Schüsse und Detonationen in mehreren Städten Malis
In der malischen Hauptstadt Bamako haben nach Aussage des Militärs „unbekannte bewaffnete Terroristen“ Kasernen und andere Einrichtungen attackiert. Auch im Landesinnern sei es zu Angriffen gekommen, heißt es in einer Stellungnahme des Generalstabs.
Später erklärte die Armee, die Lage sei unter Kontrolle. Mehrere Terroristen seien getötet, ihre Ausrüstung sei zerstört worden. Konkrete Angaben über Tote und Verletzte machte das Militär nicht. Die Darstellung lässt sich derzeit nicht überprüfen.
Internationaler Flughafen geschlossen
In einer Mitteilung des Auswärtigen Amts in Berlin, die sich an Deutsche in Mali richtet, ist von einer unübersichtlichen Lage die Rede. Der internationale Flughafen sei geschlossen, heißt es weiter. Es werde empfohlen, an einem sicheren Ort zu bleiben und Bewegungen im Stadtgebiet zu vermeiden.
Ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP berichtet, in Bamako seien Schüsse zu hören. Am Himmel über der Hauptstadt zögen Hubschrauber ihre Bahn, vor allem nahe dem Flughafen. Anwohner hätten dort Detonationen gehört, meldet ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur.
Schüsse auch in Gao, Mopti, Sevare und Kati
In sozialen Medien ist auch von Angriffen in Gao im Osten des Landes, Mopti im Niger-Delta, Sevare im Zentrum und Kati, einer Ortschaft nordwestlich von Bamako, die Rede. In Kati befindet sich die Residenz des Militärjunta-Chefs Assimi Goïta.
Die Armee äußerte sich nicht zur Herkunft der Angreifer. Die Tuareg-Rebellengruppe FLA erklärte indes, sie habe ein Militärcamp in Kidal im Norden des Landes eingenommen und halte Positionen in Gao. Attacken in anderen Städten reklamierte die Gruppierung zunächst nicht für sich.
Islamisten und Separatisten Hand in Hand?
In Mali kommt es immer wieder zu Attacken durch dschihadistische Kämpfer der seit 2017 bestehenden Terrorgruppe JNIM, die Al-Kaida nahesteht. Die FLA und die JNIM könnten ihr Vorgehen koordiniert haben, meldet Reuters unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Das westafrikanische Land wird seit vielen Jahren von massiver Gewalt erschüttert. Das Militär, das seit einem zweifachen Putsch in den Jahren 2020 und 2021 an der Macht ist, sieht sich nicht nur mit einer Rebellion islamistischer Extremisten und mit Angriffen von Separatisten konfrontiert, sondern auch mit organisierter Kriminalität zahlreicher Banden.
Von 2013 bis 2023 hatte die UN-Friedenstruppe MINUSMA den Auftrag, die Zivilbevölkerung in Mali zu schützen und den Staat mit 22 Millionen Einwohnern zu stabilisieren. Auch Soldaten der Bundeswehr waren für MINUSMA im Einsatz. Die letzten von ihnen hatten das Land im Dezember 2023 verlassen.
Die Militärjunta unter Goïta hatte den vollständigen Abzug der Blauhelmsoldaten verlangt. Bereits 2022 hatte die Regierung in Paris den Abzug französischer Soldaten verkündet, die im Rahmen einer Anti-Terror-Mission in Mali stationiert waren. Nach Angaben aus Bamako wie auch des Staatsfernsehens in Moskau arbeiten inzwischen Soldaten aus Russland mit der Militärführung des westafrikanischen Landes zusammen.
jj/fab (dpa, afp, rtr)
