca/picture alliance

„Dank sei Gott, Präsident Trump ist in Sicherheit“, erklärten die Republikaner im US-Repräsentantenhaus auf X nach den Schüssen. „Endlose Dankbarkeit gegenüber dem Secret Service für seine sofortige heldenhafte Reaktion. Die politische Gewalt muss aufhören“, hieß es in der Erklärung weiter.

Vorfall am Rande des Korrespondenten-Dinners

Erst am 25. April hatte sich in Washington ein Schusswaffenvorfall am Rande des traditionellen Korrespondenten-Dinners ereignet, an dem Trump und seine Frau Melania teilnahmen. Ein bewaffneter Mann versuchte, eine Sicherheitskontrolle zu dem Veranstaltungssaal zu überwinden, kam dem US-Präsidenten oder anderen Gästen aber nicht zu nahe. Bei der Festnahme des Angreifers fielen mehrere Schüsse. Der Mann muss sich nun wegen versuchten Mordes am US-Präsidenten verantworten.   

Trump am Rednerpult bei Pressekonferenz nach Schüssen bei Korrespondenten-Dinner
US-Präsident hielt eine Pressekonferenz unmittelbar nach den Schüssen beim Korrespondenten-Dinner Ende April Bild: Jonathan Ernst/REUTERS

Trump war in den vergangenen zwei Jahren bereits zwei Attentatsversuchen entgangen: Im Juli 2024 schoss ein Mann während einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania auf ihn, die Kugel streifte den damaligen Präsidentschaftskandidaten am Ohr. Im September 2024 wollte ein Mann Trump in Florida beim Golfspielen erschießen. Der 59-Jährige wurde gefasst und Anfang Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.

pg/ack (dpa, afp)



Source link

Ähnliche Beiträge